Noch ein Marketing-Konzept einer Psycho-Gruppe, die firmiert unter
"Ein Kurs in Wundern"
Wenn man sich den Kurs von aussen betrachtet, gibt es keine Probleme. Die tauchen erst auf, wenn der Kurs als Einweihungsweg gewählt wird. Eine Grundübung besteht darin, die Welt als Täuschung zu sehen. Aber auch den Kurs selbst ist wohl Täuschung. Nichts ist wirklich. Alles, was man bislang für wahr und wirklich hielt, ist Illusion.
Das führt dann unter anderem zu folgenden Reaktionen:
Das Beispiel stammt von meinem Mann, Robert Berghausen.
Im Frühjahr 2002 richtete ein Schüler in einer Erfurter Schule ein Blutbad an. Als Beispiel für eine von vielen Möglichkeiten, die Welt gnostisch zu sehen, drucke ich eine Passage aus einem Forumsbeitrag zum "Kurs in Wundern" hier ab. Der gesamte Beitrag ist unter folgender Adresse zu erreichen:
http://www.sackmanns.de/die_tat_von_erfurt.htm
Hier der Ausschnitt:
"Aus Sicht des Kurses ist nichts geschehen.
Und aus meiner Sicht eigentlich nichts besonderes. Ich bin von meiner Tagesordnung in keiner Weise abgewichen. Ich bin nicht betroffen .
Ich würde helfen , wenn ich wüßte wie.
...
Schröder war betroffen. Man sieht es seinem Gesicht an und der Außenminister auch. Das sind eben die besseren Menschen , die echt betroffenen Profis der Propaganda machen es uns vor , auf Abruf bei jedem Anlass wo es etwas zu trauern gilt , da trauern sie , da fehlen ihnen die Worte , gerade weil es so gute Menschen sind. Ich glaube, je näher dran man sich an dem Geschehen befindet , um so eher fühlt man sich echt betroffen.
Am nächsten dran ist man , wenn man selber getroffen ist.
Aber näher dran sein heißt möglicherweise auch , daß die Verzerrung vergrößert wird. Das sich identisch fühlen mit der eigenen Geschichte , der eigenen Person , dem eigenen Körper ist vielleicht die größtmögliche Verzerrung , aus der heraus das Leiden ensteht. Die eigene Geschichte ist nichts als Vergangenheit und diese existiert nicht.
Sie ist vergangen. Aber es existiert ein Glauben daran und dieser verursacht Schmerz."
Zitatende
Bevor man in ein großes Lamento ausbricht über so viel Schwachsinn und geistigen Nebel, wäre es nicht verkehrt, einmal kurz innezuhalten und darüber nachzudenken, warum manche Menschen sich aus der Realität ausklinken und das Reich der eigenen Befindlichkeit aufsuchen.
Das Blutbad an der Erfurter Schule haben wir fast alle nur als mediale Inszenierung erlebt, nicht anders als all die Kriege und Katastrophen, die wir uns abens am Fernseher reinziehen. Wir ahnen und teilweise wissen wir es, dass wir manipuliert und manchmal dreist belogen werden. Die Serie von Selbstmordattentaten in Israel/Palästina sieht sich anders an, ob ich CNN sehe oder Al Dschasira, bzw. sofort im Internet selber recherchiere.
Es geht also mal wieder um die Wahrheitsfrage. Der "Weg nach innen" ist eine der Möglichkeiten, sich dem Problem zu nähern. Zu erkennen, dass uns die Medien täuschen (man beachte den doppelten Wortsinn), ist eine richtige Erkenntnis. Die darauf folgende könnte sein, dass auch der Weg ins eigene Bewusstsein nicht unbedingt zu Erleuchtungen führt.
Wahrheit konstituiert sich aus vielen Einzelheiten. Und da heisst es, nicht so schnell zu resignieren. Uns stehen vielfältige Informations- und Erkenntnismöglichkeiten zur Verfügung. Meditative Versenkung kann uns weiter bringen, wenn wir dadurch den Kopf frei bekommen, um mit Fleiß und Gedankenschärfe weiter zu forschen. Doch ebenso kann Spiritualität ein bequemes Mittel sein, um sich aus dem Leben dieser Welt auszuklinken und diese Flucht dann noch als Erleuchtung auszugeben.
Der "Kurs in Wundern" ist eine Mischung aus Gnosis, Origenismus und Vedanta. Er hat eine Pseudo-Logik, die vor allem Nicht-Geisteswissenschaftler verblüfft. Er vermittelt Sinn und Sicherheit und gibt ein Ziel vor. Wer sich die Praxis anschauen möchte, verweise ich noch einmal auf das Forum
http://www.f20.parsimony.net/forum36831/index.htm
Hier unterhalten sich Lehrer und Schüler des Kurses über Lebensprobleme, die in Zusammenhang mit den Übungen stehen. Manche Beiträge zeigen, wie stark die Einbindung in ein geschlossenes Denksystem wirkt. Sehr beeindruckend fand ich, wie der Krebstod einer Schülerin diskutiert wurde.(Forum Seite 69) Ihr Lebenspartner hatte der schmerzgepeinigten Frau kurz vor ihrem Tod aus dem "Kurs" vorgelesen. Er hatte eine Stelle gelesen, die vom Schmerz handelt. Der "Kurs" sagte, dass Schmerzen unnötig sind und durch Liebe und Vergebung beseitigt werden können. Der Mann berichtet, dass seine Partnerin geweint hat. Warum wohl, frage ich mich. Offensichtlich, weil sie neben den Schmerzen auch noch die Schmach hatte. Etwas mehr Vergebung, etwas mehr Liebe und es gibt weder Krebs noch Schmerz.
Der Kurs ist im Anwendungsteil, in der täglichen Praxis, eine Schönwetterreligion. Er versucht einen künstlichen Himmel zu erzeugen und negiert einfach die realen Probleme. Dieses schizoide Denkmuster macht krank.
Posted by Astrid Haarland at November 05, 2002 01:10 EM