Alexander Hartmann bueso/LaRouche
Liebe Attacies,
da ich die ewige Wiederholung des Unsinns über die BüSo nicht
unwidersprochen lassen kann, da unter den Lesern auch Leute sein könnten,
die durch diesen Unsinn verwirrt werden könnten, hier einige Antworten, die
ich vor zwei Monaten im Rahmen einer ähnlichen Diskussion auf dem Forum von
Attac Frankfurt formuliert habe. Das ganze ist zwar ziemlich lang, aber es
galt (und gilt) auch ziemlich viel Blödsinn zu beantworten; ich bitte dafür
um Verständnis. Andererseits dürfte manchen interessieren, mit welchen
Methoden die Kriegspartei in den USA gegen ihre Gegner vorgeht; dabei ist
die Verbreitung von Unwahrheiten über ihre Gegner, die dann von mehr oder
weniger wohlmeinenden Menschen weitergegeben werden, noch die harmloseste.
Merke: Das Internet ist eine große Grube, auf der jedermann ziemlich
ungestraft seinen Müll deponieren kann. Bevor man jedoch "Herr Lehrer, ich
weiß' was!" ruft, sollte man sich vergewissern, ob die Quelle aus der man
schöpft, nicht mit Fäkalien verunreinigt ist.
Mit freundlichen Grüßen, auch an Rüdiger Heescher, Kai Jelinek und Dirk
Sonntag
Alexander Hartmann
----- Original Message -----
From: Alexander Hartmann
To:
Sent: Saturday, August 17, 2002 3:12 PM
Subject: Re: [Attac-f] BüSo=rechtsradikal + antisemitisch!
Liebe Attacies,
Christof Müller hat hier die Meinung vertreten, die BüSo sei rechtsradikal,
antisemitisch, rassistisch etc., und berief sich dabei auf einen Aufsatz von
Julika Bürgin -- den er gleich mitschickte -- in dem solcher Unsinn
vertreten wurde. Abgesehen davon, daß ich diese Debatte hier eigentlich als
abgeschlossen betrachtete und sie nicht unbedingt wieder aufgreifen
möchte -- fragt doch mal bei deren Lebensgefährten Angelo Lucifero nach,
wieviel ihn das Gerichtsverfahren gekostet hat, in dem ihm die Verbreitung
ähnlichen Unsinns gerichtlich untersagt und Widerruf angeordnet wurde -- was
er dann auch getan hat (Siehe hierzu:
http://www.bueso.de/seiten/medien/0203.htm). Wir haben ihn nicht wegen
Beleidigung verklagt -- da ist unser Fell relativ dick -- sondern wegen
Verbreitung unwahrer Behauptungen. Wir haben recht bekommen, Lucifero hat
widerufen. Merke: Nicht alles, was die "Anti"-Fa verbreitet, entspricht der
Wahrheit.
Unser Vorwurf gegenüber Petra Kelly und den Grünen, sie sei Führerin der
"westdeutschen faschistischen grünen Partei", beruhte auf der Tatsache, daß
es
1. bei den Grünen (damals zumindestens) offensichtliche "Blut- und
Boden"-Tendenzen gab -- man denke z.B. an Rainer Langhans, der auf einem
Parteitag der Grünen vom "Braun-grünen Ring der Kraft" faselte; später wurde
ja ein ganzer Landesverband der Grünen wegen "brauner Unterwanderung"
ausgeschlossen; andere, wie Alfred Mechtersheimer oder Otto Schily sind von
selbst nach rechts gewandert.
2. aus dem grünen Lager mit offenkundiger Tolerierung durch die
Parteiführung Gewalt gegen politische Gegner -- wie z.B. die EAP -- und zur
Durchsetzung politischer Forderungen gegen die demokratischen Institutionen
(Z.B. an der Frankfurter Startbahn oder in Wackersdorf) ausgeübt wurde; wenn
ein Infostand zertrümmert wird, dann sind das meiner Meinung nach
SA-Methoden, wenn Christof Müller das anders sieht, ist das seine Sache.
3. daß das Programm der Grünen darauf hinauslief, daß den
Entwicklungsländern der Zugang zu Technologien, mit denen das Elend in
diesen Ländern behoben werden könnte, ausdrücklich verweigert wurde.
Stattdessen wurde von angeblicher "Überbevölkerung" geredet. Wir haben das
Argument, Länder der "dritten Welt" bräuchten "angepaßte" (lies:
ineffiziente) Technologien, immer als imgrunde rassistisch betrachtet --
nicht zuletzt weil sie mörderische Konsequenzen hat: Die Unterentwicklung
kostet täglich rund 30000-50000 Menschen das Leben.
4. Die Technikfeindlichkeit der grünen Bewegung, die inzwischen einen
Großteil unserer Gesellschaft charakterisiert, hat dazu geführt, daß
zahlreiche Arbeitsplätze in Länder der sogenannten "dritten Welt" verlegt
wurden -- was wegen des dramatisch erhöhten Transportaufwandes selbst dann,
wenn die Produktion in diesen Ländern auf dem gleichen technologischen
Niveau stattfindet, ökologischer Raubbau ist! (Ich bin überzeugt, daß die
Ökobilanz der grünen Bewegung negativ ist!) Da die Industriegesellschaften
sich diese Importe nicht durch eigene Exporte finanzieren konnten, war dies
Auslöser zweier Entwicklungen: Einerseits zwang es die Industrienationen,
auf nichtproduzierende Weise das für die Importe aus der "dritten Welt"
benötigte Geld zu "erwirtschaften" -- man setzte zunehmend auf
Finanzspekulationen. Und zweitens sorgte man mittels finanzieller
Manipulationen,. nicht zuletzt durch den IWF, dafür, daß die "dritte Welt"
ihre Exporte in die Industrienationen letzendlich selbst bezahlten: die
"dritte Welt" wurde also mit immer brutaleren Mittel geplündert. Diese
Entwicklung war in den siebziger Jahren bereits angedeutet, und die Grünen
waren der politische Rammbock, mit dem der letzte Widerstand gegen eine
solche Politik gebrochen wurden. Wir haben uns gegen diesen Trend gewehrt,
weil wir kommen sahen, was kam -- und haben wir nicht recht behalten?
4. Wie haben tatsächlich bei zahlreichen Gelegenheiten Petra Kelly auf die
mörderischen Konsequenzen dieser grünen Politik hingewiesen -- teilweise
auch in drastischer Form, wie z.B. durch das in dem Artikel erwähnte
Überreichen eines blutgetränkten Hemdes. Ich halte das für legitim
(jedenfalls für legitimer als das Zertümmern eines Infostandes) Das dies
Petra Kelly (und anderen) nicht gefallen hat, kann ich mir vorstellen --
aber darin eine Bedrohung Petra Kellys zu sehen, war durch den Kontext
völlig ausgeschlossen. Wir hatten die Hoffnung, sie mit der Aktion zum
Nachdenken und zur Änderung ihrer Politik zu bewegen -- leider ohne Erfolg.
5. Am abenteuerlichsten in dem von Christof Müller hier "ausgehängten"
Artikel von Julika Bürgin ist wohl die Behauptung, Angriffe auf die
britische Politik seien eigentlich versteckte Angriffe auf "die Juden". Wenn
man solche Verdrehungen braucht, um ein Argument zu konstruieren, die BüSo
sei antisemitisch, dann fehlt es offensichtlich an besseren Belegen. Man
lese Prinz Philips Äußerung, er wolle als tödliches Virus wiedergeboren
werden, um das Problem der Überbevölkerung zu lösen, sehe es im Kontext der
Krise in Afrika (z.B. AIDS), nehme die Entwicklungsverweigerungspolitik des
jahrzehntelang von Prinz Philip geleiteten WWF und diverse peinliche
Bemerkungen Prinz Philips hinzu -- da hat man wohl Grund genug, diese
Politik zu verurteilen, ohne irgendwelche "Juden" ins Spiel bringen zu
müssen.
6. Interessant ist auch, daß Lucifero und Bürgin seit Jahren engstens mit
dem thüringischen Landtagsabgeordneten Steffen Dittes zusammenarbeiten, der
großen Ärger mit seiner Partei -- der PDS! -- bekommen hat, als er eine Demo
unter dem Motto "Es gibt 1000 gute Gründe, Deutschland zu hassen" angemeldet
hatte. Und was von der selbsternannten "antideutschen" Bewegung zu halten
ist, dürfte nach meinem letzten Beitrag, auf den Christof Müller reagierte,
deutlich sein. Was immer die persönlichen Motive ihrer Aktiven im einzelnen
sein mögen, sie befinden sich damit nicht nur auf einer Linie mit Thatcher,
Ridley, Perle und anderen Kriegstreibern, sie nützen diesen Kreisen auch
dabei, ihre Ziele durchzusetzen.
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Hartmann
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Christof Müller schrieb:
> jaja, die armen unschuldigen büsos die von dunklen
> kräften verfolgt und diffamiert werden...
> ich fordere den sofortigen rausschmiss aller
> BüSo-mitglieder aus attac sowie deren entfernung von
> sämtlichen attac-mailinglisten.
> keine toleranz für antisemitinnen!
Da Sie den Nachweis unseres angeblichen "Antisemitismus" immer noch schuldig
bleiben, sehe ich in diesem Fall auch keine Berechtigung dieser Forderung.
>...Im April 1989
> wird er wegen Kreditbetrug zu einer langjährigen
> Freiheitstrafe verurteilt, später von der US-Regierung
> des Spendenbetrugs überführt.
Ich wußte gar nicht, daß die Antifa so großes Vertrauen in die US-Justiz
hat. :) Das Verfahren war so offenkundig widerrechtlich, daß über 1000
prominente Juristen offiziell gegen dagegen protestiert haben. Ein erster
Prozeß in Boston gegen LaRouche wurde abgebrochen, nachdem sich
herausgestellt hatte, daß Oliver Norths Iran-Contra-Truppe einige Leute in
die LaRouche-Organisation infiltriert hatte, mit dem Ziel, den Anlaß für ein
solches Strafverfahren zu schaffen, mit dem man LaRouche politisch aus dem
Wege räumen könnte, und der Richter in diesem Zusammenhang eine Durchsuchung
des Büros des damaligen Vizepräsidenten George H.W. Bush anordnete: Da
beantragte die Staatsanwaltschaft ganz schnell den Abbruch des Verfahrens,
angeblich, weil der Prozeß (weil er sich in die Länge zog) zu einer zu
großen Belastung für die Jury würde. Diese Jury erklärte nach dem Abbruch,
sie hätte LaRouche einstimmig freigesprochen, weil sie den Eindruck gewonnen
hatte, daß etwaige Rechtsbrüche eher auf das Konto der amerikanischen
Behörden als auf das Konto LaRouches gingen. Der Vorwurf des Spendenbetrugs
wurde nicht wieder erhoben.
Der Prozeß wurde dann mit neuen Vorwürfen in Alexandria (Nord-Virnigia) neu
aufgerollt, wo die Verwaltungen von Pentagon und CIA sitzen. Die Folge war,
daß die Hälfte der Jury direkt bei der Regierung arbeitete, der Vorsitzende
der Jury ein hoher Beamter des Landwirtschaftsministeriums, der im Falle
eines Notstandes zu den 100 handverlesenen Bürokraten der "Notregierung"
gehören. Die Versuche, eine weniger voreingenommene Jury durchzusetzen,
wurden vom Richter abgeblockt. Dieser Richter war, bevor er Richter wurde,
Justiziar der größten Waffenhandelsfirma Amerikas, und er hat systematisch
alle Versuche der Verteidigung unterbunden, die rechtswidrigen Maßnahmen des
Justizapparats zur Sprache zu bringen. Kurz gefaßt lief das Verfahren so:
-- NBC brachte eine verleumderische Sendung über LaRouche, nachdem zwei
seiner Anhänger 1986 Vorwahlen der Demokratischen Partei in Illinois (für
den Posten des Vizegouverneurs und des Landesinnenministers) gewonnen
hatten.
-- LaRouche reichte Schadensersatzklage gegen NBC ein, wegen Rufschädigung.
-- NBC reichte Gegenklage ein, wegen Geschäftsschädigung.
-- Aufgrund nachweislich falscher Aussagen seiner Mitarbeiter gewinnt NBC
den Prozeß.
[[[[ Kleine aktuelle Ergänzung: Es ging hier um die (abgestrittene, aber
nachweisbare) Teilnahme von NBC-Journalisten an einem Treffen in der New
Yorker Wohnung des Investment-Bankers John Train, bei dem eine systematische
Verleumdungskampagne in den US- Medien geplant wurde, die den Vorwand für
die juristische Hexenjagd auf LaRouche liefern sollte. An diesem Treffen
nahmen u.a. auch Dennis King und Chip Berlet teil, der in einer der
einschlägigen "Informationsseiten" über LaRouche als Verfasser genannt ist,
sowie Mira Landsky-Boland, die als ehemalige Assistetin der "grauen Eminenz"
des Pentagon, Andy Marshall, und über die Firma ihres Ehemanns engstens mit
der Washingtoner Kriegspartei verbunden ist und später inoffizelle
Koordinatorin der juristischen Schachzüge war, mit denen laRouche
schließlich hinter Gitter gebracht wurde. ]]]]
LaRouche soll mehrere Millionen Dollar zahlen, die er nicht hat.
-- LaRouche erklärt sich für zahlungsunfähig.
-- Daraufhin wird die "Sektentheorie" erfunden: LaRouche sei ein
Sektenführer und verfüge damit über das Vermögen seiner Anhänger. Folglich
sei LaRouche zahlungsfähig, man müsse das Geld nur bei seinen Unterstützern
holen. Daraufhin verlangte das Gericht, die Kundenlisten eines
Zeitungsverlags, eines Zeitungsvertriebs und einer wissenschaftlichen
Stiftung auszuliefern, damit das NBC "zustehende" Geld bei diesen
"Unterstützern" von LaRouche sichergestellt werden könne.
-- Dies wird von den Firmen mit dem Hinweis auf die politische
Vereinigungsfreiheit abgelehnt.
-- Das Gericht verhängt deswegen ein Strafgeld von 10000 $ pro Tag gegen
jede der drei Firmen, um die Auslieferung der Kundenlisten zu erzwingen.
-- Hiergegen legen die Firmen Widerspruch ein.
-- Als diese Beträge sich inclusive der Gerichtskosten auf rund 20 Mio.$
addiert haben, beantragt die Staatsanwaltschaft die Beschlagnahmung der
Firmen - um das Geld "sicherzustellen", obwohl die Forderung noch gar nicht
rechtkräftig ist, und da die Firmen sich weigern, sozusamen "im voraus" zu
zahlen, beantragt die Staatsanwaltschaft einen Zwangskonkurs. Dieser wird
vom Gericht bewilligt, obwohl drei verschiedene Gläubiger dies gemeinsam tun
müssen, und hier nur ein Antragsteller vorhanden war, und dieses Verfahren
für wissenschaftliche Stiftungen sowieso nicht zulässig ist. Dieser
Zwangskonkursantrag wird in späterer Instanz für rechtwidrig erklärt. Der
Richter sagte bei dieser Gelegenheit, die Staatsanwälte hätten das Gericht
betrogen.
-- Der rechtswidrig eingesetzte Konkursverwalter schließt die Firmen sofort.
Es ist das erstemal seit mehr als 100 Jahren, daß die US-Regierung die
Einstellung einer Zeitung verfügt.
-- Natürlich stellen die drei Firmen wegen des Konkurses alle Zahlungen ein,
hiervon sind auch Kreditrückzahlungen betroffen.
-- Die Staatsanwaltschaft beantragt in Alexandria ein neues Verfahren gegen
LaRouche - wegen Konkursbetrug. Die von der Regierung bewirkte Einstellung
der Zahlungen wird nun LaRouche angelastet: Er habe nie vorgehabt, diese
Kredite jemals zurückzuzahlen. Die Tatsache, daß die Kredite zuvor bedient
worden waren, sei ein beleg dafür, daß wir die Kreditgeber arglistig
getäuscht hätten. Die Tatsache, daß die Regierung selbst die Rückzahlung der
Kredite unterbunden hatte, durfte von den Angeklagten nicht erwähnt werden,
"weil es nicht zur Sache gehört, und die Jury nur irritieren würde."
-- LaRouche wurde dann als "Kopf der Verschwörung" verurteilt -- obwohl er
in keiner der betroffenen Firmen Geschäftsführer war, und ihm persönlich
deshalb auch kein Rechtsbruch vorgeworfen werden konnte. Der
"Sekten"-Vorwurf ist somit ein Konstrukt, das dazu diente, die Verurteilung
von LaRouche zu ermöglichen -- eine ganz offizielle Verschwörungstheorie.
Noch Fragen? Die Tatsache, daß LaRouche in dieser Weise vom Justizapparat
der USA verfolgt wurde, hat viele Leute im Bereich der amerikanischen
Bürgerrechtsbewegung - und im ehemaligen Ostblock - dazu gebracht, ihre
durch die umlaufenden Verleumdungen geprägte negative Einstellung gegenüber
LaRouche zu überdenken, und seither mit LaRouche zusammenzuarbeiten, wie
Bevel, Amelia Boynton-Robinson oder der prominente Anwalt Chestnut.
> Zur LaRouche-Delegation
> gehörte auch Roy Frankenhauser, "Grand Dragon" des Ku
> Klux Klan in Philadelphia und 1983 beim
> Sicherheitsdienst von LaRouche beschäftigt.
Roy Frankenhauser war Mitarbeiter des Personenschutzes von LaRouche. Er
gehörte, wie wir später herausfanden, zu jenen Leuten, die im Auftrag des
Iran-Contra-Nertzwerks in unsere Organisation eingeschleust wurden, was in
Boston gerichtsnotorisch wurde und durch Regierungsdokumente gut belegt ist.
Daß er auch beim Ku-Klux-Klan aktiv war, haben wir erst später erfahren.
Frankenhauser diente offensichtlich als agent provocateur, der unsere
Mitglieder zu illegalen Aktivitäten verleiten sollte - was ihm nicht
gelungen ist. Hinterher (im Bostoner Verfahren) sollte LaRouche dann ein
Strick daraus gedreht werden, daß Frankenhauser (!) diese Vorschläge gemacht
hatte - und das war, wie gesagt, für die Bostoner Jury nicht sehr
überzeugend. Im Verfahren in Alexandria wurden diese Vorwürfe auch nicht
mehr berührt - die Regierung hatte wohl aus dem Scheitern des Bostoner
Verfahrens gelernt.
> ... Seit Anfang der 90er Jahre gibt es Bemühungen,
> Kontakte mit nationalistischen Kräften in Rußland
> aufzunehmen.
Wenn Sergej Glasjew, der das Wirtschaftprogramm der KP mitverfaßte und
LaRouche einlud, seine Ideen in Moskau vorzutragen, ein Buch über den
"Genozid" verfaßt, den die "Reformen" in Rußland eingeleitet haben, so ist
er deshalb noch kein Nationalist. Immerhin ist die durchschnittliche
Lebenserwartung der russischen Männer seit 1989 um volle 10 Jahre gesunken!
> Die Zeitschrift CODE des Ekkehard
> Franke-Gricksch gerät 1995 unter den massiven Einfluss
> von LaRouche.
... und wurde eingestellt, da wir ihm das permanente Abschreiben
untersagten, weil uns die engstirnige Art, wie er die von uns stammenden
Informationen interpretierte, nicht gefiel.
> Nach Meinung von US-Sicherheitsexperten hat das ICLC
> den besten privaten Nachrichtendienst der Welt und
> arbeitet eng mit staatlichen Diensten zusammen.
> William Colby, ehemals Direktor des CIA, ist der
> Meinung, dass das LaRouche-Komitee zu 80 Prozent aus
> ehemaligen CIA- und FBI-Leuten besteht.
Wenn wirklich 80% des LaRouche-Komitees für FBI oder CIA gearbeitet hätten,
sähe das Establishment wohl kaum die Notwendigkeit, LaRouche durch
juristische und andere Verfahren mundtot zu machen. Auch hier ist doch
auffällig, wie sehr man hier auf einmal den Äußerungen eines CIA-Chefs
glaubt!?
> Den marginalen
> Wahlergebnissen, die die Parteien erreichen, steht ein
> finanzkräftiges Unternehmen gegenüber mit einem
> effektiven Propagandaapparat. Woher die Gelder kommen,
> liegt völlig im Dunkeln.
LaRouche hat bei den Vorwahlen der Demokratischen Partei sehr häufig
zweistellige Ergebnisse erreicht. Erst vor wenigen Wochen gewann ein
LaRouche-Anhänger die Vorwahl seines Wahlkreises für den Landessenat in
Michigan (mit 61%), ein weiterer kam auf fast 48% bei der Vorwahl für den
Landtag. Unsere Anhängerzahl ist also keineswegs so klein, wie man es hier
darstellen will. Dem entsprechen auch die Ergebnisse beim Sammeln von
Wahlspenden, die nach amerikanischen Gesetzen in Beträgen von maximal 1000 $
pro Person gesammelt werden dürfen, sehr genau dokumentiert werden müssen
und von der Federal Election Commission veröffentlicht werden -- was daran
so dunkel sein soll, ist mir schleierhaft. Auch die Finanzen der BüSo
liegen, wie es das Parteiengesetz vorsieht, beim Präsidenten des Deutschen
Bundestages auf und sind meines Wissens auch im Internet einsehbar.
> ...Die
> Programmatik der LaRouche-Organisationen ist
> durchdrungen von
> antisemitisch-verschwörungstheoretischem und
> autoritärem Gedankengut.
Hierfür steht, wie gesagt, der Beweis noch aus.
> ...Auch die amerikanische Organisation
> Anti-Defamation League (ADL), die rechtsextreme
> Organisationen und antisemitische Vorfälle beobachtet,
> wurde häufig verbal attackiert und sogar schon konkret
> bedroht.
Auch die ADL scheint der Meinung zu sein, daß jemand ein Anisemit ist,
sobald sie es behauptet, und keine Notwendigkeit besteht, den
Wahrheitsbeweis hierfür zu erbringen. Die ADL mußte übrigens vor wenigen
Wochen ein hübsches Sümmchen Strafe zahlen, weil sie rechtswidrig
Informationen über amerikanische Bürger sammelte, z.B. Gegner des
Südafrikanischen Apartheid-Regimes, und diese Informationen an interessierte
Geheimdienste weitergereicht hat. In einem Fall wurde eine der von der ADL
ausgespähten Personen in Kalifornien durch eine Bombe umgebracht, und der
ADL-Informant war im Besitz eines Lageplans des Büros, in dem die Bombe
explodierte. Wer so etwas veröffentlicht, attackiert die ADL natürlich
verbal, und wenn die ADL dann wegen solcher Dinge vor Gericht kommt, dann
droht ihr konkret nicht nur eine Geldstrafe, sondern sogar Gefängnis. Diese
Bedrohung hat sie aber durch "außergerichtlichen Vergleich" noch abwenden
können.
> Auch im Internet ist LaRouche seit vielen Jahren
> vertreten. Die Artikel von seinen Webseiten wie auch
> von den gedruckten Medien werden von seinen deutschen
> Anhängern gerne kopiert und in einschlägigen Webforen
> weiterverteilt. Gerade nach dem 11. September 2001
> wurden die EIRNA-Artikel, die sich in
> verschwörungstheoretischen Andeutungen ergingen, in
> Windeseile verbreitet. Für die kommenden
> Präsidentschaftswahlen will LaRouche wieder antreten.
Herzlichen Dank für diesen Hinweis, ich hoffe, man nützt ihn, sich aus
erster Hand über laRouche zu informieren:
http://www.eirna.com
Dann haben wir hoffentlich wieder Zeit für eine inhaltliche Diskussion. :)
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Hartmann
---------------------
Liebe Attacies,
1. auf attacmod-d gab es tatsächlich eine Diskussion über die BüSo -- deren
Ergebnis es war, daß man meine Beiträge unzensiert läßt, weil ja jeder Leser
erwachsen genug ist, sich seine Einschätzung selbst zu bilden. Auch einige
Teilnehmer, die mit der BüSo "nichts am Hut" haben, haben sich den penetrant
bevormundenden Stil einiger BüSo-Gegner energisch verbeten.
2. Seit dieser Diskussion ist es allen Teilnehmern auf attacmod-d bekannt,
daß ich -- Alexander Hartmann -- Anhänger von BüSo und LaRouche bin.
3. Allerdings dürften im Lauf der Diskussion auf attacmod-d, an der ich mich
regelmäßig beteilige, etliche Leute erkannt haben, daß die Vorwürfe, die
BüSo sei rechtsextrem, völlig absurd sind -- auch wenn in etlichen
einschlägigen Schriften solcher Blödsinn kolportiert wird (wie z.B. in dem
von Christof Müller zitierten Handbuch Rechtsextremismus) -- in der Regel
wird dieser Unsinn einfach von einer Quelle zur nächsten weiterzitiert, ohne
zu recherchieren, was den die ursprüngliche Quelle dieser Behauptungen ist.
Auf der BüSo-Homepage (www.bueso.de) findet man ein Beispiel, wie ein Zitat
aus einer Rede, in der LaRouche vor den amerikanischen Faschisten um William
Yandell Elliott gewarnt hat, offensichtlich vorsätzlich so verdreht hat, daß
LaRouche als jemand dastand, der gesagt habe, man müsse Faschist sein.
Dieses Zitat findet sich in fast allen Aufsatzsammlungen über den
angeblichen Faschisten LaRouche wieder. Die wenigsten kennen die Quelle, und
noch weniger Leute wissen, daß dieses Buch von Dennis King -- wie er selbst
im Vorwort dankend anerkennt -- von der R. Smith Richardson-Foundation
finanziert wurde. Es gibt in Amerika fast kein wichtiges RECHTSEXTREMES
Projekt, was nicht von der R. Smith Richardson-Stiftung finanziert wird! Der
Autor King schrieb ursprünglich für das Magazin "High Times", das sich für
die Freigabe von Marijuana und Haschisch einsetzte, und von dem
amerikanischen RECHTSEXTREMISTEN William F. Buckley unterstützt wurde (oder
wird?). Eine zentrale Rolle bei diesen Propaganda-Operationen gegen LaRouche
spielte auch der New Yorker Anwalt Roy Cohn, der in Buckleys New York
Conservative Party eine wichtige Rolle spielte, Cohn war in den fünfziger
Jahren Assistent von niemand anderem als dem berüchtigten Senator Joe
McCarthy.... Es ist eine kleine Welt.
4. Wenn, wie im Handbuch behautet, "...die rechtsradikalen haltungen und
ziele... sich erst als konsequenz der formulierten geistigen grundlagen"
entschlüsseln, so bitte ich jeden, sich unser Programm genau anzuschauen,
weil man dann sehr leicht erkennt, was für ein Unsinn diese Behauptung ist.
5. Wenn Christof Müller schreibt, ich hätte über eine "Zusammenarbeit von
Antideutschen und CIA" geschrieben, so sollte er sich meine Beträge zu dem
Thema noch einmal durchlesen -- da ist nämlich von CIA nicht die Rede. Ich
spreche vom American Enterprise Institute, von der Hudson-Foundation, vom
Defense Policy Board, vom Aspen-Institut, vom Middle East Media Research
Institute, von Jeffrey Gedmin, Richard Perle, David und Meyrav Wurmser, von
Götz Nordbruch und Jungle World, von Margaret Thatcher, Nicholas Ridley und
der RAF, und den seltsamen inhaltlichen Übereinstimmungen und einer
allerdings in manchen Fällen -- siehe Nordbruch/MEMRI nachweisbaren
Zusammenarbeit zwischen Rechtsextremen und Linksextremen, die sich
offensichtlich gegen diejenigen richtet, die einen Frieden im Nahen Osten
auch gegen Scharon -- aber auch für Israel -- durchsetzen wollen. Es handelt
sich hier nicht um eine "Verschwörungstheorie, sondern um eine dokumentierte
Zusammenarbeit. Das ist ja wohl ein Unterschied.
Vielleicht meint Christof Müller ja, hinter MEMRI, DPB, AEI etc.stünde die
CIA -- das erinnert mich an manche andere, die hinter jedem Baum eine
Verschwörung von Freimaurern oder Juden sehen. Ich habe im Anhang den
Beitrag von mir, den Christof Müller hier angreift, noch einmal angehängt,
da könnt ihr ja selbst sehen, warum er sich so aufregt -- getroffene Hunde
bellen eben:
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Hartmann
-------------------
Liebe Attacies,
da die meisten hier ja wohl gegen einen neuen Krieg im Nahen Osten sein
dürften, was ich, wie inzwischen bekannt sein dürfte, hoffe, hier ein paar
Informationen über massive Versuche seitens des rechtsextremen Lagers in den
USA, die "Verbündeten auf Linie" zu bringen -- unter anderem durch
Entsendung einiger Propaganda-Kader der neokonservativen amerikanischen
Kriegstreiber nach Berlin.
So hat beispielsweise das Aspen-Institut in Berlin, zuvor eher für
"liberale" Aktivitüten bekannt, seit Dezember einen neuen Direktor: Jeffrey
Gedmin. Gedmin ist einer der energischsten Vertreter des neuen
amerikanischen Imperialismus; Seine Botschaft: "gebt euch drein -- wir
fragen nicht nach eurer Meinung, wenn wir den Krieg anfangen, müßt ihr ja eh
mitmachen. Also macht keinen Ärger..."
Bevor er zum Aspen-Institut kam, war Gedmin Mitarbeiter des American
Enterprise Institute (AEI), einer neokonservativen Denkfabrik in Washington.
Von dort aus war er als Exekutivdirektor Mitstreiter Margaret Thatchers bei
der New Atlantic Initiative, die sich massiv für die Ausweitung der NATO
nach Osteuropa einsetzte.
Das AEI ist derzeit auch Brötchengeber von Richard Perle, einem weiteren der
Haupt-Kriegstreiber in den USA, neben Paul Wolfowitz und den Senatoren
McCain und Lieberman, der als Chef des Defense Policy Board (DPB) den
wichtigsten Beirat des Pentagon leitet -- und diese Position dazu benutzt,
die Liste der "Feindstaaten" Amerikas ständig zu verlängern. Jüngstes
Beispiel: Perle organisierte ein "Briefing" des DPB, bei dem gefordert
wurde, Saudi-Arabien zum Feind zu erklären, seine Ölfelder zu besetzen,
seine Finanzanlagen in Amerika zu konfiszieren und für die heiligen Stütten
des Islam "andere Optionen zu suchen", wenn die Saudis nicht beim Krieg
gegen Saddam mitmachen.
Als Sprachrohr hierfür wählte Perle übrigens Laurent Muraviec, einen
"Analysten" der Rand Corporation. Muraviec kenne ich recht gut -- er war 16
Jahre lang in unserer Organisation aktiv; als LaRouche dann von der
Bush-Reagan-Regierung ins Gefängnis geschoben wurde, hat sich Muraviec 1990
verdünnisiert, nahm alles zurück und behauptet nun das Gegenteil. Muraviec
hatte wohl Angst, es könnte ihm so ergehen wie meinem amerikanischen Freund
Michael Billington, der "wegen fehlender Wertpapier-Maklerlizenz" beim
Werben finanzieller Unterstützung für politische Aktivitäten zu 77 -- in
Worten: siebenundsiebzig! -- Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Es ging um
Kredite über rund 300000 Dollar, die Michael angeblich "illegal" vermittelt
hatte. Diese Praxis ist im politischen Leben Amerikas gang und gebe, aber
die Interpretation, daß solche Kredite als "Wertpapier" zu betrachten seien,
wurde extra für diesen Fall erfunden, rückwirkend (!) angewendet -- und
seither nie wieder. Die US-Justiz war eben schon vor Ashcrofts Zeiten
erfinderisch.
Tatsächlich hat Muraviec wohl schon 1986 "die Seite gewechselt", und
sabotierte einige Aktivitäten der LaRouche-Bewegung "von innen heraus": So
verhinderte er, daß eine Studie über Sharons Rolle in Israel verbreitet
wurde. LaRouche hat sich seit 1975 dafür eingesetzt, daß Israelis und
Palästinenser sich zunächst auf ein gemeinsames Programm der
wirtschaftlichen Entwicklung der Region, und vor allem auf die Vergrößerung
der Frischwasserversorgung durch Meerwasserentsalzung verständigen sollten.
Erst auf dieser Grundlage werde eine politische Verständigung möglich -- und
es war genau dieser Ansatz, der zwei Jahrzehnte später die Grundlage des
Osloer Abkommens bildete.
Davon distanzierte sich Muraviec nun. Sein nächster Arbeitgeber, die
Schweizer Firma GEOPOL, geriet in Vergessenheit, nachdem ihr Präsident
Pierre Hafner mehrere Monate wegen des dringenden Verdachts der Geldwäsche
in Haft war. Partner des Unternehmens war Elisabeth Kopp, die als
Justizministerin der Schweiz zurücktreten muáte, weil sie ihrem Mann
"gesteckt" hatte, daß die Justiz gegen ihn ebenfalls wegen Finanzdelikten
ermittelte. Ihr Cousin Fred Ikle war damals hoher Beamter des
US-Verteidigungsministeriums, und hat sich seither offenbar um Muraviecs
weitere "Versorgung" verdient gemacht.
Aber zurück zum Thema: Ein weiterer Mitstreiter beim AEI ist David Wurmser,
der dort die "Nahost"-Abteilung leitet. Wurmsers Ehefrau Meyrav Wurmser
stammt aus Israel, wo sie in ihrer Doktorarbeit die abenteuerliche These
vertrat, als Gegenmittel gegen den zunehmenden "Identitätsverlust"
Israels -- vor allem durch die inwanderung vieler areligiös eingestellter
Juden aus Rußland --müsse man die Ideologie von Wladimir Jabotinski
wiederbeleben. Jabotinski betrachtet sich selbst als Faschist, und hätte in
den dreißiger Jahren laut eigenem Bekunden gerne die Nazis unterstützt --
wenn sie nur keine Antisemiten gewesen wären... Wenn Muraviec heute nach
seinen Mentoren gefragt wird, nennt er Leon Poliakov -- der ebenfalls
Jabotinski-Anhänger ist. Auch "Bibi" Netanyahu kommt aus der
Jabotinski-Schule.
Meyrav Wurmser gründete in Washington das Middle East Media Research
Institute (MEMRI). MEMRI ist erklärtermaßen eine Propagandaeinrichtung. Die
von dort verbreiteten Schauergeschichten sind etwa von der Qualität wie die
Medienstory, bei der auf Initiative einer von Kuwait angeheuerten
amerikanischen Werbeagentur die Tochter eines kuwaitischen Diplomaten als
angebliche "Krankenschwester" auftrat und "berichtete", irakische Soldaten
hätten kuwaitische Kinder aus den Brutkästen geholt und umgebracht.
Inzwischen ist Meyrav Wurmser zum ebenfalls neokonservativen Hudson
Institute gewechselt, wo sie heute für den Nahen Osten zuständig ist.
Interessanterweise hat MEMRI im April ein Büro in Berlin eröffnet. Dieses
Büro wird von Götz Nordbruch geleitet, der manchen hier vielleicht durch
seine zahlreichen Beiträge im Berliner Szeneblatt "Jungle World" bekannt
sein dürfte (u.a. verbreitete er dort die MEMRI-Story über die
"palästinensischen Schulbücher"). MEMRI gibt nun die Linie aus, "wer gegen
Sharon ist, ist gegen Israel -- also Antisemit" -- obwohl Sharon sicherlich
derzeit sicherlich mehr für den wirtschaftlichen, militärischen und
moralischen Untergang Israels tut als irgendjemand sonst. Nebenbei gesagt:
Für etliche der amerikanischen Kriegstreiber dürfte genau dies das Motiv
ihrer Unterstützung Sharons sein -- eben weil in diesen Kreisen
Antisemitismus weit verbreitet ist!
Im Mai fand dann an der Berliner Humboldt-Universität eine dreitägige
Konferenz unter dem Motto "Es geht um Israel" statt, auf der exakt die
MEMRI-Linie ausgegeben wurde -- und zwar von den "antideutschen"
Kommunisten. Bei der Abschluß-Kundgebung, an der rund 500 "Antideutsche"
teilnahmen, gab es Sprechchöre: "IDF in Ramallah -- das ist die Antifa".
Bundespräsident Rau und UN-Generalsekretär Kofi Annan wurden verurteilt,
weil sie die Demonstrationen gegen den Krieg in Palästina unterstützten.
Während Gedmin die politische Ebene nur verbal unter Druck setzt (er tritt
in Berlin weit stärker in Erscheinung als beispielsweise der amerikanische
Botschafter, der sich in der öffentlichen Debatte diplomatisch zurückhält,
weil er zu viel porzellan zerschlagen würde, träte er wie Gedmin auf.) und
MEMRI Schauermärchen für die Bildzeitung verbreitet, um den Krieg
vorzubereiten, spielen die "Antideutschen" lieber auch selbst Krieg: Anfang
Juli zertrümmerten selbsternannte, maskierte "Antifaschisten" an der
Berliner Humboldt-Universität in bester SA-Manier einen Infostand der
"Bürgerrechtsbewegung Solidarität" -- die sich für einen Frieden im Nahen
Osten einsetzt -- und bedrohten die anwesenden Mitglieder der BüSo.
[[[[ Kleine aktuelle Ergänzung: zum Semesterbeginn wurde erneut ein
Infostand der BüSo in Berlin, auf dem gegen den Irak-Krieg geworben wurde,
"auseinandergenommen", diesmal an der Freien Uni. Wer die Geschichte der
Weimarer Republik und ihres Untergangs kennt, der dürfte angesichts der
Tatsache, daß hier wieder einmal inhaltliche Diskussionen über wesentliche
Fragen der Politik mit Gewalt unterdrückt werden, ein äußerst unangenehmes
"deja vu"-Erlebnis haben. ]]]]
Solche interessanten Gleichklänge zwischen extrem rechts und extrem links
gab es übrigens schon früher: Die Wortwahl des Thatcher'schen
Handelsministers Ridley, der das wiederzuvereinigende Deutschland als
"viertes Reich" bezeichnete, war identisch mit den Formulierungen im
Bekennerschreiben der RAF nach dem Mord an Herrhausen.
Ich denke, angesichts der Diskussion um angebliche "antisemitische"
Tendenzen bei Attac dürften diese Verbindungen der angeblich "linken"
"antideutschen" Szene zum rechtsextremen Lager der USA manchen hier
interessieren. Es ist halt nicht alles Gold, was glänzt, und man erlebt im
Leben so manche Enttäuschung -- wie wir mit Muraviec.
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Hartmann
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Liebe Attacies,
der von Christof Müller veranlaßte Aufsatz von Sarah Postone -- deren
Beiträge man sonst auf den einschlägigen Webseiten der "Antideutschen"
findet - spricht für sich selbst: Attac wird hier "struktureller
Antisemitismus" vorgeworfen, weil man jemandem die Teilnahme an der
Diskussion nicht verwehrt, der eine Partei repräsentiert, die sich gegen
einen Krieg wendet, der zur Zerstörung Israels führen würde.
Diese Partei, fordert Müller, soll mundtot gemacht werden, man fordert
ultimativ ihren Ausschluß aus der Diskussion.
Der Umkehrschluß wäre, daß Christof Müller und Sarah Postone darauf
hinwirken, daß eben dieser Krieg, der zur Vernichtung Israels führen würde,
stattfindet. Wer ist hier dann der Antisemit? Aber vielleicht reagieren
Christof Müller und Sarah Postone einfach nur so emotional, daß sie gar
nicht mehr in der Lage sind, die Konsequenzen ihrer Forderungen zuende zu
denken. Solche Personen sind dann natürlich leicht von interessierter Seite
zu manipulieren.
Wie ich in dem Diskussionsbeitrag, der C.M.s allergische Reaktion auslöste,
dargestellt habe, gibt es engste Beziehungen zwischen den "Antideutschen"
und den Kreisen in Amerika um Defense Policy Board-Chef Richard Perle, die
Bush zum Einmarsch in den Irak bewegen wollen.
Dies wird sich erneut Anfang September zeigen, wenn Jungle World und
MEMRI-Berlin eine gemeinsame mehrtägige Konferenz an der Berliner TU
veranstalten: MEMRI-Berlin ist ein im April gegründeter Ableger von
MEMRI-Washington. Beides sind Propaganda-Instrumente der neokonservativen
Kriegspartei in Washington. MEMRI-Gründerin Meyrav Wurmser ist eine erklärte
Anhängerin des erklärten Faschisten Wladimir Jabotinski und Ehefrau des
Perle-Kollegen David Wurmser (Perle und Wurmser arbeiten beide beim stark
von Magaret Thatcher beeinflußten Amerikan Enterprise Institute, dem
übrigens Jeffrey Gedmin angehörte, bevor er seinen Posten am Berliner
Aspen-Institut bezog, um Deutschland auf Kriegskurs zu bringen); sie selbst
arbeitet inzwischen beim Hudson-Institut, das sich ebenfalls für den
Irak-Krieg (und die Besetzung saudischer Ölfelder in diesem Zusammenhang)
einsetzt.
Es geht diesen offensichtlich Kreisen darum, Amerika auf einen neoimperialen
Kriegskurs zu bringen, der vor allem zwei Ziele hat:
1. kurzfristig den Rest der Welt so instabil zu machen, daß das Kapital der
internationalen Investoren wieder nach Amerika fließt. Dies ist derzeit
nicht der Fall, und deshalb steht Amerika vor dem Bankrott.
2. längerfristig einen langandauernden Konflikt auf dem eurasischen
Kontinent zu schüren, der die Bildung einer Achse Paris-Berlin-Moskau-Peking
(mit den ASEAN-Staaten, Iran, Indien und anderen als Bündnispartnern)
verhindert, die zusammen durchaus in der Lage wären, eine gerechte neue
Weltwirtschaftsordnung auch gegen den Widerstand der anglo-amerikanischen
Bankrotteure durchzusetzen.
Den ideologischen Vätern dieser Politik könnte das Schicksal Israels nicht
gleichgültiger sein. Dient es dazu, den permanenten Konflikt zwischen
Amerikas potentiellen geopolitischen Konkurrenten sicherzustellen, dann ist
es ihnen nur recht, wenn sich Israel auf den Weg kollektiven Selbstmords
begibt. Zum Glück gibt es Widerstände gegen eine solche Politik -- nicht nur
in Deutschland, sondern auch in Amerika und Israel.
Zu jedem Krieg gehört Kriegspropaganda, und wenn es Widerstände gegen den
Beginn des Krieges gibt, dann gibt es besonders viel Propaganda. Auf der
Mai-Konferenz wurde offenbar den Berliner "Antideutschen" das Hirn so heiß
geredet, daß sie ihre Aggressionen vier Wochen später an einem Büchertisch
der BüSo abreagierten. Frage an Christof Müller und Sarah Postone: Wird der
schwarze Block nun auch gegen Attac-Infostände mobil gemacht?
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Hartmann