Juni 29, 2003
Der Traum von 20'33 ?

Der Online-Buchhändler Amazon ist doch immer wieder gut für einen kleinen Scherz. Die heutige Buchempfehlung von Amazon für meinen Mann:

"Totgedacht. Warum Intellektuelle unsere Welt zerstören.
von Roland Baader"

Der folgende kleine Textabschnitt passt da irgendwie nicht so richtig rein, war aber eingeblendet und unten tobt sich dann ein Herr mit e-mail-Adresse bei t-online aus.

Zitat von der Amazon-Seite:

"Kurzbeschreibung
Die Küken piepsen sorgenfrei, die Henne schützt sie alle drei. "Was habt ihr Hündchen bloss im Sinn? Wo wollt ihr denn jetzt wieder hin?" Erste Tierbilder mit lustigen Reimen - für kleine Leser ... "

Ein gewonnenes Rückzugsgefecht der Freiheit., 17. April 2003
Rezensentin/Rezensent: volkmar-weiss@t-online.de (Mehr über mich) aus Leipzig
Baader macht darauf aufmerksam, daß an den geisteswissenschaftlichen Fakultäten der deutschen Universitäten Zehntausende Soziologen, Psychologen, Historiker usw. zu „Intellektuellen" ausgebildet werden, während in den naturwissenschaftlichen, technischen und ingenieurwissenschaftlichen Fächern die Zahl der Studenten ständig sinkt. Während in diesen volkswirtschaftlich wichtigen Fächern der prozentuale Anteil derjenigen, die in der Lage sind, ein derart anspruchsvolles Studium erfolgreich abzuschließen, geringer wird, erhöhen die geisteswissenschaftlichen Disziplinen ihre Studentenzahlen Jahr für Jahr. Und sogar der Notendurchschnitt der Studenten wird ständig besser, da die geistigen Anforderungen für eine sehr gute Note ständig heruntergeschraubt werden, ihre Professoren sich aber dadurch einbilden können, auch jedes Jahr besser zu werden. Was sie aber in Wirklichkeit lehren und ihre Studenten studieren, ist ihre Massenarbeitslosigkeit. Dafür hassen die Intellektuellen die kapitalistische Gesellschaft, die Unternehmer, die Ingenieure und Erfinder und mißtrauen ihnen, und erdenken sich ihrerseits immer neue Visionen einer idealen Gesellschaft, in der alle Menschen zwar gleich sind, die Denker, die selbst nicht produzieren und erfinden, jedoch die Macht haben. Daß diese Gesellschaften bisher immer totalitäre waren, stört die Intellektuellen dabei nicht. Um der aktuellen Arbeitslosigkeit zu entgehen, müssen die Intellektuellen - gemeinsam mit der ebenfalls wachsenden Zahl von Juristen - sich immer neue gesellschaftliche Aufgaben ausdenken, mit der sie dem produktiven Sektor knebeln und Mittel entziehen. Neben der Bewältigung der Vergangenheit, der Kontrolle der politischen Korrektheit, der Erforschung des Friedens und aller psychischen Probleme sind es nicht nur die Gefahren der Gentechnik, sondern die Gefahren jedweder Technik und Veränderung, die nach der Gründung von Vereinen, Stiftungen, Kommissionen und Lehrstühlen rufen, die sich gegenseitig in ihrer Wichtigkeit als Bedenkenträger bestätigen. Besonders begehrt sind Dauerarbeitsplätze im Öffentlichen Dienst und Abgeordnetenmandante. Von dort aus läßt sich die bürokratische Hemmung jedweden unternehmerischen und wissenschaftlichen Fortschritts am besten betreiben. Nur der Kapitalismus kann sich bisher leisten, ein akademisches Proletariat in wachsender Zahl auszubilden, stellt Baader richtig fest. Aber wie lange noch, ohne daß die gesamtwirtschaftlichen Schäden dieser Entwicklung offensichtlich sind und kaum noch zu reparieren? - fragt der Leser. Denn die Zahl der Studenten pro Professor wird immer größer, weil eben auch das nicht mehr wie bisher vom produktiven Sektor bezahlt werden kann. Und die Hälfte dieser Akademikerinnen bleibt kinderlos, und verläßt sich auch in diesem Punkte auf die anderen. Baader ist mit dieser Gesellschaftskritik ein großer, aber für viele inhaltlich sehr unbequemer Wurf gelungen.


Totgedacht? Baader versus Intellektuelle, 2. September 2002
Rezensentin/Rezensent: mamayer (Mehr über mich) aus Tübingen, Deutschland
Mit "Totgedacht. Warum Intellektuelle unsere Welt zerstören" legt Roland Baader nun sein neuestes Buch vor. Der Diplom-Volkswirt und Unternehmensberater ist bekannt als Autor von zeitgeist- und gesellschaftskritischen Büchern wie "Eingetrichtert", "Die belogene Generation" oder auch "Logik der Freiheit", um nur wenige zu nennen.

Sein nunmehr zehntes Werk stellt eine Abrechnung mit den Intellektuellen dar. Diese würden, so Baader, in der Mehrheit falschen oder auch wirren Ideen anhängen. Neben dem Nationalsozialismus attackiert er auch die geistigen Urheber von Kommunismus und Sozialismus. Dabei versucht er, Gemeinsamkeiten und Parallelen in Fehlentwicklungen festzustellen.

"Totgedacht" liest sich angenehm flüssig. Seine Argumente gegen Mao, die UdSSR oder auch die PDS treffen ins Ziel. Diese Streitschrift gegen die intellektuelle Alibibeschaffung mörderischer Ideologien ist ein lesenswertes Buch.

Ende der Rezension einer Amazon-Buchempfehlung für meinen Mann

Mein Kommentar:
Na denn, Herr Baader! Herr Lustig! Wie wäre es denn mit einem großen brennenden Scheiterhaufen für all die nutzlosen Bücher? Den Traum von 1933 endlich Wirklichkeit werden lassen?

Posted by Astrid Haarland at Juni 29, 2003 09:18 EM | TrackBack
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