Eine Antwort von Rüdiger Heescher/attac
Nach diesen Ausführungen kann ich verstehen, dass man nur noch in Kategorien
von Verschwörungstheorien denken kann. Ich bin ja selber nicht gefeit davor
in einzelnen Fällen an Verschwörung zu glauben und glaube auch an
Verschwörungen, die es gegeben hat, aber bei so vielen Einzelverschwörungen
und Interpretationen von Fakten muss ich einfach sagen:
Soviel Verschwörung gegen einen einzelnen Mann kann es gar nicht geben. Ein
einzelner Mann oder auch nur eine kleine Promille Bewegung kann es gar nicht
wert sein einen solchen Aufwand zu betreiben. Selbst wenn La Rouche
irgendetwas aufgedeckt haben sollte, dann wäre das gerade in der
amerikanischen Presse total untergegangen und kein Schwanz hätte sich dafür
interssiert. Das weiss auch das Pentagon und CIA und und und. Von daher ist
alles was Alexander hier geschwafelt hat ziemlich unerheblich.
Mich interessiert nur was z.B. andere Bewegungen über Büso denken. Znet bzw.
Michael Albert ist nicht der Meinung, dass Büso eine tolle linke Bewegung
ist sondern stimmt mit den Ausführungen von IDGR überein. Auch WDR
Redaktionen sind der Auffassung des IDGR.
Zum anderen noch etwas zu den Grünen und Büso. Damals gab es handfeste
Bedrohungen von Seiten Büsos. Das war nicht nur alleine das blutdurchtränkte
T-Shirt. Es waren auch telefonische Bedrohungen von Büso Anhängern die nach
dem Leben von Petra Kelly trachteten. Das blutdurchtränkte T-Shirt wird nun
als etwas interpretiert, was es gar nicht war. Es war ganz eindeutig eine
Morddrohung!!! Wer jetzt Jahrzehnte danach versucht die Geschichte wieder
umzuschreiben, der hat sein Gehirn durch den Fleischwolf gequirlt.
Die Auslegung eine technikfeindlichkeit, sowie braune Einzelpersonen in den
Reihen der Grünen Ende 70er Anfang 80er wäre ein Grund für die Aktion
gewesen, kann nicht ganz dicht sein. Technikfeindlichkeit bezog sich bei
Büso ausschliesslich auf die Abschaltung der Atomkraftwerke und
Nuklearraketen (PershingII) Wer soetwas haben will und dann davon spricht,
dass die dritte Welt auch Atomkraftwerke haben muss, damit sie mit der 1.
Welt gleichziehen kann, der hat von linker ökologischer, pazifistischer
Politik sowieso nichts verstanden und ist dem linken Lager sowieso nicht
zuzurechnen.
Wenn Technischer Fortschritt für Büso nachwievor Atomenergie heisst, dann
brauchen wir uns sowieso nicht unterhalten.
Zum Vorwurf an die Grünen, Braune Mitglieder gehabt zu haben und deswegen
auch noch Petra Kelly dafür mit einem Mord zu drohen ist das ja wohl das
dollste was ich je gehört habe. Petra Kelly selbst stand bestimmt nicht für
braunes Gedankengut. Wenn ein Alfred Mechtersheimer gemeint ist als braunes
Mitgleid damals dann stimme ich dem zu. Das war eine Einzelperson, die sich
bei den Grünen verirrt hatte oder wie man es gerade auslegen will. Du
würdest wahrscheinlich von Verschwörung und Unterwanderung sprechen. Aber
bei den anderen wie Schily sowenig ich den auch abkann kann man bestimmt
nicht von braun sprechen. Er ist zwar schon immer fehl am Platze bei den
Grünen gewesen, aber war bestimmt nicht braun. Im übrigen hättest Du ja auch
noch Daniel Cohn Bendit aufführen können. Er hatte damals in Konkret darüber
geschrieben in einem Interview, ob es möglich wäre mit den Rechtsextremen
ins Gespräch zu kommen. Damals gab es mal eine Phase, wo sich Leute wie
Daniel Cohn Bendit (jüdischer Abstammung) in der Öffentlichkeit dazu
geäussert haben, ob es möglich wäre in den Dialog mit Rechtsextremen zu
kommen und ob es eine Zusammenarbeit geben könnte. Das hat sich aber schnell
wieder erledigt. Es gab mal eine solche Zeit, wie auch heute bei anderen in
Attac schon mal darüber nachgedacht wurde und wird, wo sich dann solche wie
Anhänger von Büso und der NPD wieder Hoffnung machen bei Attac mitmachen zu
können. Aber wehret den Anfängen!
Übrigens habe ich gerade von Attac Schweiz in diesem Zusammenhang erfahren,
dass Büso in Frankreich Artikel veröffentlicht und den Anschein gibt Teil
von Attac Frankreich zu sein. Das kann es ja wohl nicht sein oder? Mir ist
jedenfalls nicht bekannt, dass Büso Mitglied ist von attac und wäre auch
strikt dagegen.
So und nun zu dem Hauptvorwurf gegenüber Büso:
Es gibt eine antisemitische Komponente bei Büso. Die jüdische
Weltverschwörung ist bei Büso ganz offensichtlich. Jeder weiss, dass ich mit
dem Regieme in Israel auch nicht einverstanden bin und selber hart gegen
Israelische Politik ins Gericht gehe. Aber bei Büso ist das anders. Büso
sieht schon immer die jüdische Weltverschwörung und beruft sich sogar auf
geschichtliche Interpretationen der NPD von vor dem ersten Weltkrieg. Horst
Mahler hat Euch wahrscheinlich schon Vorträge halten können über die
jüdische Weltverschwörung.
Es gibt sicherlich gerade in den USA auch in linken Kreisen eine
antisemitische jüdische Weltverschwörung und kenne dieses auch von einigen
Äusserungen auf Friedenskongressen in den USA in Bezug auf "Lieberman" bei
den Demokraten usw. Aber wir sind hier in Deutschland und haben andere
Erfahrungen. Wir haben, zumindest im Westen Deutschland, eine geschichtliche
Aufbereitung der Nazizeit genossen, die die Amerikaner in keinster Weise
kennen. Dort gibt es immer noch Regionen wo die Schüler glauben, dass nicht
Kanzler Schröder sondern immer noch Kanzler Hitler in Deutschland regiert.
Die Amis finden Deutsche gerade aufgrund ihrer Nazivergangenheit richtig
toll und sehen selbst in "langhaarigen Bombenlegern" wie mir (Gleich um es
vorweg zunehmen: ich bin kein Bombenleger, aber damals 60er,70er und 80er
Jahre wurden alle langhaarigen als potentielle RAF Terroristen angesehen), ,
besonders wenn man noch blond und blauäugig ist, eine genetische Inkarnation
von dem typischen Deutschen, die in der Nazi Zeit für die Amis ihren
Höhepunkt in der Geschichte hatten. So sind die Amis nun mal und es wird
immer schlimmer gerade auch durch die Shooter Videospiele, in denen die
Nazis jetzt die Guten sind und die Latinos oder Araber jetzt die Bösen.
Eine Geschichtliche Verklärung der Nazizeit setzt sich in Amiland immer mehr
durch und macht sogar bei linken nicht halt. Wir in Europa wissen es aber
besser!!!
Also versucht bitte nicht mit dem Nazidreck aus Amiland auch noch unsere
Köpfe waschen zu wollen. Der Osten Deutschlands ist leider sehr dafür
empfänglich, aber im Westen werdet ihr bestimmt keine Chance haben.
so das wars
gruss an alle
Rüdiger
am 17.10.2002 15:27 Uhr schrieb Alexander Hartmann unter hartmann@eirna.com:
> Liebe Attacies,
>
> da ich die ewige Wiederholung des Unsinns über die BüSo nicht
> unwidersprochen lassen kann, da unter den Lesern auch Leute sein könnten,
> die durch diesen Unsinn verwirrt werden könnten, hier einige Antworten, die
> ich vor zwei Monaten im Rahmen einer ähnlichen Diskussion auf dem Forum von
> Attac Frankfurt formuliert habe. Das ganze ist zwar ziemlich lang, aber es
> galt (und gilt) auch ziemlich viel Blödsinn zu beantworten; ich bitte dafür
> um Verständnis. Andererseits dürfte manchen interessieren, mit welchen
> Methoden die Kriegspartei in den USA gegen ihre Gegner vorgeht; dabei ist
> die Verbreitung von Unwahrheiten über ihre Gegner, die dann von mehr oder
> weniger wohlmeinenden Menschen weitergegeben werden, noch die harmloseste.
>
> Merke: Das Internet ist eine große Grube, auf der jedermann ziemlich
> ungestraft seinen Müll deponieren kann. Bevor man jedoch "Herr Lehrer, ich
> weiß' was!" ruft, sollte man sich vergewissern, ob die Quelle aus der man
> schöpft, nicht mit Fäkalien verunreinigt ist.
>
> Mit freundlichen Grüßen, auch an Rüdiger Heescher, Kai Jelinek und Dirk
> Sonntag
> Alexander Hartmann
>
> ----- Original Message -----
> From: Alexander Hartmann
> To:
> Sent: Saturday, August 17, 2002 3:12 PM
> Subject: Re: [Attac-f] BüSo=rechtsradikal + antisemitisch!
>
>
> Liebe Attacies,
>
> Christof Müller hat hier die Meinung vertreten, die BüSo sei rechtsradikal,
> antisemitisch, rassistisch etc., und berief sich dabei auf einen Aufsatz von
> Julika Bürgin -- den er gleich mitschickte -- in dem solcher Unsinn
> vertreten wurde. Abgesehen davon, daß ich diese Debatte hier eigentlich als
> abgeschlossen betrachtete und sie nicht unbedingt wieder aufgreifen
> möchte -- fragt doch mal bei deren Lebensgefährten Angelo Lucifero nach,
> wieviel ihn das Gerichtsverfahren gekostet hat, in dem ihm die Verbreitung
> ähnlichen Unsinns gerichtlich untersagt und Widerruf angeordnet wurde -- was
> er dann auch getan hat (Siehe hierzu:
> http://www.bueso.de/seiten/medien/0203.htm). Wir haben ihn nicht wegen
> Beleidigung verklagt -- da ist unser Fell relativ dick -- sondern wegen
> Verbreitung unwahrer Behauptungen. Wir haben recht bekommen, Lucifero hat
> widerufen. Merke: Nicht alles, was die "Anti"-Fa verbreitet, entspricht der
> Wahrheit.
>
> Unser Vorwurf gegenüber Petra Kelly und den Grünen, sie sei Führerin der
> "westdeutschen faschistischen grünen Partei", beruhte auf der Tatsache, daß
> es
> 1. bei den Grünen (damals zumindestens) offensichtliche "Blut- und
> Boden"-Tendenzen gab -- man denke z.B. an Rainer Langhans, der auf einem
> Parteitag der Grünen vom "Braun-grünen Ring der Kraft" faselte; später wurde
> ja ein ganzer Landesverband der Grünen wegen "brauner Unterwanderung"
> ausgeschlossen; andere, wie Alfred Mechtersheimer oder Otto Schily sind von
> selbst nach rechts gewandert.
> 2. aus dem grünen Lager mit offenkundiger Tolerierung durch die
> Parteiführung Gewalt gegen politische Gegner -- wie z.B. die EAP -- und zur
> Durchsetzung politischer Forderungen gegen die demokratischen Institutionen
> (Z.B. an der Frankfurter Startbahn oder in Wackersdorf) ausgeübt wurde; wenn
> ein Infostand zertrümmert wird, dann sind das meiner Meinung nach
> SA-Methoden, wenn Christof Müller das anders sieht, ist das seine Sache.
> 3. daß das Programm der Grünen darauf hinauslief, daß den
> Entwicklungsländern der Zugang zu Technologien, mit denen das Elend in
> diesen Ländern behoben werden könnte, ausdrücklich verweigert wurde.
> Stattdessen wurde von angeblicher "Überbevölkerung" geredet. Wir haben das
> Argument, Länder der "dritten Welt" bräuchten "angepaßte" (lies:
> ineffiziente) Technologien, immer als imgrunde rassistisch betrachtet --
> nicht zuletzt weil sie mörderische Konsequenzen hat: Die Unterentwicklung
> kostet täglich rund 30000-50000 Menschen das Leben.
> 4. Die Technikfeindlichkeit der grünen Bewegung, die inzwischen einen
> Großteil unserer Gesellschaft charakterisiert, hat dazu geführt, daß
> zahlreiche Arbeitsplätze in Länder der sogenannten "dritten Welt" verlegt
> wurden -- was wegen des dramatisch erhöhten Transportaufwandes selbst dann,
> wenn die Produktion in diesen Ländern auf dem gleichen technologischen
> Niveau stattfindet, ökologischer Raubbau ist! (Ich bin überzeugt, daß die
> Ökobilanz der grünen Bewegung negativ ist!) Da die Industriegesellschaften
> sich diese Importe nicht durch eigene Exporte finanzieren konnten, war dies
> Auslöser zweier Entwicklungen: Einerseits zwang es die Industrienationen,
> auf nichtproduzierende Weise das für die Importe aus der "dritten Welt"
> benötigte Geld zu "erwirtschaften" -- man setzte zunehmend auf
> Finanzspekulationen. Und zweitens sorgte man mittels finanzieller
> Manipulationen,. nicht zuletzt durch den IWF, dafür, daß die "dritte Welt"
> ihre Exporte in die Industrienationen letzendlich selbst bezahlten: die
> "dritte Welt" wurde also mit immer brutaleren Mittel geplündert. Diese
> Entwicklung war in den siebziger Jahren bereits angedeutet, und die Grünen
> waren der politische Rammbock, mit dem der letzte Widerstand gegen eine
> solche Politik gebrochen wurden. Wir haben uns gegen diesen Trend gewehrt,
> weil wir kommen sahen, was kam -- und haben wir nicht recht behalten?
> 4. Wie haben tatsächlich bei zahlreichen Gelegenheiten Petra Kelly auf die
> mörderischen Konsequenzen dieser grünen Politik hingewiesen -- teilweise
> auch in drastischer Form, wie z.B. durch das in dem Artikel erwähnte
> Überreichen eines blutgetränkten Hemdes. Ich halte das für legitim
> (jedenfalls für legitimer als das Zertümmern eines Infostandes) Das dies
> Petra Kelly (und anderen) nicht gefallen hat, kann ich mir vorstellen --
> aber darin eine Bedrohung Petra Kellys zu sehen, war durch den Kontext
> völlig ausgeschlossen. Wir hatten die Hoffnung, sie mit der Aktion zum
> Nachdenken und zur Änderung ihrer Politik zu bewegen -- leider ohne Erfolg.
> 5. Am abenteuerlichsten in dem von Christof Müller hier "ausgehängten"
> Artikel von Julika Bürgin ist wohl die Behauptung, Angriffe auf die
> britische Politik seien eigentlich versteckte Angriffe auf "die Juden". Wenn
> man solche Verdrehungen braucht, um ein Argument zu konstruieren, die BüSo
> sei antisemitisch, dann fehlt es offensichtlich an besseren Belegen. Man
> lese Prinz Philips Äußerung, er wolle als tödliches Virus wiedergeboren
> werden, um das Problem der Überbevölkerung zu lösen, sehe es im Kontext der
> Krise in Afrika (z.B. AIDS), nehme die Entwicklungsverweigerungspolitik des
> jahrzehntelang von Prinz Philip geleiteten WWF und diverse peinliche
> Bemerkungen Prinz Philips hinzu -- da hat man wohl Grund genug, diese
> Politik zu verurteilen, ohne irgendwelche "Juden" ins Spiel bringen zu
> müssen.
> 6. Interessant ist auch, daß Lucifero und Bürgin seit Jahren engstens mit
> dem thüringischen Landtagsabgeordneten Steffen Dittes zusammenarbeiten, der
> großen Ärger mit seiner Partei -- der PDS! -- bekommen hat, als er eine Demo
> unter dem Motto "Es gibt 1000 gute Gründe, Deutschland zu hassen" angemeldet
> hatte. Und was von der selbsternannten "antideutschen" Bewegung zu halten
> ist, dürfte nach meinem letzten Beitrag, auf den Christof Müller reagierte,
> deutlich sein. Was immer die persönlichen Motive ihrer Aktiven im einzelnen
> sein mögen, sie befinden sich damit nicht nur auf einer Linie mit Thatcher,
> Ridley, Perle und anderen Kriegstreibern, sie nützen diesen Kreisen auch
> dabei, ihre Ziele durchzusetzen.
>
>
> Mit freundlichen Grüßen
>
> Alexander Hartmann
> -------------------------
> Christof Müller schrieb:
>
>> jaja, die armen unschuldigen büsos die von dunklen
>> kräften verfolgt und diffamiert werden...
>> ich fordere den sofortigen rausschmiss aller
>> BüSo-mitglieder aus attac sowie deren entfernung von
>> sämtlichen attac-mailinglisten.
>> keine toleranz für antisemitinnen!
>
> Da Sie den Nachweis unseres angeblichen "Antisemitismus" immer noch schuldig
> bleiben, sehe ich in diesem Fall auch keine Berechtigung dieser Forderung.
>
>> ...Im April 1989
>> wird er wegen Kreditbetrug zu einer langjährigen
>> Freiheitstrafe verurteilt, später von der US-Regierung
>> des Spendenbetrugs überführt.
>
> Ich wußte gar nicht, daß die Antifa so großes Vertrauen in die US-Justiz
> hat. :) Das Verfahren war so offenkundig widerrechtlich, daß über 1000
> prominente Juristen offiziell gegen dagegen protestiert haben. Ein erster
> Prozeß in Boston gegen LaRouche wurde abgebrochen, nachdem sich
> herausgestellt hatte, daß Oliver Norths Iran-Contra-Truppe einige Leute in
> die LaRouche-Organisation infiltriert hatte, mit dem Ziel, den Anlaß für ein
> solches Strafverfahren zu schaffen, mit dem man LaRouche politisch aus dem
> Wege räumen könnte, und der Richter in diesem Zusammenhang eine Durchsuchung
> des Büros des damaligen Vizepräsidenten George H.W. Bush anordnete: Da
> beantragte die Staatsanwaltschaft ganz schnell den Abbruch des Verfahrens,
> angeblich, weil der Prozeß (weil er sich in die Länge zog) zu einer zu
> großen Belastung für die Jury würde. Diese Jury erklärte nach dem Abbruch,
> sie hätte LaRouche einstimmig freigesprochen, weil sie den Eindruck gewonnen
> hatte, daß etwaige Rechtsbrüche eher auf das Konto der amerikanischen
> Behörden als auf das Konto LaRouches gingen. Der Vorwurf des Spendenbetrugs
> wurde nicht wieder erhoben.
>
> Der Prozeß wurde dann mit neuen Vorwürfen in Alexandria (Nord-Virnigia) neu
> aufgerollt, wo die Verwaltungen von Pentagon und CIA sitzen. Die Folge war,
> daß die Hälfte der Jury direkt bei der Regierung arbeitete, der Vorsitzende
> der Jury ein hoher Beamter des Landwirtschaftsministeriums, der im Falle
> eines Notstandes zu den 100 handverlesenen Bürokraten der "Notregierung"
> gehören. Die Versuche, eine weniger voreingenommene Jury durchzusetzen,
> wurden vom Richter abgeblockt. Dieser Richter war, bevor er Richter wurde,
> Justiziar der größten Waffenhandelsfirma Amerikas, und er hat systematisch
> alle Versuche der Verteidigung unterbunden, die rechtswidrigen Maßnahmen des
> Justizapparats zur Sprache zu bringen. Kurz gefaßt lief das Verfahren so:
>
> -- NBC brachte eine verleumderische Sendung über LaRouche, nachdem zwei
> seiner Anhänger 1986 Vorwahlen der Demokratischen Partei in Illinois (für
> den Posten des Vizegouverneurs und des Landesinnenministers) gewonnen
> hatten.
> -- LaRouche reichte Schadensersatzklage gegen NBC ein, wegen Rufschädigung.
> -- NBC reichte Gegenklage ein, wegen Geschäftsschädigung.
> -- Aufgrund nachweislich falscher Aussagen seiner Mitarbeiter gewinnt NBC
> den Prozeß.
>
> [[[[ Kleine aktuelle Ergänzung: Es ging hier um die (abgestrittene, aber
> nachweisbare) Teilnahme von NBC-Journalisten an einem Treffen in der New
> Yorker Wohnung des Investment-Bankers John Train, bei dem eine systematische
> Verleumdungskampagne in den US- Medien geplant wurde, die den Vorwand für
> die juristische Hexenjagd auf LaRouche liefern sollte. An diesem Treffen
> nahmen u.a. auch Dennis King und Chip Berlet teil, der in einer der
> einschlägigen "Informationsseiten" über LaRouche als Verfasser genannt ist,
> sowie Mira Landsky-Boland, die als ehemalige Assistetin der "grauen Eminenz"
> des Pentagon, Andy Marshall, und über die Firma ihres Ehemanns engstens mit
> der Washingtoner Kriegspartei verbunden ist und später inoffizelle
> Koordinatorin der juristischen Schachzüge war, mit denen laRouche
> schließlich hinter Gitter gebracht wurde. ]]]]
>
> LaRouche soll mehrere Millionen Dollar zahlen, die er nicht hat.
> -- LaRouche erklärt sich für zahlungsunfähig.
> -- Daraufhin wird die "Sektentheorie" erfunden: LaRouche sei ein
> Sektenführer und verfüge damit über das Vermögen seiner Anhänger. Folglich
> sei LaRouche zahlungsfähig, man müsse das Geld nur bei seinen Unterstützern
> holen. Daraufhin verlangte das Gericht, die Kundenlisten eines
> Zeitungsverlags, eines Zeitungsvertriebs und einer wissenschaftlichen
> Stiftung auszuliefern, damit das NBC "zustehende" Geld bei diesen
> "Unterstützern" von LaRouche sichergestellt werden könne.
> -- Dies wird von den Firmen mit dem Hinweis auf die politische
> Vereinigungsfreiheit abgelehnt.
> -- Das Gericht verhängt deswegen ein Strafgeld von 10000 $ pro Tag gegen
> jede der drei Firmen, um die Auslieferung der Kundenlisten zu erzwingen.
> -- Hiergegen legen die Firmen Widerspruch ein.
> -- Als diese Beträge sich inclusive der Gerichtskosten auf rund 20 Mio.$
> addiert haben, beantragt die Staatsanwaltschaft die Beschlagnahmung der
> Firmen - um das Geld "sicherzustellen", obwohl die Forderung noch gar nicht
> rechtkräftig ist, und da die Firmen sich weigern, sozusamen "im voraus" zu
> zahlen, beantragt die Staatsanwaltschaft einen Zwangskonkurs. Dieser wird
> vom Gericht bewilligt, obwohl drei verschiedene Gläubiger dies gemeinsam tun
> müssen, und hier nur ein Antragsteller vorhanden war, und dieses Verfahren
> für wissenschaftliche Stiftungen sowieso nicht zulässig ist. Dieser
> Zwangskonkursantrag wird in späterer Instanz für rechtwidrig erklärt. Der
> Richter sagte bei dieser Gelegenheit, die Staatsanwälte hätten das Gericht
> betrogen.
> -- Der rechtswidrig eingesetzte Konkursverwalter schließt die Firmen sofort.
> Es ist das erstemal seit mehr als 100 Jahren, daß die US-Regierung die
> Einstellung einer Zeitung verfügt.
> -- Natürlich stellen die drei Firmen wegen des Konkurses alle Zahlungen ein,
> hiervon sind auch Kreditrückzahlungen betroffen.
> -- Die Staatsanwaltschaft beantragt in Alexandria ein neues Verfahren gegen
> LaRouche - wegen Konkursbetrug. Die von der Regierung bewirkte Einstellung
> der Zahlungen wird nun LaRouche angelastet: Er habe nie vorgehabt, diese
> Kredite jemals zurückzuzahlen. Die Tatsache, daß die Kredite zuvor bedient
> worden waren, sei ein beleg dafür, daß wir die Kreditgeber arglistig
> getäuscht hätten. Die Tatsache, daß die Regierung selbst die Rückzahlung der
> Kredite unterbunden hatte, durfte von den Angeklagten nicht erwähnt werden,
> "weil es nicht zur Sache gehört, und die Jury nur irritieren würde."
> -- LaRouche wurde dann als "Kopf der Verschwörung" verurteilt -- obwohl er
> in keiner der betroffenen Firmen Geschäftsführer war, und ihm persönlich
> deshalb auch kein Rechtsbruch vorgeworfen werden konnte. Der
> "Sekten"-Vorwurf ist somit ein Konstrukt, das dazu diente, die Verurteilung
> von LaRouche zu ermöglichen -- eine ganz offizielle Verschwörungstheorie.
>
> Noch Fragen? Die Tatsache, daß LaRouche in dieser Weise vom Justizapparat
> der USA verfolgt wurde, hat viele Leute im Bereich der amerikanischen
> Bürgerrechtsbewegung - und im ehemaligen Ostblock - dazu gebracht, ihre
> durch die umlaufenden Verleumdungen geprägte negative Einstellung gegenüber
> LaRouche zu überdenken, und seither mit LaRouche zusammenzuarbeiten, wie
> Bevel, Amelia Boynton-Robinson oder der prominente Anwalt Chestnut.
>
>> Zur LaRouche-Delegation
>> gehörte auch Roy Frankenhauser, "Grand Dragon" des Ku
>> Klux Klan in Philadelphia und 1983 beim
>> Sicherheitsdienst von LaRouche beschäftigt.
>
> Roy Frankenhauser war Mitarbeiter des Personenschutzes von LaRouche. Er
> gehörte, wie wir später herausfanden, zu jenen Leuten, die im Auftrag des
> Iran-Contra-Nertzwerks in unsere Organisation eingeschleust wurden, was in
> Boston gerichtsnotorisch wurde und durch Regierungsdokumente gut belegt ist.
> Daß er auch beim Ku-Klux-Klan aktiv war, haben wir erst später erfahren.
> Frankenhauser diente offensichtlich als agent provocateur, der unsere
> Mitglieder zu illegalen Aktivitäten verleiten sollte - was ihm nicht
> gelungen ist. Hinterher (im Bostoner Verfahren) sollte LaRouche dann ein
> Strick daraus gedreht werden, daß Frankenhauser (!) diese Vorschläge gemacht
> hatte - und das war, wie gesagt, für die Bostoner Jury nicht sehr
> überzeugend. Im Verfahren in Alexandria wurden diese Vorwürfe auch nicht
> mehr berührt - die Regierung hatte wohl aus dem Scheitern des Bostoner
> Verfahrens gelernt.
>
>> ... Seit Anfang der 90er Jahre gibt es Bemühungen,
>> Kontakte mit nationalistischen Kräften in Rußland
>> aufzunehmen.
>
> Wenn Sergej Glasjew, der das Wirtschaftprogramm der KP mitverfaßte und
> LaRouche einlud, seine Ideen in Moskau vorzutragen, ein Buch über den
> "Genozid" verfaßt, den die "Reformen" in Rußland eingeleitet haben, so ist
> er deshalb noch kein Nationalist. Immerhin ist die durchschnittliche
> Lebenserwartung der russischen Männer seit 1989 um volle 10 Jahre gesunken!
>
>> Die Zeitschrift CODE des Ekkehard
>> Franke-Gricksch gerät 1995 unter den massiven Einfluss
>> von LaRouche.
>
> .... und wurde eingestellt, da wir ihm das permanente Abschreiben
> untersagten, weil uns die engstirnige Art, wie er die von uns stammenden
> Informationen interpretierte, nicht gefiel.
>
>> Nach Meinung von US-Sicherheitsexperten hat das ICLC
>> den besten privaten Nachrichtendienst der Welt und
>> arbeitet eng mit staatlichen Diensten zusammen.
>> William Colby, ehemals Direktor des CIA, ist der
>> Meinung, dass das LaRouche-Komitee zu 80 Prozent aus
>> ehemaligen CIA- und FBI-Leuten besteht.
>
> Wenn wirklich 80% des LaRouche-Komitees für FBI oder CIA gearbeitet hätten,
> sähe das Establishment wohl kaum die Notwendigkeit, LaRouche durch
> juristische und andere Verfahren mundtot zu machen. Auch hier ist doch
> auffällig, wie sehr man hier auf einmal den Äußerungen eines CIA-Chefs
> glaubt!?
>
>> Den marginalen
>> Wahlergebnissen, die die Parteien erreichen, steht ein
>> finanzkräftiges Unternehmen gegenüber mit einem
>> effektiven Propagandaapparat. Woher die Gelder kommen,
>> liegt völlig im Dunkeln.
>
> LaRouche hat bei den Vorwahlen der Demokratischen Partei sehr häufig
> zweistellige Ergebnisse erreicht. Erst vor wenigen Wochen gewann ein
> LaRouche-Anhänger die Vorwahl seines Wahlkreises für den Landessenat in
> Michigan (mit 61%), ein weiterer kam auf fast 48% bei der Vorwahl für den
> Landtag. Unsere Anhängerzahl ist also keineswegs so klein, wie man es hier
> darstellen will. Dem entsprechen auch die Ergebnisse beim Sammeln von
> Wahlspenden, die nach amerikanischen Gesetzen in Beträgen von maximal 1000 $
> pro Person gesammelt werden dürfen, sehr genau dokumentiert werden müssen
> und von der Federal Election Commission veröffentlicht werden -- was daran
> so dunkel sein soll, ist mir schleierhaft. Auch die Finanzen der BüSo
> liegen, wie es das Parteiengesetz vorsieht, beim Präsidenten des Deutschen
> Bundestages auf und sind meines Wissens auch im Internet einsehbar.
>
>> ...Die
>> Programmatik der LaRouche-Organisationen ist
>> durchdrungen von
>> antisemitisch-verschwörungstheoretischem und
>> autoritärem Gedankengut.
>
> Hierfür steht, wie gesagt, der Beweis noch aus.
>
>> ...Auch die amerikanische Organisation
>> Anti-Defamation League (ADL), die rechtsextreme
>> Organisationen und antisemitische Vorfälle beobachtet,
>> wurde häufig verbal attackiert und sogar schon konkret
>> bedroht.
>
> Auch die ADL scheint der Meinung zu sein, daß jemand ein Anisemit ist,
> sobald sie es behauptet, und keine Notwendigkeit besteht, den
> Wahrheitsbeweis hierfür zu erbringen. Die ADL mußte übrigens vor wenigen
> Wochen ein hübsches Sümmchen Strafe zahlen, weil sie rechtswidrig
> Informationen über amerikanische Bürger sammelte, z.B. Gegner des
> Südafrikanischen Apartheid-Regimes, und diese Informationen an interessierte
> Geheimdienste weitergereicht hat. In einem Fall wurde eine der von der ADL
> ausgespähten Personen in Kalifornien durch eine Bombe umgebracht, und der
> ADL-Informant war im Besitz eines Lageplans des Büros, in dem die Bombe
> explodierte. Wer so etwas veröffentlicht, attackiert die ADL natürlich
> verbal, und wenn die ADL dann wegen solcher Dinge vor Gericht kommt, dann
> droht ihr konkret nicht nur eine Geldstrafe, sondern sogar Gefängnis. Diese
> Bedrohung hat sie aber durch "außergerichtlichen Vergleich" noch abwenden
> können.
>
>> Auch im Internet ist LaRouche seit vielen Jahren
>> vertreten. Die Artikel von seinen Webseiten wie auch
>> von den gedruckten Medien werden von seinen deutschen
>> Anhängern gerne kopiert und in einschlägigen Webforen
>> weiterverteilt. Gerade nach dem 11. September 2001
>> wurden die EIRNA-Artikel, die sich in
>> verschwörungstheoretischen Andeutungen ergingen, in
>> Windeseile verbreitet. Für die kommenden
>> Präsidentschaftswahlen will LaRouche wieder antreten.
>
> Herzlichen Dank für diesen Hinweis, ich hoffe, man nützt ihn, sich aus
> erster Hand über laRouche zu informieren:
> http://www.eirna.com
> Dann haben wir hoffentlich wieder Zeit für eine inhaltliche Diskussion. :)
>
> Mit freundlichen Grüßen
>
> Alexander Hartmann
> ---------------------
> Liebe Attacies,
>
> 1. auf attacmod-d gab es tatsächlich eine Diskussion über die BüSo -- deren
> Ergebnis es war, daß man meine Beiträge unzensiert läßt, weil ja jeder Leser
> erwachsen genug ist, sich seine Einschätzung selbst zu bilden. Auch einige
> Teilnehmer, die mit der BüSo "nichts am Hut" haben, haben sich den penetrant
> bevormundenden Stil einiger BüSo-Gegner energisch verbeten.
>
> 2. Seit dieser Diskussion ist es allen Teilnehmern auf attacmod-d bekannt,
> daß ich -- Alexander Hartmann -- Anhänger von BüSo und LaRouche bin.
>
> 3. Allerdings dürften im Lauf der Diskussion auf attacmod-d, an der ich mich
> regelmäßig beteilige, etliche Leute erkannt haben, daß die Vorwürfe, die
> BüSo sei rechtsextrem, völlig absurd sind -- auch wenn in etlichen
> einschlägigen Schriften solcher Blödsinn kolportiert wird (wie z.B. in dem
> von Christof Müller zitierten Handbuch Rechtsextremismus) -- in der Regel
> wird dieser Unsinn einfach von einer Quelle zur nächsten weiterzitiert, ohne
> zu recherchieren, was den die ursprüngliche Quelle dieser Behauptungen ist.
>
> Auf der BüSo-Homepage (www.bueso.de) findet man ein Beispiel, wie ein Zitat
> aus einer Rede, in der LaRouche vor den amerikanischen Faschisten um William
> Yandell Elliott gewarnt hat, offensichtlich vorsätzlich so verdreht hat, daß
> LaRouche als jemand dastand, der gesagt habe, man müsse Faschist sein.
> Dieses Zitat findet sich in fast allen Aufsatzsammlungen über den
> angeblichen Faschisten LaRouche wieder. Die wenigsten kennen die Quelle, und
> noch weniger Leute wissen, daß dieses Buch von Dennis King -- wie er selbst
> im Vorwort dankend anerkennt -- von der R. Smith Richardson-Foundation
> finanziert wurde. Es gibt in Amerika fast kein wichtiges RECHTSEXTREMES
> Projekt, was nicht von der R. Smith Richardson-Stiftung finanziert wird! Der
> Autor King schrieb ursprünglich für das Magazin "High Times", das sich für
> die Freigabe von Marijuana und Haschisch einsetzte, und von dem
> amerikanischen RECHTSEXTREMISTEN William F. Buckley unterstützt wurde (oder
> wird?). Eine zentrale Rolle bei diesen Propaganda-Operationen gegen LaRouche
> spielte auch der New Yorker Anwalt Roy Cohn, der in Buckleys New York
> Conservative Party eine wichtige Rolle spielte, Cohn war in den fünfziger
> Jahren Assistent von niemand anderem als dem berüchtigten Senator Joe
> McCarthy.... Es ist eine kleine Welt.
>
> 4. Wenn, wie im Handbuch behautet, "...die rechtsradikalen haltungen und
> ziele... sich erst als konsequenz der formulierten geistigen grundlagen"
> entschlüsseln, so bitte ich jeden, sich unser Programm genau anzuschauen,
> weil man dann sehr leicht erkennt, was für ein Unsinn diese Behauptung ist.
>
> 5. Wenn Christof Müller schreibt, ich hätte über eine "Zusammenarbeit von
> Antideutschen und CIA" geschrieben, so sollte er sich meine Beträge zu dem
> Thema noch einmal durchlesen -- da ist nämlich von CIA nicht die Rede. Ich
> spreche vom American Enterprise Institute, von der Hudson-Foundation, vom
> Defense Policy Board, vom Aspen-Institut, vom Middle East Media Research
> Institute, von Jeffrey Gedmin, Richard Perle, David und Meyrav Wurmser, von
> Götz Nordbruch und Jungle World, von Margaret Thatcher, Nicholas Ridley und
> der RAF, und den seltsamen inhaltlichen Übereinstimmungen und einer
> allerdings in manchen Fällen -- siehe Nordbruch/MEMRI nachweisbaren
> Zusammenarbeit zwischen Rechtsextremen und Linksextremen, die sich
> offensichtlich gegen diejenigen richtet, die einen Frieden im Nahen Osten
> auch gegen Scharon -- aber auch für Israel -- durchsetzen wollen. Es handelt
> sich hier nicht um eine "Verschwörungstheorie, sondern um eine dokumentierte
> Zusammenarbeit. Das ist ja wohl ein Unterschied.
>
> Vielleicht meint Christof Müller ja, hinter MEMRI, DPB, AEI etc.stünde die
> CIA -- das erinnert mich an manche andere, die hinter jedem Baum eine
> Verschwörung von Freimaurern oder Juden sehen. Ich habe im Anhang den
> Beitrag von mir, den Christof Müller hier angreift, noch einmal angehängt,
> da könnt ihr ja selbst sehen, warum er sich so aufregt -- getroffene Hunde
> bellen eben:
>
>
> Mit freundlichen Grüßen
> Alexander Hartmann
> -------------------
> Liebe Attacies,
>
> da die meisten hier ja wohl gegen einen neuen Krieg im Nahen Osten sein
> dürften, was ich, wie inzwischen bekannt sein dürfte, hoffe, hier ein paar
> Informationen über massive Versuche seitens des rechtsextremen Lagers in den
> USA, die "Verbündeten auf Linie" zu bringen -- unter anderem durch
> Entsendung einiger Propaganda-Kader der neokonservativen amerikanischen
> Kriegstreiber nach Berlin.
>
> So hat beispielsweise das Aspen-Institut in Berlin, zuvor eher für
> "liberale" Aktivitüten bekannt, seit Dezember einen neuen Direktor: Jeffrey
> Gedmin. Gedmin ist einer der energischsten Vertreter des neuen
> amerikanischen Imperialismus; Seine Botschaft: "gebt euch drein -- wir
> fragen nicht nach eurer Meinung, wenn wir den Krieg anfangen, müßt ihr ja eh
> mitmachen. Also macht keinen Ärger..."
>
> Bevor er zum Aspen-Institut kam, war Gedmin Mitarbeiter des American
> Enterprise Institute (AEI), einer neokonservativen Denkfabrik in Washington.
> Von dort aus war er als Exekutivdirektor Mitstreiter Margaret Thatchers bei
> der New Atlantic Initiative, die sich massiv für die Ausweitung der NATO
> nach Osteuropa einsetzte.
>
> Das AEI ist derzeit auch Brötchengeber von Richard Perle, einem weiteren der
> Haupt-Kriegstreiber in den USA, neben Paul Wolfowitz und den Senatoren
> McCain und Lieberman, der als Chef des Defense Policy Board (DPB) den
> wichtigsten Beirat des Pentagon leitet -- und diese Position dazu benutzt,
> die Liste der "Feindstaaten" Amerikas ständig zu verlängern. Jüngstes
> Beispiel: Perle organisierte ein "Briefing" des DPB, bei dem gefordert
> wurde, Saudi-Arabien zum Feind zu erklären, seine Ölfelder zu besetzen,
> seine Finanzanlagen in Amerika zu konfiszieren und für die heiligen Stütten
> des Islam "andere Optionen zu suchen", wenn die Saudis nicht beim Krieg
> gegen Saddam mitmachen.
>
> Als Sprachrohr hierfür wählte Perle übrigens Laurent Muraviec, einen
> "Analysten" der Rand Corporation. Muraviec kenne ich recht gut -- er war 16
> Jahre lang in unserer Organisation aktiv; als LaRouche dann von der
> Bush-Reagan-Regierung ins Gefängnis geschoben wurde, hat sich Muraviec 1990
> verdünnisiert, nahm alles zurück und behauptet nun das Gegenteil. Muraviec
> hatte wohl Angst, es könnte ihm so ergehen wie meinem amerikanischen Freund
> Michael Billington, der "wegen fehlender Wertpapier-Maklerlizenz" beim
> Werben finanzieller Unterstützung für politische Aktivitäten zu 77 -- in
> Worten: siebenundsiebzig! -- Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Es ging um
> Kredite über rund 300000 Dollar, die Michael angeblich "illegal" vermittelt
> hatte. Diese Praxis ist im politischen Leben Amerikas gang und gebe, aber
> die Interpretation, daß solche Kredite als "Wertpapier" zu betrachten seien,
> wurde extra für diesen Fall erfunden, rückwirkend (!) angewendet -- und
> seither nie wieder. Die US-Justiz war eben schon vor Ashcrofts Zeiten
> erfinderisch.
>
> Tatsächlich hat Muraviec wohl schon 1986 "die Seite gewechselt", und
> sabotierte einige Aktivitäten der LaRouche-Bewegung "von innen heraus": So
> verhinderte er, daß eine Studie über Sharons Rolle in Israel verbreitet
> wurde. LaRouche hat sich seit 1975 dafür eingesetzt, daß Israelis und
> Palästinenser sich zunächst auf ein gemeinsames Programm der
> wirtschaftlichen Entwicklung der Region, und vor allem auf die Vergrößerung
> der Frischwasserversorgung durch Meerwasserentsalzung verständigen sollten.
> Erst auf dieser Grundlage werde eine politische Verständigung möglich -- und
> es war genau dieser Ansatz, der zwei Jahrzehnte später die Grundlage des
> Osloer Abkommens bildete.
>
> Davon distanzierte sich Muraviec nun. Sein nächster Arbeitgeber, die
> Schweizer Firma GEOPOL, geriet in Vergessenheit, nachdem ihr Präsident
> Pierre Hafner mehrere Monate wegen des dringenden Verdachts der Geldwäsche
> in Haft war. Partner des Unternehmens war Elisabeth Kopp, die als
> Justizministerin der Schweiz zurücktreten muáte, weil sie ihrem Mann
> "gesteckt" hatte, daß die Justiz gegen ihn ebenfalls wegen Finanzdelikten
> ermittelte. Ihr Cousin Fred Ikle war damals hoher Beamter des
> US-Verteidigungsministeriums, und hat sich seither offenbar um Muraviecs
> weitere "Versorgung" verdient gemacht.
>
> Aber zurück zum Thema: Ein weiterer Mitstreiter beim AEI ist David Wurmser,
> der dort die "Nahost"-Abteilung leitet. Wurmsers Ehefrau Meyrav Wurmser
> stammt aus Israel, wo sie in ihrer Doktorarbeit die abenteuerliche These
> vertrat, als Gegenmittel gegen den zunehmenden "Identitätsverlust"
> Israels -- vor allem durch die inwanderung vieler areligiös eingestellter
> Juden aus Rußland --müsse man die Ideologie von Wladimir Jabotinski
> wiederbeleben. Jabotinski betrachtet sich selbst als Faschist, und hätte in
> den dreißiger Jahren laut eigenem Bekunden gerne die Nazis unterstützt --
> wenn sie nur keine Antisemiten gewesen wären... Wenn Muraviec heute nach
> seinen Mentoren gefragt wird, nennt er Leon Poliakov -- der ebenfalls
> Jabotinski-Anhänger ist. Auch "Bibi" Netanyahu kommt aus der
> Jabotinski-Schule.
>
> Meyrav Wurmser gründete in Washington das Middle East Media Research
> Institute (MEMRI). MEMRI ist erklärtermaßen eine Propagandaeinrichtung. Die
> von dort verbreiteten Schauergeschichten sind etwa von der Qualität wie die
> Medienstory, bei der auf Initiative einer von Kuwait angeheuerten
> amerikanischen Werbeagentur die Tochter eines kuwaitischen Diplomaten als
> angebliche "Krankenschwester" auftrat und "berichtete", irakische Soldaten
> hätten kuwaitische Kinder aus den Brutkästen geholt und umgebracht.
> Inzwischen ist Meyrav Wurmser zum ebenfalls neokonservativen Hudson
> Institute gewechselt, wo sie heute für den Nahen Osten zuständig ist.
>
> Interessanterweise hat MEMRI im April ein Büro in Berlin eröffnet. Dieses
> Büro wird von Götz Nordbruch geleitet, der manchen hier vielleicht durch
> seine zahlreichen Beiträge im Berliner Szeneblatt "Jungle World" bekannt
> sein dürfte (u.a. verbreitete er dort die MEMRI-Story über die
> "palästinensischen Schulbücher"). MEMRI gibt nun die Linie aus, "wer gegen
> Sharon ist, ist gegen Israel -- also Antisemit" -- obwohl Sharon sicherlich
> derzeit sicherlich mehr für den wirtschaftlichen, militärischen und
> moralischen Untergang Israels tut als irgendjemand sonst. Nebenbei gesagt:
> Für etliche der amerikanischen Kriegstreiber dürfte genau dies das Motiv
> ihrer Unterstützung Sharons sein -- eben weil in diesen Kreisen
> Antisemitismus weit verbreitet ist!
>
> Im Mai fand dann an der Berliner Humboldt-Universität eine dreitägige
> Konferenz unter dem Motto "Es geht um Israel" statt, auf der exakt die
> MEMRI-Linie ausgegeben wurde -- und zwar von den "antideutschen"
> Kommunisten. Bei der Abschluß-Kundgebung, an der rund 500 "Antideutsche"
> teilnahmen, gab es Sprechchöre: "IDF in Ramallah -- das ist die Antifa".
> Bundespräsident Rau und UN-Generalsekretär Kofi Annan wurden verurteilt,
> weil sie die Demonstrationen gegen den Krieg in Palästina unterstützten.
>
> Während Gedmin die politische Ebene nur verbal unter Druck setzt (er tritt
> in Berlin weit stärker in Erscheinung als beispielsweise der amerikanische
> Botschafter, der sich in der öffentlichen Debatte diplomatisch zurückhält,
> weil er zu viel porzellan zerschlagen würde, träte er wie Gedmin auf.) und
> MEMRI Schauermärchen für die Bildzeitung verbreitet, um den Krieg
> vorzubereiten, spielen die "Antideutschen" lieber auch selbst Krieg: Anfang
> Juli zertrümmerten selbsternannte, maskierte "Antifaschisten" an der
> Berliner Humboldt-Universität in bester SA-Manier einen Infostand der
> "Bürgerrechtsbewegung Solidarität" -- die sich für einen Frieden im Nahen
> Osten einsetzt -- und bedrohten die anwesenden Mitglieder der BüSo.
>
> [[[[ Kleine aktuelle Ergänzung: zum Semesterbeginn wurde erneut ein
> Infostand der BüSo in Berlin, auf dem gegen den Irak-Krieg geworben wurde,
> "auseinandergenommen", diesmal an der Freien Uni. Wer die Geschichte der
> Weimarer Republik und ihres Untergangs kennt, der dürfte angesichts der
> Tatsache, daß hier wieder einmal inhaltliche Diskussionen über wesentliche
> Fragen der Politik mit Gewalt unterdrückt werden, ein äußerst unangenehmes
> "deja vu"-Erlebnis haben. ]]]]
>
> Solche interessanten Gleichklänge zwischen extrem rechts und extrem links
> gab es übrigens schon früher: Die Wortwahl des Thatcher'schen
> Handelsministers Ridley, der das wiederzuvereinigende Deutschland als
> "viertes Reich" bezeichnete, war identisch mit den Formulierungen im
> Bekennerschreiben der RAF nach dem Mord an Herrhausen.
>
> Ich denke, angesichts der Diskussion um angebliche "antisemitische"
> Tendenzen bei Attac dürften diese Verbindungen der angeblich "linken"
> "antideutschen" Szene zum rechtsextremen Lager der USA manchen hier
> interessieren. Es ist halt nicht alles Gold, was glänzt, und man erlebt im
> Leben so manche Enttäuschung -- wie wir mit Muraviec.
>
> Mit freundlichen Grüßen
>
> Alexander Hartmann
> ---------------------
> Liebe Attacies,
>
> der von Christof Müller veranlaßte Aufsatz von Sarah Postone -- deren
> Beiträge man sonst auf den einschlägigen Webseiten der "Antideutschen"
> findet - spricht für sich selbst: Attac wird hier "struktureller
> Antisemitismus" vorgeworfen, weil man jemandem die Teilnahme an der
> Diskussion nicht verwehrt, der eine Partei repräsentiert, die sich gegen
> einen Krieg wendet, der zur Zerstörung Israels führen würde.
> Diese Partei, fordert Müller, soll mundtot gemacht werden, man fordert
> ultimativ ihren Ausschluß aus der Diskussion.
>
> Der Umkehrschluß wäre, daß Christof Müller und Sarah Postone darauf
> hinwirken, daß eben dieser Krieg, der zur Vernichtung Israels führen würde,
> stattfindet. Wer ist hier dann der Antisemit? Aber vielleicht reagieren
> Christof Müller und Sarah Postone einfach nur so emotional, daß sie gar
> nicht mehr in der Lage sind, die Konsequenzen ihrer Forderungen zuende zu
> denken. Solche Personen sind dann natürlich leicht von interessierter Seite
> zu manipulieren.
>
> Wie ich in dem Diskussionsbeitrag, der C.M.s allergische Reaktion auslöste,
> dargestellt habe, gibt es engste Beziehungen zwischen den "Antideutschen"
> und den Kreisen in Amerika um Defense Policy Board-Chef Richard Perle, die
> Bush zum Einmarsch in den Irak bewegen wollen.
>
> Dies wird sich erneut Anfang September zeigen, wenn Jungle World und
> MEMRI-Berlin eine gemeinsame mehrtägige Konferenz an der Berliner TU
> veranstalten: MEMRI-Berlin ist ein im April gegründeter Ableger von
> MEMRI-Washington. Beides sind Propaganda-Instrumente der neokonservativen
> Kriegspartei in Washington. MEMRI-Gründerin Meyrav Wurmser ist eine erklärte
> Anhängerin des erklärten Faschisten Wladimir Jabotinski und Ehefrau des
> Perle-Kollegen David Wurmser (Perle und Wurmser arbeiten beide beim stark
> von Magaret Thatcher beeinflußten Amerikan Enterprise Institute, dem
> übrigens Jeffrey Gedmin angehörte, bevor er seinen Posten am Berliner
> Aspen-Institut bezog, um Deutschland auf Kriegskurs zu bringen); sie selbst
> arbeitet inzwischen beim Hudson-Institut, das sich ebenfalls für den
> Irak-Krieg (und die Besetzung saudischer Ölfelder in diesem Zusammenhang)
> einsetzt.
>
> Es geht diesen offensichtlich Kreisen darum, Amerika auf einen neoimperialen
> Kriegskurs zu bringen, der vor allem zwei Ziele hat:
> 1. kurzfristig den Rest der Welt so instabil zu machen, daß das Kapital der
> internationalen Investoren wieder nach Amerika fließt. Dies ist derzeit
> nicht der Fall, und deshalb steht Amerika vor dem Bankrott.
> 2. längerfristig einen langandauernden Konflikt auf dem eurasischen
> Kontinent zu schüren, der die Bildung einer Achse Paris-Berlin-Moskau-Peking
> (mit den ASEAN-Staaten, Iran, Indien und anderen als Bündnispartnern)
> verhindert, die zusammen durchaus in der Lage wären, eine gerechte neue
> Weltwirtschaftsordnung auch gegen den Widerstand der anglo-amerikanischen
> Bankrotteure durchzusetzen.
> Den ideologischen Vätern dieser Politik könnte das Schicksal Israels nicht
> gleichgültiger sein. Dient es dazu, den permanenten Konflikt zwischen
> Amerikas potentiellen geopolitischen Konkurrenten sicherzustellen, dann ist
> es ihnen nur recht, wenn sich Israel auf den Weg kollektiven Selbstmords
> begibt. Zum Glück gibt es Widerstände gegen eine solche Politik -- nicht nur
> in Deutschland, sondern auch in Amerika und Israel.
>
> Zu jedem Krieg gehört Kriegspropaganda, und wenn es Widerstände gegen den
> Beginn des Krieges gibt, dann gibt es besonders viel Propaganda. Auf der
> Mai-Konferenz wurde offenbar den Berliner "Antideutschen" das Hirn so heiß
> geredet, daß sie ihre Aggressionen vier Wochen später an einem Büchertisch
> der BüSo abreagierten. Frage an Christof Müller und Sarah Postone: Wird der
> schwarze Block nun auch gegen Attac-Infostände mobil gemacht?
>
> Mit freundlichen Grüßen
>
> Alexander Hartmann
>
>
> _______________________________________________
> Attacmod-d mailing list
> Attacmod-d@listen.attac-netzwerk.de
> http://listi.jpberlin.de/mailman/listinfo/attacmod-d
-----------------------
Rüdiger Heescher Bürgernetz "Regenbogen"
Hauptstr. 68 @-politische Informationsstelle
58452 Witten Postfach 1202
priv Tel: 02302/401427 49549 Ladbergen
Fax/Voice: 01212/510542029
attac Deutschland
url: http://www.attac-netzwerk.de
--
Ruediger Heescher
56 west 23rd street
New York City
New York 10025-7374
USA
German watch and Libertarian Municipalism
Posted by Astrid Haarland at Oktober 18, 2002 01:05 EM