April 19, 2003
Der Fluch der Stunde Null

www.sueddeutsche.de

Die ersten Bestandsaufnahmen der Schäden im Irakischen Nationalmuseum zeigen, dass die Plünderer mit System zu Werk gegangen sind

"Die Plünderungen vom April 2003 sind die größte kulturelle Katastrophe, die seit der Zerstörung Bagdads im Mongolensturm 1258 über das Zweistromland kam. Damals wurde Bagdad, die Hauptstadt des islamischen Weltreiches, vollkommen zerstört – und ausgeplündert. Das Gedächtnis einer ganzen Epoche wurde ausgelöscht. Der Schaden, der in den vergangenen Wochen entstand, ist wahrscheinlich noch größer: Dokumente der vielen Stadtkulturen, welche jahrtausendelang das Zweistromland geprägt haben, wurden vernichtet ...

Die Plünderer Bagdads werden kaum zu fassen sein. Man muss also nach denen fragen, welche die Plünderungen zugelassen haben. Die irakischen Wissenschaftler hoffen auf Hilfe aus Europa – und aus Amerika. Schließlich ist das Irakische Nationalmuseum auch ein Stück westlicher Kolonialgeschichte. Als die Briten im Ersten Weltkrieg 1917 nach Bagdad kamen, reiste in ihrem Tross auch die Abenteurerin und Arabienkennerin Gertrude Bell mit. Gertrude Bell starb 1927 in Bagdad; ihr Grab ist dort noch heute auf dem protestantischen Friedhof zu sehen. Eines der letzten Projekte von Gertrude Bell war das Sammeln von archäologischen Funden aus dem Zweistromland: Gertrude Bell wollte den Grundstock für ein Irakisches Nationalmuseum legen."


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Posted by Astrid Haarland at April 19, 2003 03:39 EM
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