Mai 27, 2003
Esofaschismus

Wie rückt die Esoterik immer so leicht nach rechts?

Den Mechanismus verstehe ich immer noch nicht so recht. Auffällig ist nur die Kette:
gegen Kapitalismus => gegen Materialismus => gegen Industrialisierung => für Agrarwirtschaft => für die Region => für Spiritualität
und soweit kommt einer das auch entgegen; aber dann geht das weiter: man betrachte sich die Protagonisten und ihren Standort einmal genauer:
Solche Ideen sind die ökologische Variante des Ethnopluralismus der neuen Rechten: Kulturen werden als homogene Einheiten definiert, die unvermischt bleiben sollen.
Peter Bierl in der jungle world

"Die Tiefenökologie hat auch in Deutschland nicht wenige Anhänger. Im Beirat von Attac- Deutschland etwa sitzt die Ökofeministin Maria Mies, die die Rückkehr zu Mutter Natur und den Konsumverzicht predigt und eine autarke Subsistenzökonomie einrichten will, eine Agrarwirtschaft, in der die Produzenten nur herstellen, was sie selbst verbrauchen. Die Kölner Soziologin Mies und Vandana Shiva setzen eine »spirituelle Dimension« gegen »kapitalistischen und marxistischen Materialismus« und teilen die Annahme, dass die westliche Industriegesellschaft zu einer »Zerstörung der kulturellen als auch der biologischen Vielfalt geführt habe, zu einer Homogenisierung der Kulturen nach dem nordamerikanischen Coca-Cola- und Fast-Food-Modell«.

In einem Gespräch mit der Jungle World über die Kampagne gegen das Multilaterale Abkommen für Investitionen (MAI) machte Mies klar, wie wichtig ihr die Nation ist: »In Frankreich regt sich niemand darüber auf, dass für die nationale Kultur gekämpft wird. Wenn wir das in Deutschland zum Thema machen würden, wären wir sofort als Faschisten verschrien. Bei uns wirkt das wie ein Denkverbot – und dagegen wehre ich mich.« (Jungle World, 16/98) Feministisch an ihrer Haltung ist einzig, dass Mies bei der Nation ans Mutterland denkt. "
(Peter Bierl)

Posted by Gertrud Schrenk at 11:21 EM