Juni 17, 2003
Hillary Rodham Clinton

Zur Zeit wird in den Medien breit geworben für die Biografie von Hillary Rodham Clinton. In diesem Zusammenhang tauchen Vermutungen auf, Bill und Hillary Rodham Clinton hätten für die Scientologen geworben.

Bei solch brisanten Themen wie der Frage, ob die Clintons Scientologen oder Sympathisanten der Scientologen sind, empfehle ich zunächst einmal, mit Primärquellen zu arbeiten, schliesslich wollen wir doch alle nicht in laufende PR-Instrumentarien eingebunden werden, nicht wahr? ;-))

Dass Geld für Kampagnen gespendet wird, ist überhaupt kein Beweis, Spenden sind integraler Teil des amerikanischen Wahlrechts. Wieviel Geld haben beispielsweise die Baptisten und Methodisten für die Clintons gespendet?

Es geht weiter: Wenn man diese Primärquellen dann hat, dann müssen auch diese bewertet werden. Ein alter Trick ist es nämlich, angebliche Sympathisanten als solche einfach zu outen. Der Professor, der gerade zufällig über den Moon-Campus läuft, ist noch lange kein Moon-Anhänger...! Oft veröffentlicht die Bewegung selber diese angeblichen Beweise, um zu demonstrieren, wie verbreitet sie doch bereits sei.

Also: Es ist glatt gebohnert. Letztlich hilft nur, Menschen an ihren Handlungen zu messen!

Übrigens: Ich lese in diesem Zusammenhang gerade Hillarys Biografie: "Gelebte Geschichte". Sehr interessant.

Viele Grüsse
Astrid Haarland
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www.anoteron.de
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Posted by Astrid Haarland at Juni 17, 2003 11:30 FM
Comments

Zu dem Buch von H.R. Clinton siehe auch die Frankfurter Rundschau vom 14.6.:
Rosa Luxemburg meets Sharon Stone
"[...]Und das Buch [ist] keine Autobiografie im strengen Sinn. Es ist ein autobiografischer Zeitbericht. Er läuft, neben anderen Zielen, zum Beispiel dem, ein Anti-Bush-Amerika zu entwerfen, vor allem auf ein Ziel zu: das Bild eines modernen Zoon politikon weiblichen Geschlechts zu entwerfen. Und bevor man das Buch zur Seite schiebt, stöhnend über seine Schönrednerei, seine sterile, auch phrasenhafte Diktion, seine Unbildlichkeit, seine monotone Dramaturgie, seine Moralgetränktheit, seine jede Erfahrung, jeden Gedanken der Vernünftelei zutreibende Glätte, kann man sich fragen, ob es als Projekt Hannah Arendt gefallen hätte. Einiges spricht dafür.

Man kann sich auch fragen, was an dem Buch eigentlich interessant ist.[...]"

Posted by: Gertrud Schrenk on 17.06.03 14:03

Oh oh, mal wieder ein(e) Journalistin, die selber gerne ein Buch geschrieben hätte? Die Kritik hört sich jedenfalls genauso an. Aber vielleicht ist der Artikel ja auch besser als die hier zitierten wenigen Schnipsel.

Warum hätte das Buch von Hillary Rodham Clinton Hannah Arendt gefallen?

Dass eine neue Präsidentschaftskandidatin aufgebaut werden und die deutsch-amerikanischen Beziehungen mit Hilfe des SPIEGEL verbessert werden sollen, der ihr Buch mit der sinnigen headline "Das andere Amerika" vorstellte, leuchtet wohl jedem ein, doch Hannah Arendt? Was steht denn darüber in der FR?


Astrid

Posted by: Astrid Haarland on 17.06.03 22:10

Achtung Satire! ;-)

Wenn ich als Mann in einer Welt lebte, die von Frauen dominiert würde, es in fast allen wichtigen Entscheidungsgremien so gut wie keine Männer gäbe, ja dann wäre ich froh, wenn ein Bill Clinton, Ehemann der Expräsidentin der USA in einem, wenn auch literarisch verbesserungsbedürftigen Buch, seine Ambition für die erste männliche Präsidentschaft des mächtigsten Landes der Erde formuliert hätte.

Wenn nun zutage käme, dass ein durch seine undemokratischen und totalitären Praktiken bekanntes Müttergenesungswerk seine Kampagne aus undurchsichtigen Gründen sponsern würde, dann wäre ich sauer und verdutzt. An meiner Sympathie für Bill würde es nichts ändern. Denn es geht ja um mehr als nur diesen Mann sondern um den Einbruch in eine penetrant machtbesessene Frauenwelt. In mir käme sogar der Verdacht auf, dass dieses bekannte Müttergenesungswerk bewusst gesponsert hat, um Bill dann hochgehen zu lassen.

Posted by: Robert Berghausen on 18.06.03 11:33

hab ich doch den link zum FR-Artikel vergessen:
Rosa Luxemburg meets Sharon Stone

und ob ich eine Frau befürworte, nur weil endlich ma 'ne Frau an die Spitze wandert - ich weiß nicht.
Wirklich nicht.
Hätten wir auch Maggie unterstützen sollen?
Nicht dass ich Maggie und Hillary vergleiche als Personen oder ihren Politikstil.
Aber über einige sehr merkwürdige Ansichten und Ziele von H. Clinton bin ich schon gestolpert.
Gruß
Gertrud

Posted by: Gertrud Schrenk on 20.06.03 12:39

nein, also der link geht nicht hier in den comments. Also bitte einfach in den Browser kopieren - wen der Rundschau-Artikel noch interessiert...
http://www.fr-aktuell.de/ressorts/kultur_und_medien/feuilleton/?cnt=231020&sid=5ef40261606db9c7ef556186e9f897b9

Posted by: Gertrud Schrenk on 24.06.03 11:28
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