Februar 12, 2003
Positionierung notwendig!

Auf meine unten genannte mail erhielt ich vom Listenmoderator von attacmod die Antwort, man solle die Diskussion vor Ort und nicht im Internet führen. In meiner Antwort mache ich den Vorschlag, dass sich attac deutlicher positioniert und in der Israel-Palästina-Frage ein Mediatoren-Konzept vorschlägt, dass auch die Stellungnahmen von *verschiedenen* Konfliktbeteiligten berücksichtigt. So verhindert attac, als einseitiger Interessenvertreter positioniert zu werden.

Meine mail an die attac-Listen:

Lieber Rudolf,

du unterstellst mir unfaire Methoden im Zusammenhang mit der Klärung der
Vorfälle um das ZEGG, und sagst, dass die Diskussion darüber nicht an diesen virtuellen Ort gehöre.

Doch Rudolf, die Information und Diskussion gehört genau hierhin!

Denn dieser virtuelle Ort mit zum Teil breiten Diskussionsthemen wird dazu benutzt, ein "Wir-Gefühl" zu erzeugen, Leute aufmerksam zu machen, ein Interesse zu wecken, indem man z.B. die bueso-Texte verwendet. Weißt du,
wie die Werber das nennen? Das ist die Umsetzung der guten alten, AIDA-Formel. "Attention, interest, desire, action". Wir sind hier bei den Anwerbeverfahren für die genannten Gruppen im Stadium "attention" und
"interest".
Lieber Rudolf, leider fürchte ich, siehst du nicht ganz, wie das Internet die öffentliche Meinungsbildung in den vergangen Jahren immer mehr prägt und was Menschen dazu bringt, sich in der einen oder anderen Richtung zu bewegen. Nun, ich weiß leider nur zu gut, wovon ich rede. Ich bin da nämlich Profi: Werbe-Ausbildung, Agenturarbeit, Politik-Studium, Referentin für "Extremismus und autoritäre Psychogruppen, Internet-Bildungsprojekt "anoteron.de" und "parentspower.de" mit monatlich z.Zt. ca. 28.000 Besuchern! Ich habe als eine der ersten in der Politischen Bildung vor 4! Jahren schon Konzepte erarbeitet und Seminare gehalten über die Chancen und Risiken des Internets für kleinere Gruppen.
Und es gab und gibt immer wieder heftige Diskussionen über das Thema Internet, Mitbestimmung, Direkte Demokratie versus Repräsentative Demokratie. *Dass* das Internet ein effektives Medium ist, zeigen einem schon die netten Angebote. Die Profis wissen, wie es geht ;-))

Weiter in der Diskussion:
Ich habe im August 02 auf der Frauenliste von attac wochenlang darauf gedrängt, das Internet als eine Mittel der "direkten Demokratie" zu nutzen. Mir sind dann mails von Frauen geschickt worden, die mir berichteten, was eigentlich im Hintergrund passiert. Die Frauen könnten sich ja hier melden, wenn sie wollen???

Nachdem ich diese Infos bekam, habe ich eine kleine - zugegebenermassen nicht ganz faire - Überraschungstaktik gefahren und die Stellungnahme eines Kokreis-Mitglieds zur Aufnahme von ZEGG bekommen. Dieses Mitglied könnte sich ja ebenfalls mal melden? Dann könnte sich vielleicht noch melden der attacie, der mir die Info über Frau Mies auf der Marbuger Akademie gemailt hat?

Du siehst, Rudolf, es gibt jede Menge zu klären!

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Zur Israel-Palästina-Frage. Auch eine Entgegnung auf Rudolf Lauterbach, der von einer Diffamierung der Friedensbewegung mit Hilfe des Antisemitismus sprach:
Wenn attac sich deutlicher positionieren würde, dann hätten diese angeblichen Versuche der Diffamierung gar keine Chance! Die Versuche der Vereinnahmung von rechten Gruppen würden unterbleiben, der Presse würden tendentielle Artikel von vorneherein verleidet und Fotos auf attac-Seiten mit Transparenten "Israel ist das vierte Reich" würde es dann auch nicht mehr geben. Nicht wahr?

Attac kommt nicht umhin, eine *konkrete* Stellungnahme zur Positionierung in dieser Frage auszuarbeiten. Die letzte Diskussion darüber lief allerdings eher in Richtung Institutionalisierung von attac als Friedensrat im Sinne eines Moderatoren-Konzepts mit der Absicht, in dieser Frage eben *keine* Positionierung abgeben zu müssen.
Nur: Ein Moderatoren-Konzept basiert jedoch darauf, erst einmal den Standpunkt der Konfliktparteien deutlich zu machen. Daher mein Vorschlag:
attac (wer?) einigt sich darauf, im Israel-Palästina-Konflikt die Stellungnahmen von *verschiedenen* VertreterInnen in diesem Konflikt einzuholen. *Lösungen* sollten in diesem Stadium noch nicht angeboten werden. Aber: Diese VertreterInnen geben ihre Stellungnahmen ab und signalisieren damit bereits ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit.

Aufgrund dieser Stellungnahmen der *verschiedenen* VertreterInnen arbeitet
attac einen Mediations-Vorschlag aus und positioniert sich als ***ernstzunehmender Mediator*** und *nicht* als parteilicher Interessenverteter.

Ein erster sehr schwieriger Schritt ist natürlich die Auswahl der Gruppen. Ihnen muss man sagen, dass man sich als Mediator versteht und nicht als parteilicher Interessenvertreter.

Doch will attac wirklich Mediator sein?

Viele Grüsse
Astrid
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Astrid Haarland
www.anoteron.de
www.parentspower.de

Posted by Astrid Haarland at Februar 12, 2003 12:28 EM
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