Juni 19, 2003
Amos Oz erhält Friedenspreis

Synonym für Leben

Amos Oz erhält seinen zweiten Friedenspreis in Frankfurt und wirbt mit Joschka Fischer für die Vernunft
Von Judith von Sternburg

Amos Oz hätte lieber Frieden als noch einen Friedenspreis. Vorerst aber, sagte er, sei er bewegt, bereits zum zweiten Mal einen solchen in Frankfurt entgegenzunehmen. In der Jüdischen Gemeinde erhielt der israelische Schriftsteller und Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels von 1992 nun die Auszeichnung der Geschwister Korn und Gerstenmann-Stiftung. Die Stiftung erinnert seit Ende der 90er Jahre an Sarah Gerstenmann, die ein Jahr alt war, als sie im Konzentrationslager Majdanek ermordet wurde.

Den Zuhörern im möglichst vollen Saal boten Amos Oz und sein Laudator Joschka Fischer eine Lehrstunde in Vernunft sowie in Einigkeit unter aufgeklärten Menschen auf Englisch und Deutsch. Der deutsche Außenminister nannte den Mitbegründer der Friedensbewegung Peace Now einen "pragmatischen Visionär", der seine Sache - Frieden im Nahen Osten mittels der einzigen, der Zwei-Staaten-Lösung - mit Leidenschaft vorantreibe. Israel, ein Land, in dem permanente existenzielle Sorge herrsche, schildere Oz in seinen Büchern als hektisch, überfüllt, bewohnt von besorgten Zeitungslesern und jedenfalls ohne Pathos. "Man muss Frieden schließen, so kann's nicht weitergehen", zitierte Fischer aus dem Roman Der dritte Zustand.


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Posted by Astrid Haarland at Juni 19, 2003 05:18 EM | TrackBack
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