Oktober 29, 2002
Kritk an Bert Hellinger

Bert Hellinger hat wohl ein einzigartiges Marketingkonzept - oder seine Pauschalisierungen, Vereinfachungen und simplen Welterklärungsmuster finden fruchtbaren Boden. Frei nach dem hobbypsychologischen Motto: Liebe, was dich zerstört, und alles wird gut, führt er vor, wie Psychogruppen arbeiten: man nehme ein Leiden, erkläre etwas von "unsichtbaren Mächten" (hier die "Familienseele"), die nur ein Leiter erkennen kann, und verspreche schnelle Heilung. Fertig sind die autoritären Strukturen, denen Naturen, die nicht ganz robust sind, ausgeliefert sind.

Prof. Dr. Klaus Weber schreibt in einem Leserbrief in der FR vom 29. 10. 02:

"Verstoßen wir gegen die Regeln der Zugehörigkeit zur Familie, zur Sippe oder zur Nation, so führe dies zu schwersten Störungen, die wiederum in Gewalt, Kriegen, Kreuzzügen und Terror endeten. Dass mit solcherart "Theorie" Psychosen nicht erklärt werden, sondern gesellschaftliche Verhältnisse - die mit dazu beitragen, dass Menschen psychotisch werden - gerechtfertigt werden, ist einer der Skandale dieses Buchs."

www.fr-aktuell.de/fr/0013/t0013035.htm

Posted by Gertrud Schrenk at 10:23 EM
Oktober 28, 2002
Frauenquote bei attac

attac stellt nun also auch hauptamtliche MitarbeiterInnen ein!
Bei der Einstellungskommission gibt es nur eine Frau.
Damit hat selbst attac Probleme; aber nicht, weil sie wichtig finden, dass alle Gruppen adäquat repräsentiert werden, sondern weil es nach außen schwer vermittelbar sei und die Entscheidung äußerst angreifbar!

Da waren aber die Grünen besser, in der Phase, die jetzt, als Wiedergänger, attac durchmacht...

Posted by Gertrud Schrenk at 08:04 EM
Oktober 24, 2002
Stellungnahme auf der attac-Liste zu Globalisierungskritik und Rechtsextremismus bei attac

Gesendet wurde die mail von Christof Müller.
Christof sammelt die Kritikpunkte gegen attac und beklagt vor allem die fehlende Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und Antisemitismus. Der mail angehängt ist allerdings auch eine sehr deutliche Stellungnahme gegen diese Tendenzen von Rüdiger Heescher, einem sehr aktiven Listenteilnehmer der moderierten attac-Liste. Ich hatte Rüdigers mail mit seiner Erlaubnis hier ebenfalls schon einmal abgedruckt.

mittlerweile gibt es für mich wirklich unzählige
gründe attac zu lieben. einige seien doch noch mal
aufgezählt:

-attac polen wurde von neonazis übernommen, ohne dass
daraufhin sanktionen gegen sie eingeleitet wurden

-attac ist an der durchführung der anti-bush-proteste
beteiligt zu denen auch die npd mobilisiert

- die npd hessen mobilisert ebenfalls zu der
attac-demo am 14.9. die rechtsradikalen von pro-koeln
freuen sich dass "zum ersten mal eine anti-glob-demo
mit aussagen gegen zuwanderung verknüpft wurde" (siehe
die mobilisierungszeitung von verdi)

-in der fr erscheint ein aufruf der zum widerstand
gegen den irak-krieg aufruft, offensichtlich
massgeblich von attac initiiert. unter den aufrufenden
ist auch die psychosekte ZEGG und gruppen von
bündnis90/diegrünen, die noch vor drei jahren einen
völkerrechtswidrigen angriffskrieg gegen jugoslawien
führten. der vvn/bda bezeichnete die begründung für
diesen krieg als "neue form der auschwitzlüge"

- in berlin findet eine diskussion über
"globalisierung, zins und weltwirtschaft" statt, auf
dem podium sitzen je eine vertreterin von attac, der
islamistischen sekte milli görus und der
antisemitischen freihandels-lehre silvio gesells
(siehe untenstehenden jungleworld-artikel)

- ein vertreter einer vom
infodienstgegenrechtsextremismus beobachteten partei
(büso) diskutiert seit langem auf mehreren monaten auf
diversen attac-mailinglisten mit, ohne dass sich mal
jemand dazu aufraffen kann ihn rauszuwerfen, obwohl
der charakter dieser partei mehrmals deutlich gemacht
wurde.

fazit: durch den kampf gegen globalisierung,
finanzkapital und die usa und die populistische
anbiedrung an die rassistische und nationalistische
bevölkerungsmehrheit ist attac ganz offensichtlich
anschlussfähig für rechte und islamistische
positionen. das wird von den beiden letzteren gruppen
weidlich ausgenutzt, während attac es nicht mal auf
die reihe kriegt kontakte und diskussionen mit rechten
und islamistinnen zu verhindern.

----------------------------------------------------------------

Entmischen!

Die Bewegung gegen den Irakkrieg droht eine weltweite
Multitude aus Globalisierungsgegnern, Islamisten und
Faschisten zu bilden, die von Deutschland angeführt
wird.

von deniz yücel


Wenn am kommenden Wochenende in New York, Los Angeles
und anderen US-amerikanischen Städten einige
Hunderttausend Menschen gegen den Irakkrieg
demonstrieren, spricht nichts dagegen, dass sie die
gleichen politischen Fehler begehen und sich ähnlich
infantiler Formen bedienen werden wie ihre deutschen
Freunde. Dass solche Massenmanifestationen überhaupt
möglich sind, zeigt, dass es sich bei den USA, anders
als es ihre linken Gegner in aller Welt glauben, um
eine funktionierende bürgerliche Gesellschaft handelt,
in der die Regierung einen Krieg führen oder
vorbereiten kann, ohne dass die Bevölkerung sich zu
einer verschworenen Gemeinschaft zusammenfinden muss.
Was die US-Amerikaner wiederholt demonstriert haben,
bleibt in Deutschland ein undenkbarer Vorgang.

Denn hierzulande richten sich der Friedenswunsch und
die Krieglust nach deutschen Interessen. Selbst die
meisten der wenigen, die vor drei Jahren auf die
Straße gingen, taten das in der irrtümlichen Annahme,
beim Krieg gegen Jugoslawien handle es sich um ein
US-amerikanisches Unterfangen. Heute sind Grüne und
DKP, Poplinke und Antiimps, Möllemann und Mahler, die
sich damals unversöhnlich gegenüberstanden, friedlich
vereint. Das einzige, was die Bewegung ihrer Regierung
zu sagen weiß, ist die Bitte, sie möge Wort halten.
Der deutsche Staat ist nicht der Gegenstand der
Kritik, sondern die Appellationsinstanz. Die
Friedensbewegung hat ihren Frieden mit Deutschland
gemacht.

Der permanente Kirchentag, als der sich die
Friedensbewegung hier zu gerieren pflegt, hat
begonnen. Schon kursieren Aufrufe, man solle Laken aus
Fenstern hängen, beten und singen, dichten und
schweigen, um so zu bekräftigen, dass Krieg niemals
eine Lösung sei. Eine in Deutschland kriminelle
Aussage, die trotz ihrer regressiv-religiösen
Verkleidung keine mildernden Umstände reklamieren
kann. Hierzulande ist der unbedingte Pazifismus, so
bemerkte es einmal Wolfgang Pohrt, »nichts als
Ressentiment von Leuten, die es dem Weltpolizisten USA
verübeln, dass er ihren Eltern per Krieg das
friedliche Morden in Auschwitz ausgetrieben hat«.

Auch die irrationale, aber irre stimulierende Angst
davor, der Krieg könne auch »uns« treffen, die schon
die Proteste von 1991 beflügelte, ist wieder da. Vor
einer »Steigerung der Arbeitslosigkeit« warnt der
Frankfurter Aufruf, häufig ist von einem
bevorstehenden »weltweiten Flächenbrand« die Rede. Wer
erinnert sich schon daran, dass sich derlei morbide
Untergangsfantasien bereits beim letzten Mal
blamierten?

Auch die kalte Gleichgültigkeit gegenüber Israel kehrt
zurück. In keinem Aufruf findet sich ein Wort über die
auf Israel abgeschossenen Scud-Raketen oder über das
Geld, das Saddam den Familien palästinensischer
Selbstmordattentäter zukommen lässt. Auch die
irakischen Kurden, die vielleicht naive, auf jeden
Fall aber verständliche Hoffnungen auf einen Sturz des
Regimes hegen, sind den Friedensfreunden herzlich
egal. »Wie die Esel lassen die Kurden sich mit simplen
Tricks verschaukeln und folgen der Mohrrübe«,
kommentierte jüngst das hiesige Verlautbarungsorgan
der Baath-Partei.

Zugleich scheint der mögliche Irakkrieg eine
Entwicklung zu beschleunigen, die spätestens seit dem
11. September 2001 offensichtlich ist. So lud in der
letzten Woche ein Kreis junger islamistischer Eliten
in Berlin zu einer Diskussion über »Globalisierung,
Zinsen und Weltwirtschaft«. Auf dem Podium saßen ein
Funktionär der türkisch-islamistischen Milli Görüs,
ein professoraler Anhänger Silvio Gesells und ein
Vertreter der deutschen Sektion von attac.

In Bremen gehört zu den Unterzeichnern des örtlichen
Demonstrationsaufrufs die Islamische Föderation.
Angeführt von Fidel Castro, solidarisieren sich
kommunistische Parteien aus aller Welt mit Saddam
Hussein, und die türkische DHKP/C erklärt: »Unsere
Partei steht im Kampf gegen die USA auf der Seite der
Islamisten, Revolutionäre, Demokraten,
Antiglobalisten, Umweltschützer.«

Der Slogan der Globalisierungsgegner lautet: »Eine
andere Welt ist möglich.« Angesichts dieser illustren
Multitude, die sich als Hilfstruppe Euro-Deutschlands
gegen die USA formiert, ist das keine Verheißung,
sondern eine Drohung.
(zu der antisemitischen und rassistischen lehre
silvio gesells siehe www.contextxxi.mediaweb.at, auf
texte klicken,hefte, contextxxi 2/2001)

Diskussion bueso-attac
Eine Antwort von Rüdiger Heescher/attac

Nach diesen Ausführungen kann ich verstehen, dass man
nur noch in Kategorien von Verschwörungstheorien denken kann. Ich bin ja
selber nicht gefeit davor in einzelnen Fällen an Verschwörung zu glauben und
glaube auch an Verschwörungen, die es gegeben hat, aber bei so vielen
Einzelverschwörungen und Interpretationen von Fakten muss ich einfach
sagen:

Soviel Verschwörung gegen einen einzelnen Mann kann es
gar nicht geben. Ein einzelner Mann oder auch nur eine kleine Promille
Bewegung kann es gar nicht wert sein einen solchen Aufwand zu betreiben. Selbst wenn La Rouche irgendetwas aufgedeckt haben sollte, dann wäre das
gerade in der amerikanischen Presse total untergegangen und kein
Schwanz hätte sich dafür interssiert. Das weiss auch das Pentagon und CIA und und und. Von daher ist alles was Alexander hier geschwafelt hat ziemlich
unerheblich.

Mich interessiert nur was z.B. andere Bewegungen über Büso denken. Znet bzw.
Michael Albert ist nicht der Meinung, dass Büso eine tolle linke Bewegung
ist sondern stimmt mit den Ausführungen von IDGR überein. Auch WDR
Redaktionen sind der Auffassung des IDGR.

Zum anderen noch etwas zu den Grünen und Büso. Damals gab es handfeste
Bedrohungen von Seiten Büsos. Das war nicht nur alleine das blutdurchtränkte
T-Shirt. Es waren auch telefonische Bedrohungen von Büso Anhängern die nach
dem Leben von Petra Kelly trachteten. Das blutdurchtränkte T-Shirt wird nun
als etwas interpretiert, was es gar nicht war. Es war ganz eindeutig eine
Morddrohung!!! Wer jetzt Jahrzehnte danach versucht die Geschichte wieder
umzuschreiben, der hat sein Gehirn durch den Fleischwolf gequirlt.

Die Auslegung eine technikfeindlichkeit, sowie braune Einzelpersonen in den
Reihen der Grünen Ende 70er Anfang 80er wäre ein Grund für die Aktion
gewesen, kann nicht ganz dicht sein. Technikfeindlichkeit bezog sich bei
Büso ausschliesslich auf die Abschaltung der Atomkraftwerke und
Nuklearraketen (PershingII) Wer soetwas haben will und dann davon spricht,
dass die dritte Welt auch Atomkraftwerke haben muss, damit sie mit der 1.
Welt gleichziehen kann, der hat von linker ökologischer, pazifistischer
Politik sowieso nichts verstanden und ist dem linken Lager sowieso nicht
zuzurechnen.

Wenn Technischer Fortschritt für Büso nachwievor Atomenergie heisst, dann
brauchen wir uns sowieso nicht unterhalten.

Zum Vorwurf an die Grünen, Braune Mitglieder gehabt zu haben und deswegen
auch noch Petra Kelly dafür mit einem Mord zu drohen ist das ja wohl das
dollste was ich je gehört habe. Petra Kelly selbst stand bestimmt nicht für
braunes Gedankengut. Wenn ein Alfred Mechtersheimer gemeint ist als braunes
Mitgleid damals dann stimme ich dem zu. Das war eine Einzelperson, die sich
bei den Grünen verirrt hatte oder wie man es gerade auslegen will. Du
würdest wahrscheinlich von Verschwörung und Unterwanderung sprechen. Aber
bei den anderen wie Schily sowenig ich den auch abkann kann man bestimmt
nicht von braun sprechen. Er ist zwar schon immer fehl am Platze bei den
Grünen gewesen, aber war bestimmt nicht braun. Im übrigen hättest Du ja auch
noch Daniel Cohn Bendit aufführen können. Er hatte damals in Konkret darüber
geschrieben in einem Interview, ob es möglich wäre mit den Rechtsextremen
ins Gespräch zu kommen. Damals gab es mal eine Phase, wo sich Leute wie
Daniel Cohn Bendit (jüdischer Abstammung) in der Öffentlichkeit dazu
geäussert haben, ob es möglich wäre in den Dialog mit Rechtsextremen zu
kommen und ob es eine Zusammenarbeit geben könnte. Das hat sich aber schnell wieder erledigt. Es gab mal eine solche Zeit, wie auch
heute bei anderen in Attac schon mal darüber nachgedacht wurde und wird, wo
sich dann solche wie Anhänger von Büso und der NPD wieder Hoffnung machen
bei Attac mitmachen zu können. Aber wehret den Anfängen!

Übrigens habe ich gerade von Attac Schweiz in diesem Zusammenhang erfahren, dass Büso in Frankreich Artikel veröffentlicht und den
Anschein gibt Teil von Attac Frankreich zu sein. Das kann es ja wohl
nicht sein oder? Mir ist jedenfalls nicht bekannt, dass Büso Mitglied ist von
attac und wäre auch strikt dagegen.

So und nun zu dem Hauptvorwurf gegenüber Büso:

Es gibt eine antisemitische Komponente bei Büso. Die jüdische Weltverschwörung ist bei Büso ganz offensichtlich. Jeder weiss, dass ich mit
dem Regieme in Israel auch nicht einverstanden bin und selber hart gegen
Israelische Politik ins Gericht gehe. Aber bei Büso ist das anders. Büso sieht schon immer die jüdische Weltverschwörung und beruft sich sogar auf
geschichtliche Interpretationen der NPD von vor dem ersten Weltkrieg. Horst Mahler hat Euch wahrscheinlich schon Vorträge halten können über die
jüdische Weltverschwörung.

Es gibt sicherlich gerade in den USA auch in linken Kreisen eineantisemitische jüdische Weltverschwörung und kenne dieses auch von einigen
Äusserungen auf Friedenskongressen in den USA in Bezug auf "Lieberman" bei
den Demokraten usw. Aber wir sind hier in Deutschland und haben andere
Erfahrungen. Wir haben, zumindest im Westen Deutschland, eine geschichtliche
Aufbereitung der Nazizeit genossen, die die Amerikaner in keinster Weise
kennen. Dort gibt es immer noch Regionen wo die Schüler glauben, dass nicht
Kanzler Schröder sondern immer noch Kanzler Hitler in Deutschland regiert.
Die Amis finden Deutsche gerade aufgrund ihrer Nazivergangenheit richtig
toll und sehen selbst in "langhaarigen Bombenlegern" wie mir (Gleich um es
vorweg zunehmen: ich bin kein Bombenleger, aber damals 60er,70er und 80er
Jahre wurden alle langhaarigen als potentielle RAF Terroristen angesehen), ,
besonders wenn man noch blond und blauäugig ist, eine genetische Inkarnation
von dem typischen Deutschen, die in der Nazi Zeit für die Amis ihren
Höhepunkt in der Geschichte hatten. So sind die Amis nun mal und es wird
immer schlimmer gerade auch durch die Shooter Videospiele, in denen die
Nazis jetzt die Guten sind und die Latinos oder Araber jetzt die Bösen.

Eine Geschichtliche Verklärung der Nazizeit setzt sich in Amiland immer mehr
durch und macht sogar bei linken nicht halt. Wir in Europa wissen es aber
besser!!!

Also versucht bitte nicht mit dem Nazidreck aus Amiland auch noch unsere
Köpfe waschen zu wollen. Der Osten Deutschlands ist leider sehr dafür
empfänglich, aber im Westen werdet ihr bestimmt keine Chance haben.

so das wars
gruss an alle

Rüdiger

__________________________________________________________________

Posted by Astrid Haarland at 12:39 EM
Oktober 18, 2002
Diskussion bueso-attac

Eine Antwort von Rüdiger Heescher/attac

Nach diesen Ausführungen kann ich verstehen, dass man nur noch in Kategorien
von Verschwörungstheorien denken kann. Ich bin ja selber nicht gefeit davor
in einzelnen Fällen an Verschwörung zu glauben und glaube auch an
Verschwörungen, die es gegeben hat, aber bei so vielen Einzelverschwörungen
und Interpretationen von Fakten muss ich einfach sagen:

Soviel Verschwörung gegen einen einzelnen Mann kann es gar nicht geben. Ein
einzelner Mann oder auch nur eine kleine Promille Bewegung kann es gar nicht
wert sein einen solchen Aufwand zu betreiben. Selbst wenn La Rouche
irgendetwas aufgedeckt haben sollte, dann wäre das gerade in der
amerikanischen Presse total untergegangen und kein Schwanz hätte sich dafür
interssiert. Das weiss auch das Pentagon und CIA und und und. Von daher ist
alles was Alexander hier geschwafelt hat ziemlich unerheblich.

Mich interessiert nur was z.B. andere Bewegungen über Büso denken. Znet bzw.
Michael Albert ist nicht der Meinung, dass Büso eine tolle linke Bewegung
ist sondern stimmt mit den Ausführungen von IDGR überein. Auch WDR
Redaktionen sind der Auffassung des IDGR.

Zum anderen noch etwas zu den Grünen und Büso. Damals gab es handfeste
Bedrohungen von Seiten Büsos. Das war nicht nur alleine das blutdurchtränkte
T-Shirt. Es waren auch telefonische Bedrohungen von Büso Anhängern die nach
dem Leben von Petra Kelly trachteten. Das blutdurchtränkte T-Shirt wird nun
als etwas interpretiert, was es gar nicht war. Es war ganz eindeutig eine
Morddrohung!!! Wer jetzt Jahrzehnte danach versucht die Geschichte wieder
umzuschreiben, der hat sein Gehirn durch den Fleischwolf gequirlt.

Die Auslegung eine technikfeindlichkeit, sowie braune Einzelpersonen in den
Reihen der Grünen Ende 70er Anfang 80er wäre ein Grund für die Aktion
gewesen, kann nicht ganz dicht sein. Technikfeindlichkeit bezog sich bei
Büso ausschliesslich auf die Abschaltung der Atomkraftwerke und
Nuklearraketen (PershingII) Wer soetwas haben will und dann davon spricht,
dass die dritte Welt auch Atomkraftwerke haben muss, damit sie mit der 1.
Welt gleichziehen kann, der hat von linker ökologischer, pazifistischer
Politik sowieso nichts verstanden und ist dem linken Lager sowieso nicht
zuzurechnen.

Wenn Technischer Fortschritt für Büso nachwievor Atomenergie heisst, dann
brauchen wir uns sowieso nicht unterhalten.

Zum Vorwurf an die Grünen, Braune Mitglieder gehabt zu haben und deswegen
auch noch Petra Kelly dafür mit einem Mord zu drohen ist das ja wohl das
dollste was ich je gehört habe. Petra Kelly selbst stand bestimmt nicht für
braunes Gedankengut. Wenn ein Alfred Mechtersheimer gemeint ist als braunes
Mitgleid damals dann stimme ich dem zu. Das war eine Einzelperson, die sich
bei den Grünen verirrt hatte oder wie man es gerade auslegen will. Du
würdest wahrscheinlich von Verschwörung und Unterwanderung sprechen. Aber
bei den anderen wie Schily sowenig ich den auch abkann kann man bestimmt
nicht von braun sprechen. Er ist zwar schon immer fehl am Platze bei den
Grünen gewesen, aber war bestimmt nicht braun. Im übrigen hättest Du ja auch
noch Daniel Cohn Bendit aufführen können. Er hatte damals in Konkret darüber
geschrieben in einem Interview, ob es möglich wäre mit den Rechtsextremen
ins Gespräch zu kommen. Damals gab es mal eine Phase, wo sich Leute wie
Daniel Cohn Bendit (jüdischer Abstammung) in der Öffentlichkeit dazu
geäussert haben, ob es möglich wäre in den Dialog mit Rechtsextremen zu
kommen und ob es eine Zusammenarbeit geben könnte. Das hat sich aber schnell
wieder erledigt. Es gab mal eine solche Zeit, wie auch heute bei anderen in
Attac schon mal darüber nachgedacht wurde und wird, wo sich dann solche wie
Anhänger von Büso und der NPD wieder Hoffnung machen bei Attac mitmachen zu
können. Aber wehret den Anfängen!

Übrigens habe ich gerade von Attac Schweiz in diesem Zusammenhang erfahren,
dass Büso in Frankreich Artikel veröffentlicht und den Anschein gibt Teil
von Attac Frankreich zu sein. Das kann es ja wohl nicht sein oder? Mir ist
jedenfalls nicht bekannt, dass Büso Mitglied ist von attac und wäre auch
strikt dagegen.

So und nun zu dem Hauptvorwurf gegenüber Büso:

Es gibt eine antisemitische Komponente bei Büso. Die jüdische
Weltverschwörung ist bei Büso ganz offensichtlich. Jeder weiss, dass ich mit
dem Regieme in Israel auch nicht einverstanden bin und selber hart gegen
Israelische Politik ins Gericht gehe. Aber bei Büso ist das anders. Büso
sieht schon immer die jüdische Weltverschwörung und beruft sich sogar auf
geschichtliche Interpretationen der NPD von vor dem ersten Weltkrieg. Horst
Mahler hat Euch wahrscheinlich schon Vorträge halten können über die
jüdische Weltverschwörung.

Es gibt sicherlich gerade in den USA auch in linken Kreisen eine
antisemitische jüdische Weltverschwörung und kenne dieses auch von einigen
Äusserungen auf Friedenskongressen in den USA in Bezug auf "Lieberman" bei
den Demokraten usw. Aber wir sind hier in Deutschland und haben andere
Erfahrungen. Wir haben, zumindest im Westen Deutschland, eine geschichtliche
Aufbereitung der Nazizeit genossen, die die Amerikaner in keinster Weise
kennen. Dort gibt es immer noch Regionen wo die Schüler glauben, dass nicht
Kanzler Schröder sondern immer noch Kanzler Hitler in Deutschland regiert.
Die Amis finden Deutsche gerade aufgrund ihrer Nazivergangenheit richtig
toll und sehen selbst in "langhaarigen Bombenlegern" wie mir (Gleich um es
vorweg zunehmen: ich bin kein Bombenleger, aber damals 60er,70er und 80er
Jahre wurden alle langhaarigen als potentielle RAF Terroristen angesehen), ,
besonders wenn man noch blond und blauäugig ist, eine genetische Inkarnation
von dem typischen Deutschen, die in der Nazi Zeit für die Amis ihren
Höhepunkt in der Geschichte hatten. So sind die Amis nun mal und es wird
immer schlimmer gerade auch durch die Shooter Videospiele, in denen die
Nazis jetzt die Guten sind und die Latinos oder Araber jetzt die Bösen.

Eine Geschichtliche Verklärung der Nazizeit setzt sich in Amiland immer mehr
durch und macht sogar bei linken nicht halt. Wir in Europa wissen es aber
besser!!!

Also versucht bitte nicht mit dem Nazidreck aus Amiland auch noch unsere
Köpfe waschen zu wollen. Der Osten Deutschlands ist leider sehr dafür
empfänglich, aber im Westen werdet ihr bestimmt keine Chance haben.

so das wars

gruss an alle

Rüdiger

-----------------------
Rüdiger Heescher Bürgernetz "Regenbogen"
Hauptstr. 68 @-politische Informationsstelle
58452 Witten Postfach 1202
priv Tel: 02302/401427 49549 Ladbergen
Fax/Voice: 01212/510542029

attac Deutschland
url: http://www.attac-netzwerk.de

--
Ruediger Heescher
56 west 23rd street
New York City
New York 10025-7374
USA

German watch and Libertarian Municipalism

Posted by Astrid Haarland at 01:05 EM
Diskussion bueso-attac

Alexander Hartmann bueso/LaRouche

Liebe Attacies,

da ich die ewige Wiederholung des Unsinns über die BüSo nicht
unwidersprochen lassen kann, da unter den Lesern auch Leute sein könnten,
die durch diesen Unsinn verwirrt werden könnten, hier einige Antworten, die
ich vor zwei Monaten im Rahmen einer ähnlichen Diskussion auf dem Forum von
Attac Frankfurt formuliert habe. Das ganze ist zwar ziemlich lang, aber es
galt (und gilt) auch ziemlich viel Blödsinn zu beantworten; ich bitte dafür
um Verständnis. Andererseits dürfte manchen interessieren, mit welchen
Methoden die Kriegspartei in den USA gegen ihre Gegner vorgeht; dabei ist
die Verbreitung von Unwahrheiten über ihre Gegner, die dann von mehr oder
weniger wohlmeinenden Menschen weitergegeben werden, noch die harmloseste.

Merke: Das Internet ist eine große Grube, auf der jedermann ziemlich
ungestraft seinen Müll deponieren kann. Bevor man jedoch "Herr Lehrer, ich
weiß' was!" ruft, sollte man sich vergewissern, ob die Quelle aus der man
schöpft, nicht mit Fäkalien verunreinigt ist.

Mit freundlichen Grüßen, auch an Rüdiger Heescher, Kai Jelinek und Dirk
Sonntag
Alexander Hartmann

----- Original Message -----
From: Alexander Hartmann
To:
Sent: Saturday, August 17, 2002 3:12 PM
Subject: Re: [Attac-f] BüSo=rechtsradikal + antisemitisch!


Liebe Attacies,

Christof Müller hat hier die Meinung vertreten, die BüSo sei rechtsradikal,
antisemitisch, rassistisch etc., und berief sich dabei auf einen Aufsatz von
Julika Bürgin -- den er gleich mitschickte -- in dem solcher Unsinn
vertreten wurde. Abgesehen davon, daß ich diese Debatte hier eigentlich als
abgeschlossen betrachtete und sie nicht unbedingt wieder aufgreifen
möchte -- fragt doch mal bei deren Lebensgefährten Angelo Lucifero nach,
wieviel ihn das Gerichtsverfahren gekostet hat, in dem ihm die Verbreitung
ähnlichen Unsinns gerichtlich untersagt und Widerruf angeordnet wurde -- was
er dann auch getan hat (Siehe hierzu:
http://www.bueso.de/seiten/medien/0203.htm). Wir haben ihn nicht wegen
Beleidigung verklagt -- da ist unser Fell relativ dick -- sondern wegen
Verbreitung unwahrer Behauptungen. Wir haben recht bekommen, Lucifero hat
widerufen. Merke: Nicht alles, was die "Anti"-Fa verbreitet, entspricht der
Wahrheit.

Unser Vorwurf gegenüber Petra Kelly und den Grünen, sie sei Führerin der
"westdeutschen faschistischen grünen Partei", beruhte auf der Tatsache, daß
es
1. bei den Grünen (damals zumindestens) offensichtliche "Blut- und
Boden"-Tendenzen gab -- man denke z.B. an Rainer Langhans, der auf einem
Parteitag der Grünen vom "Braun-grünen Ring der Kraft" faselte; später wurde
ja ein ganzer Landesverband der Grünen wegen "brauner Unterwanderung"
ausgeschlossen; andere, wie Alfred Mechtersheimer oder Otto Schily sind von
selbst nach rechts gewandert.
2. aus dem grünen Lager mit offenkundiger Tolerierung durch die
Parteiführung Gewalt gegen politische Gegner -- wie z.B. die EAP -- und zur
Durchsetzung politischer Forderungen gegen die demokratischen Institutionen
(Z.B. an der Frankfurter Startbahn oder in Wackersdorf) ausgeübt wurde; wenn
ein Infostand zertrümmert wird, dann sind das meiner Meinung nach
SA-Methoden, wenn Christof Müller das anders sieht, ist das seine Sache.
3. daß das Programm der Grünen darauf hinauslief, daß den
Entwicklungsländern der Zugang zu Technologien, mit denen das Elend in
diesen Ländern behoben werden könnte, ausdrücklich verweigert wurde.
Stattdessen wurde von angeblicher "Überbevölkerung" geredet. Wir haben das
Argument, Länder der "dritten Welt" bräuchten "angepaßte" (lies:
ineffiziente) Technologien, immer als imgrunde rassistisch betrachtet --
nicht zuletzt weil sie mörderische Konsequenzen hat: Die Unterentwicklung
kostet täglich rund 30000-50000 Menschen das Leben.
4. Die Technikfeindlichkeit der grünen Bewegung, die inzwischen einen
Großteil unserer Gesellschaft charakterisiert, hat dazu geführt, daß
zahlreiche Arbeitsplätze in Länder der sogenannten "dritten Welt" verlegt
wurden -- was wegen des dramatisch erhöhten Transportaufwandes selbst dann,
wenn die Produktion in diesen Ländern auf dem gleichen technologischen
Niveau stattfindet, ökologischer Raubbau ist! (Ich bin überzeugt, daß die
Ökobilanz der grünen Bewegung negativ ist!) Da die Industriegesellschaften
sich diese Importe nicht durch eigene Exporte finanzieren konnten, war dies
Auslöser zweier Entwicklungen: Einerseits zwang es die Industrienationen,
auf nichtproduzierende Weise das für die Importe aus der "dritten Welt"
benötigte Geld zu "erwirtschaften" -- man setzte zunehmend auf
Finanzspekulationen. Und zweitens sorgte man mittels finanzieller
Manipulationen,. nicht zuletzt durch den IWF, dafür, daß die "dritte Welt"
ihre Exporte in die Industrienationen letzendlich selbst bezahlten: die
"dritte Welt" wurde also mit immer brutaleren Mittel geplündert. Diese
Entwicklung war in den siebziger Jahren bereits angedeutet, und die Grünen
waren der politische Rammbock, mit dem der letzte Widerstand gegen eine
solche Politik gebrochen wurden. Wir haben uns gegen diesen Trend gewehrt,
weil wir kommen sahen, was kam -- und haben wir nicht recht behalten?
4. Wie haben tatsächlich bei zahlreichen Gelegenheiten Petra Kelly auf die
mörderischen Konsequenzen dieser grünen Politik hingewiesen -- teilweise
auch in drastischer Form, wie z.B. durch das in dem Artikel erwähnte
Überreichen eines blutgetränkten Hemdes. Ich halte das für legitim
(jedenfalls für legitimer als das Zertümmern eines Infostandes) Das dies
Petra Kelly (und anderen) nicht gefallen hat, kann ich mir vorstellen --
aber darin eine Bedrohung Petra Kellys zu sehen, war durch den Kontext
völlig ausgeschlossen. Wir hatten die Hoffnung, sie mit der Aktion zum
Nachdenken und zur Änderung ihrer Politik zu bewegen -- leider ohne Erfolg.
5. Am abenteuerlichsten in dem von Christof Müller hier "ausgehängten"
Artikel von Julika Bürgin ist wohl die Behauptung, Angriffe auf die
britische Politik seien eigentlich versteckte Angriffe auf "die Juden". Wenn
man solche Verdrehungen braucht, um ein Argument zu konstruieren, die BüSo
sei antisemitisch, dann fehlt es offensichtlich an besseren Belegen. Man
lese Prinz Philips Äußerung, er wolle als tödliches Virus wiedergeboren
werden, um das Problem der Überbevölkerung zu lösen, sehe es im Kontext der
Krise in Afrika (z.B. AIDS), nehme die Entwicklungsverweigerungspolitik des
jahrzehntelang von Prinz Philip geleiteten WWF und diverse peinliche
Bemerkungen Prinz Philips hinzu -- da hat man wohl Grund genug, diese
Politik zu verurteilen, ohne irgendwelche "Juden" ins Spiel bringen zu
müssen.
6. Interessant ist auch, daß Lucifero und Bürgin seit Jahren engstens mit
dem thüringischen Landtagsabgeordneten Steffen Dittes zusammenarbeiten, der
großen Ärger mit seiner Partei -- der PDS! -- bekommen hat, als er eine Demo
unter dem Motto "Es gibt 1000 gute Gründe, Deutschland zu hassen" angemeldet
hatte. Und was von der selbsternannten "antideutschen" Bewegung zu halten
ist, dürfte nach meinem letzten Beitrag, auf den Christof Müller reagierte,
deutlich sein. Was immer die persönlichen Motive ihrer Aktiven im einzelnen
sein mögen, sie befinden sich damit nicht nur auf einer Linie mit Thatcher,
Ridley, Perle und anderen Kriegstreibern, sie nützen diesen Kreisen auch
dabei, ihre Ziele durchzusetzen.


Mit freundlichen Grüßen

Alexander Hartmann
-------------------------
Christof Müller schrieb:

> jaja, die armen unschuldigen büsos die von dunklen
> kräften verfolgt und diffamiert werden...
> ich fordere den sofortigen rausschmiss aller
> BüSo-mitglieder aus attac sowie deren entfernung von
> sämtlichen attac-mailinglisten.
> keine toleranz für antisemitinnen!

Da Sie den Nachweis unseres angeblichen "Antisemitismus" immer noch schuldig
bleiben, sehe ich in diesem Fall auch keine Berechtigung dieser Forderung.

>...Im April 1989
> wird er wegen Kreditbetrug zu einer langjährigen
> Freiheitstrafe verurteilt, später von der US-Regierung
> des Spendenbetrugs überführt.

Ich wußte gar nicht, daß die Antifa so großes Vertrauen in die US-Justiz
hat. :) Das Verfahren war so offenkundig widerrechtlich, daß über 1000
prominente Juristen offiziell gegen dagegen protestiert haben. Ein erster
Prozeß in Boston gegen LaRouche wurde abgebrochen, nachdem sich
herausgestellt hatte, daß Oliver Norths Iran-Contra-Truppe einige Leute in
die LaRouche-Organisation infiltriert hatte, mit dem Ziel, den Anlaß für ein
solches Strafverfahren zu schaffen, mit dem man LaRouche politisch aus dem
Wege räumen könnte, und der Richter in diesem Zusammenhang eine Durchsuchung
des Büros des damaligen Vizepräsidenten George H.W. Bush anordnete: Da
beantragte die Staatsanwaltschaft ganz schnell den Abbruch des Verfahrens,
angeblich, weil der Prozeß (weil er sich in die Länge zog) zu einer zu
großen Belastung für die Jury würde. Diese Jury erklärte nach dem Abbruch,
sie hätte LaRouche einstimmig freigesprochen, weil sie den Eindruck gewonnen
hatte, daß etwaige Rechtsbrüche eher auf das Konto der amerikanischen
Behörden als auf das Konto LaRouches gingen. Der Vorwurf des Spendenbetrugs
wurde nicht wieder erhoben.

Der Prozeß wurde dann mit neuen Vorwürfen in Alexandria (Nord-Virnigia) neu
aufgerollt, wo die Verwaltungen von Pentagon und CIA sitzen. Die Folge war,
daß die Hälfte der Jury direkt bei der Regierung arbeitete, der Vorsitzende
der Jury ein hoher Beamter des Landwirtschaftsministeriums, der im Falle
eines Notstandes zu den 100 handverlesenen Bürokraten der "Notregierung"
gehören. Die Versuche, eine weniger voreingenommene Jury durchzusetzen,
wurden vom Richter abgeblockt. Dieser Richter war, bevor er Richter wurde,
Justiziar der größten Waffenhandelsfirma Amerikas, und er hat systematisch
alle Versuche der Verteidigung unterbunden, die rechtswidrigen Maßnahmen des
Justizapparats zur Sprache zu bringen. Kurz gefaßt lief das Verfahren so:

-- NBC brachte eine verleumderische Sendung über LaRouche, nachdem zwei
seiner Anhänger 1986 Vorwahlen der Demokratischen Partei in Illinois (für
den Posten des Vizegouverneurs und des Landesinnenministers) gewonnen
hatten.
-- LaRouche reichte Schadensersatzklage gegen NBC ein, wegen Rufschädigung.
-- NBC reichte Gegenklage ein, wegen Geschäftsschädigung.
-- Aufgrund nachweislich falscher Aussagen seiner Mitarbeiter gewinnt NBC
den Prozeß.

[[[[ Kleine aktuelle Ergänzung: Es ging hier um die (abgestrittene, aber
nachweisbare) Teilnahme von NBC-Journalisten an einem Treffen in der New
Yorker Wohnung des Investment-Bankers John Train, bei dem eine systematische
Verleumdungskampagne in den US- Medien geplant wurde, die den Vorwand für
die juristische Hexenjagd auf LaRouche liefern sollte. An diesem Treffen
nahmen u.a. auch Dennis King und Chip Berlet teil, der in einer der
einschlägigen "Informationsseiten" über LaRouche als Verfasser genannt ist,
sowie Mira Landsky-Boland, die als ehemalige Assistetin der "grauen Eminenz"
des Pentagon, Andy Marshall, und über die Firma ihres Ehemanns engstens mit
der Washingtoner Kriegspartei verbunden ist und später inoffizelle
Koordinatorin der juristischen Schachzüge war, mit denen laRouche
schließlich hinter Gitter gebracht wurde. ]]]]

LaRouche soll mehrere Millionen Dollar zahlen, die er nicht hat.
-- LaRouche erklärt sich für zahlungsunfähig.
-- Daraufhin wird die "Sektentheorie" erfunden: LaRouche sei ein
Sektenführer und verfüge damit über das Vermögen seiner Anhänger. Folglich
sei LaRouche zahlungsfähig, man müsse das Geld nur bei seinen Unterstützern
holen. Daraufhin verlangte das Gericht, die Kundenlisten eines
Zeitungsverlags, eines Zeitungsvertriebs und einer wissenschaftlichen
Stiftung auszuliefern, damit das NBC "zustehende" Geld bei diesen
"Unterstützern" von LaRouche sichergestellt werden könne.
-- Dies wird von den Firmen mit dem Hinweis auf die politische
Vereinigungsfreiheit abgelehnt.
-- Das Gericht verhängt deswegen ein Strafgeld von 10000 $ pro Tag gegen
jede der drei Firmen, um die Auslieferung der Kundenlisten zu erzwingen.
-- Hiergegen legen die Firmen Widerspruch ein.
-- Als diese Beträge sich inclusive der Gerichtskosten auf rund 20 Mio.$
addiert haben, beantragt die Staatsanwaltschaft die Beschlagnahmung der
Firmen - um das Geld "sicherzustellen", obwohl die Forderung noch gar nicht
rechtkräftig ist, und da die Firmen sich weigern, sozusamen "im voraus" zu
zahlen, beantragt die Staatsanwaltschaft einen Zwangskonkurs. Dieser wird
vom Gericht bewilligt, obwohl drei verschiedene Gläubiger dies gemeinsam tun
müssen, und hier nur ein Antragsteller vorhanden war, und dieses Verfahren
für wissenschaftliche Stiftungen sowieso nicht zulässig ist. Dieser
Zwangskonkursantrag wird in späterer Instanz für rechtwidrig erklärt. Der
Richter sagte bei dieser Gelegenheit, die Staatsanwälte hätten das Gericht
betrogen.
-- Der rechtswidrig eingesetzte Konkursverwalter schließt die Firmen sofort.
Es ist das erstemal seit mehr als 100 Jahren, daß die US-Regierung die
Einstellung einer Zeitung verfügt.
-- Natürlich stellen die drei Firmen wegen des Konkurses alle Zahlungen ein,
hiervon sind auch Kreditrückzahlungen betroffen.
-- Die Staatsanwaltschaft beantragt in Alexandria ein neues Verfahren gegen
LaRouche - wegen Konkursbetrug. Die von der Regierung bewirkte Einstellung
der Zahlungen wird nun LaRouche angelastet: Er habe nie vorgehabt, diese
Kredite jemals zurückzuzahlen. Die Tatsache, daß die Kredite zuvor bedient
worden waren, sei ein beleg dafür, daß wir die Kreditgeber arglistig
getäuscht hätten. Die Tatsache, daß die Regierung selbst die Rückzahlung der
Kredite unterbunden hatte, durfte von den Angeklagten nicht erwähnt werden,
"weil es nicht zur Sache gehört, und die Jury nur irritieren würde."
-- LaRouche wurde dann als "Kopf der Verschwörung" verurteilt -- obwohl er
in keiner der betroffenen Firmen Geschäftsführer war, und ihm persönlich
deshalb auch kein Rechtsbruch vorgeworfen werden konnte. Der
"Sekten"-Vorwurf ist somit ein Konstrukt, das dazu diente, die Verurteilung
von LaRouche zu ermöglichen -- eine ganz offizielle Verschwörungstheorie.

Noch Fragen? Die Tatsache, daß LaRouche in dieser Weise vom Justizapparat
der USA verfolgt wurde, hat viele Leute im Bereich der amerikanischen
Bürgerrechtsbewegung - und im ehemaligen Ostblock - dazu gebracht, ihre
durch die umlaufenden Verleumdungen geprägte negative Einstellung gegenüber
LaRouche zu überdenken, und seither mit LaRouche zusammenzuarbeiten, wie
Bevel, Amelia Boynton-Robinson oder der prominente Anwalt Chestnut.

> Zur LaRouche-Delegation
> gehörte auch Roy Frankenhauser, "Grand Dragon" des Ku
> Klux Klan in Philadelphia und 1983 beim
> Sicherheitsdienst von LaRouche beschäftigt.

Roy Frankenhauser war Mitarbeiter des Personenschutzes von LaRouche. Er
gehörte, wie wir später herausfanden, zu jenen Leuten, die im Auftrag des
Iran-Contra-Nertzwerks in unsere Organisation eingeschleust wurden, was in
Boston gerichtsnotorisch wurde und durch Regierungsdokumente gut belegt ist.
Daß er auch beim Ku-Klux-Klan aktiv war, haben wir erst später erfahren.
Frankenhauser diente offensichtlich als agent provocateur, der unsere
Mitglieder zu illegalen Aktivitäten verleiten sollte - was ihm nicht
gelungen ist. Hinterher (im Bostoner Verfahren) sollte LaRouche dann ein
Strick daraus gedreht werden, daß Frankenhauser (!) diese Vorschläge gemacht
hatte - und das war, wie gesagt, für die Bostoner Jury nicht sehr
überzeugend. Im Verfahren in Alexandria wurden diese Vorwürfe auch nicht
mehr berührt - die Regierung hatte wohl aus dem Scheitern des Bostoner
Verfahrens gelernt.

> ... Seit Anfang der 90er Jahre gibt es Bemühungen,
> Kontakte mit nationalistischen Kräften in Rußland
> aufzunehmen.

Wenn Sergej Glasjew, der das Wirtschaftprogramm der KP mitverfaßte und
LaRouche einlud, seine Ideen in Moskau vorzutragen, ein Buch über den
"Genozid" verfaßt, den die "Reformen" in Rußland eingeleitet haben, so ist
er deshalb noch kein Nationalist. Immerhin ist die durchschnittliche
Lebenserwartung der russischen Männer seit 1989 um volle 10 Jahre gesunken!

> Die Zeitschrift CODE des Ekkehard
> Franke-Gricksch gerät 1995 unter den massiven Einfluss
> von LaRouche.

... und wurde eingestellt, da wir ihm das permanente Abschreiben
untersagten, weil uns die engstirnige Art, wie er die von uns stammenden
Informationen interpretierte, nicht gefiel.

> Nach Meinung von US-Sicherheitsexperten hat das ICLC
> den besten privaten Nachrichtendienst der Welt und
> arbeitet eng mit staatlichen Diensten zusammen.
> William Colby, ehemals Direktor des CIA, ist der
> Meinung, dass das LaRouche-Komitee zu 80 Prozent aus
> ehemaligen CIA- und FBI-Leuten besteht.

Wenn wirklich 80% des LaRouche-Komitees für FBI oder CIA gearbeitet hätten,
sähe das Establishment wohl kaum die Notwendigkeit, LaRouche durch
juristische und andere Verfahren mundtot zu machen. Auch hier ist doch
auffällig, wie sehr man hier auf einmal den Äußerungen eines CIA-Chefs
glaubt!?

> Den marginalen
> Wahlergebnissen, die die Parteien erreichen, steht ein
> finanzkräftiges Unternehmen gegenüber mit einem
> effektiven Propagandaapparat. Woher die Gelder kommen,
> liegt völlig im Dunkeln.

LaRouche hat bei den Vorwahlen der Demokratischen Partei sehr häufig
zweistellige Ergebnisse erreicht. Erst vor wenigen Wochen gewann ein
LaRouche-Anhänger die Vorwahl seines Wahlkreises für den Landessenat in
Michigan (mit 61%), ein weiterer kam auf fast 48% bei der Vorwahl für den
Landtag. Unsere Anhängerzahl ist also keineswegs so klein, wie man es hier
darstellen will. Dem entsprechen auch die Ergebnisse beim Sammeln von
Wahlspenden, die nach amerikanischen Gesetzen in Beträgen von maximal 1000 $
pro Person gesammelt werden dürfen, sehr genau dokumentiert werden müssen
und von der Federal Election Commission veröffentlicht werden -- was daran
so dunkel sein soll, ist mir schleierhaft. Auch die Finanzen der BüSo
liegen, wie es das Parteiengesetz vorsieht, beim Präsidenten des Deutschen
Bundestages auf und sind meines Wissens auch im Internet einsehbar.

> ...Die
> Programmatik der LaRouche-Organisationen ist
> durchdrungen von
> antisemitisch-verschwörungstheoretischem und
> autoritärem Gedankengut.

Hierfür steht, wie gesagt, der Beweis noch aus.

> ...Auch die amerikanische Organisation
> Anti-Defamation League (ADL), die rechtsextreme
> Organisationen und antisemitische Vorfälle beobachtet,
> wurde häufig verbal attackiert und sogar schon konkret
> bedroht.

Auch die ADL scheint der Meinung zu sein, daß jemand ein Anisemit ist,
sobald sie es behauptet, und keine Notwendigkeit besteht, den
Wahrheitsbeweis hierfür zu erbringen. Die ADL mußte übrigens vor wenigen
Wochen ein hübsches Sümmchen Strafe zahlen, weil sie rechtswidrig
Informationen über amerikanische Bürger sammelte, z.B. Gegner des
Südafrikanischen Apartheid-Regimes, und diese Informationen an interessierte
Geheimdienste weitergereicht hat. In einem Fall wurde eine der von der ADL
ausgespähten Personen in Kalifornien durch eine Bombe umgebracht, und der
ADL-Informant war im Besitz eines Lageplans des Büros, in dem die Bombe
explodierte. Wer so etwas veröffentlicht, attackiert die ADL natürlich
verbal, und wenn die ADL dann wegen solcher Dinge vor Gericht kommt, dann
droht ihr konkret nicht nur eine Geldstrafe, sondern sogar Gefängnis. Diese
Bedrohung hat sie aber durch "außergerichtlichen Vergleich" noch abwenden
können.

> Auch im Internet ist LaRouche seit vielen Jahren
> vertreten. Die Artikel von seinen Webseiten wie auch
> von den gedruckten Medien werden von seinen deutschen
> Anhängern gerne kopiert und in einschlägigen Webforen
> weiterverteilt. Gerade nach dem 11. September 2001
> wurden die EIRNA-Artikel, die sich in
> verschwörungstheoretischen Andeutungen ergingen, in
> Windeseile verbreitet. Für die kommenden
> Präsidentschaftswahlen will LaRouche wieder antreten.

Herzlichen Dank für diesen Hinweis, ich hoffe, man nützt ihn, sich aus
erster Hand über laRouche zu informieren:
http://www.eirna.com
Dann haben wir hoffentlich wieder Zeit für eine inhaltliche Diskussion. :)

Mit freundlichen Grüßen

Alexander Hartmann
---------------------
Liebe Attacies,

1. auf attacmod-d gab es tatsächlich eine Diskussion über die BüSo -- deren
Ergebnis es war, daß man meine Beiträge unzensiert läßt, weil ja jeder Leser
erwachsen genug ist, sich seine Einschätzung selbst zu bilden. Auch einige
Teilnehmer, die mit der BüSo "nichts am Hut" haben, haben sich den penetrant
bevormundenden Stil einiger BüSo-Gegner energisch verbeten.

2. Seit dieser Diskussion ist es allen Teilnehmern auf attacmod-d bekannt,
daß ich -- Alexander Hartmann -- Anhänger von BüSo und LaRouche bin.

3. Allerdings dürften im Lauf der Diskussion auf attacmod-d, an der ich mich
regelmäßig beteilige, etliche Leute erkannt haben, daß die Vorwürfe, die
BüSo sei rechtsextrem, völlig absurd sind -- auch wenn in etlichen
einschlägigen Schriften solcher Blödsinn kolportiert wird (wie z.B. in dem
von Christof Müller zitierten Handbuch Rechtsextremismus) -- in der Regel
wird dieser Unsinn einfach von einer Quelle zur nächsten weiterzitiert, ohne
zu recherchieren, was den die ursprüngliche Quelle dieser Behauptungen ist.

Auf der BüSo-Homepage (www.bueso.de) findet man ein Beispiel, wie ein Zitat
aus einer Rede, in der LaRouche vor den amerikanischen Faschisten um William
Yandell Elliott gewarnt hat, offensichtlich vorsätzlich so verdreht hat, daß
LaRouche als jemand dastand, der gesagt habe, man müsse Faschist sein.
Dieses Zitat findet sich in fast allen Aufsatzsammlungen über den
angeblichen Faschisten LaRouche wieder. Die wenigsten kennen die Quelle, und
noch weniger Leute wissen, daß dieses Buch von Dennis King -- wie er selbst
im Vorwort dankend anerkennt -- von der R. Smith Richardson-Foundation
finanziert wurde. Es gibt in Amerika fast kein wichtiges RECHTSEXTREMES
Projekt, was nicht von der R. Smith Richardson-Stiftung finanziert wird! Der
Autor King schrieb ursprünglich für das Magazin "High Times", das sich für
die Freigabe von Marijuana und Haschisch einsetzte, und von dem
amerikanischen RECHTSEXTREMISTEN William F. Buckley unterstützt wurde (oder
wird?). Eine zentrale Rolle bei diesen Propaganda-Operationen gegen LaRouche
spielte auch der New Yorker Anwalt Roy Cohn, der in Buckleys New York
Conservative Party eine wichtige Rolle spielte, Cohn war in den fünfziger
Jahren Assistent von niemand anderem als dem berüchtigten Senator Joe
McCarthy.... Es ist eine kleine Welt.

4. Wenn, wie im Handbuch behautet, "...die rechtsradikalen haltungen und
ziele... sich erst als konsequenz der formulierten geistigen grundlagen"
entschlüsseln, so bitte ich jeden, sich unser Programm genau anzuschauen,
weil man dann sehr leicht erkennt, was für ein Unsinn diese Behauptung ist.

5. Wenn Christof Müller schreibt, ich hätte über eine "Zusammenarbeit von
Antideutschen und CIA" geschrieben, so sollte er sich meine Beträge zu dem
Thema noch einmal durchlesen -- da ist nämlich von CIA nicht die Rede. Ich
spreche vom American Enterprise Institute, von der Hudson-Foundation, vom
Defense Policy Board, vom Aspen-Institut, vom Middle East Media Research
Institute, von Jeffrey Gedmin, Richard Perle, David und Meyrav Wurmser, von
Götz Nordbruch und Jungle World, von Margaret Thatcher, Nicholas Ridley und
der RAF, und den seltsamen inhaltlichen Übereinstimmungen und einer
allerdings in manchen Fällen -- siehe Nordbruch/MEMRI nachweisbaren
Zusammenarbeit zwischen Rechtsextremen und Linksextremen, die sich
offensichtlich gegen diejenigen richtet, die einen Frieden im Nahen Osten
auch gegen Scharon -- aber auch für Israel -- durchsetzen wollen. Es handelt
sich hier nicht um eine "Verschwörungstheorie, sondern um eine dokumentierte
Zusammenarbeit. Das ist ja wohl ein Unterschied.

Vielleicht meint Christof Müller ja, hinter MEMRI, DPB, AEI etc.stünde die
CIA -- das erinnert mich an manche andere, die hinter jedem Baum eine
Verschwörung von Freimaurern oder Juden sehen. Ich habe im Anhang den
Beitrag von mir, den Christof Müller hier angreift, noch einmal angehängt,
da könnt ihr ja selbst sehen, warum er sich so aufregt -- getroffene Hunde
bellen eben:


Mit freundlichen Grüßen
Alexander Hartmann
-------------------
Liebe Attacies,

da die meisten hier ja wohl gegen einen neuen Krieg im Nahen Osten sein
dürften, was ich, wie inzwischen bekannt sein dürfte, hoffe, hier ein paar
Informationen über massive Versuche seitens des rechtsextremen Lagers in den
USA, die "Verbündeten auf Linie" zu bringen -- unter anderem durch
Entsendung einiger Propaganda-Kader der neokonservativen amerikanischen
Kriegstreiber nach Berlin.

So hat beispielsweise das Aspen-Institut in Berlin, zuvor eher für
"liberale" Aktivitüten bekannt, seit Dezember einen neuen Direktor: Jeffrey
Gedmin. Gedmin ist einer der energischsten Vertreter des neuen
amerikanischen Imperialismus; Seine Botschaft: "gebt euch drein -- wir
fragen nicht nach eurer Meinung, wenn wir den Krieg anfangen, müßt ihr ja eh
mitmachen. Also macht keinen Ärger..."

Bevor er zum Aspen-Institut kam, war Gedmin Mitarbeiter des American
Enterprise Institute (AEI), einer neokonservativen Denkfabrik in Washington.
Von dort aus war er als Exekutivdirektor Mitstreiter Margaret Thatchers bei
der New Atlantic Initiative, die sich massiv für die Ausweitung der NATO
nach Osteuropa einsetzte.

Das AEI ist derzeit auch Brötchengeber von Richard Perle, einem weiteren der
Haupt-Kriegstreiber in den USA, neben Paul Wolfowitz und den Senatoren
McCain und Lieberman, der als Chef des Defense Policy Board (DPB) den
wichtigsten Beirat des Pentagon leitet -- und diese Position dazu benutzt,
die Liste der "Feindstaaten" Amerikas ständig zu verlängern. Jüngstes
Beispiel: Perle organisierte ein "Briefing" des DPB, bei dem gefordert
wurde, Saudi-Arabien zum Feind zu erklären, seine Ölfelder zu besetzen,
seine Finanzanlagen in Amerika zu konfiszieren und für die heiligen Stütten
des Islam "andere Optionen zu suchen", wenn die Saudis nicht beim Krieg
gegen Saddam mitmachen.

Als Sprachrohr hierfür wählte Perle übrigens Laurent Muraviec, einen
"Analysten" der Rand Corporation. Muraviec kenne ich recht gut -- er war 16
Jahre lang in unserer Organisation aktiv; als LaRouche dann von der
Bush-Reagan-Regierung ins Gefängnis geschoben wurde, hat sich Muraviec 1990
verdünnisiert, nahm alles zurück und behauptet nun das Gegenteil. Muraviec
hatte wohl Angst, es könnte ihm so ergehen wie meinem amerikanischen Freund
Michael Billington, der "wegen fehlender Wertpapier-Maklerlizenz" beim
Werben finanzieller Unterstützung für politische Aktivitäten zu 77 -- in
Worten: siebenundsiebzig! -- Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Es ging um
Kredite über rund 300000 Dollar, die Michael angeblich "illegal" vermittelt
hatte. Diese Praxis ist im politischen Leben Amerikas gang und gebe, aber
die Interpretation, daß solche Kredite als "Wertpapier" zu betrachten seien,
wurde extra für diesen Fall erfunden, rückwirkend (!) angewendet -- und
seither nie wieder. Die US-Justiz war eben schon vor Ashcrofts Zeiten
erfinderisch.

Tatsächlich hat Muraviec wohl schon 1986 "die Seite gewechselt", und
sabotierte einige Aktivitäten der LaRouche-Bewegung "von innen heraus": So
verhinderte er, daß eine Studie über Sharons Rolle in Israel verbreitet
wurde. LaRouche hat sich seit 1975 dafür eingesetzt, daß Israelis und
Palästinenser sich zunächst auf ein gemeinsames Programm der
wirtschaftlichen Entwicklung der Region, und vor allem auf die Vergrößerung
der Frischwasserversorgung durch Meerwasserentsalzung verständigen sollten.
Erst auf dieser Grundlage werde eine politische Verständigung möglich -- und
es war genau dieser Ansatz, der zwei Jahrzehnte später die Grundlage des
Osloer Abkommens bildete.

Davon distanzierte sich Muraviec nun. Sein nächster Arbeitgeber, die
Schweizer Firma GEOPOL, geriet in Vergessenheit, nachdem ihr Präsident
Pierre Hafner mehrere Monate wegen des dringenden Verdachts der Geldwäsche
in Haft war. Partner des Unternehmens war Elisabeth Kopp, die als
Justizministerin der Schweiz zurücktreten muáte, weil sie ihrem Mann
"gesteckt" hatte, daß die Justiz gegen ihn ebenfalls wegen Finanzdelikten
ermittelte. Ihr Cousin Fred Ikle war damals hoher Beamter des
US-Verteidigungsministeriums, und hat sich seither offenbar um Muraviecs
weitere "Versorgung" verdient gemacht.

Aber zurück zum Thema: Ein weiterer Mitstreiter beim AEI ist David Wurmser,
der dort die "Nahost"-Abteilung leitet. Wurmsers Ehefrau Meyrav Wurmser
stammt aus Israel, wo sie in ihrer Doktorarbeit die abenteuerliche These
vertrat, als Gegenmittel gegen den zunehmenden "Identitätsverlust"
Israels -- vor allem durch die inwanderung vieler areligiös eingestellter
Juden aus Rußland --müsse man die Ideologie von Wladimir Jabotinski
wiederbeleben. Jabotinski betrachtet sich selbst als Faschist, und hätte in
den dreißiger Jahren laut eigenem Bekunden gerne die Nazis unterstützt --
wenn sie nur keine Antisemiten gewesen wären... Wenn Muraviec heute nach
seinen Mentoren gefragt wird, nennt er Leon Poliakov -- der ebenfalls
Jabotinski-Anhänger ist. Auch "Bibi" Netanyahu kommt aus der
Jabotinski-Schule.

Meyrav Wurmser gründete in Washington das Middle East Media Research
Institute (MEMRI). MEMRI ist erklärtermaßen eine Propagandaeinrichtung. Die
von dort verbreiteten Schauergeschichten sind etwa von der Qualität wie die
Medienstory, bei der auf Initiative einer von Kuwait angeheuerten
amerikanischen Werbeagentur die Tochter eines kuwaitischen Diplomaten als
angebliche "Krankenschwester" auftrat und "berichtete", irakische Soldaten
hätten kuwaitische Kinder aus den Brutkästen geholt und umgebracht.
Inzwischen ist Meyrav Wurmser zum ebenfalls neokonservativen Hudson
Institute gewechselt, wo sie heute für den Nahen Osten zuständig ist.

Interessanterweise hat MEMRI im April ein Büro in Berlin eröffnet. Dieses
Büro wird von Götz Nordbruch geleitet, der manchen hier vielleicht durch
seine zahlreichen Beiträge im Berliner Szeneblatt "Jungle World" bekannt
sein dürfte (u.a. verbreitete er dort die MEMRI-Story über die
"palästinensischen Schulbücher"). MEMRI gibt nun die Linie aus, "wer gegen
Sharon ist, ist gegen Israel -- also Antisemit" -- obwohl Sharon sicherlich
derzeit sicherlich mehr für den wirtschaftlichen, militärischen und
moralischen Untergang Israels tut als irgendjemand sonst. Nebenbei gesagt:
Für etliche der amerikanischen Kriegstreiber dürfte genau dies das Motiv
ihrer Unterstützung Sharons sein -- eben weil in diesen Kreisen
Antisemitismus weit verbreitet ist!

Im Mai fand dann an der Berliner Humboldt-Universität eine dreitägige
Konferenz unter dem Motto "Es geht um Israel" statt, auf der exakt die
MEMRI-Linie ausgegeben wurde -- und zwar von den "antideutschen"
Kommunisten. Bei der Abschluß-Kundgebung, an der rund 500 "Antideutsche"
teilnahmen, gab es Sprechchöre: "IDF in Ramallah -- das ist die Antifa".
Bundespräsident Rau und UN-Generalsekretär Kofi Annan wurden verurteilt,
weil sie die Demonstrationen gegen den Krieg in Palästina unterstützten.

Während Gedmin die politische Ebene nur verbal unter Druck setzt (er tritt
in Berlin weit stärker in Erscheinung als beispielsweise der amerikanische
Botschafter, der sich in der öffentlichen Debatte diplomatisch zurückhält,
weil er zu viel porzellan zerschlagen würde, träte er wie Gedmin auf.) und
MEMRI Schauermärchen für die Bildzeitung verbreitet, um den Krieg
vorzubereiten, spielen die "Antideutschen" lieber auch selbst Krieg: Anfang
Juli zertrümmerten selbsternannte, maskierte "Antifaschisten" an der
Berliner Humboldt-Universität in bester SA-Manier einen Infostand der
"Bürgerrechtsbewegung Solidarität" -- die sich für einen Frieden im Nahen
Osten einsetzt -- und bedrohten die anwesenden Mitglieder der BüSo.

[[[[ Kleine aktuelle Ergänzung: zum Semesterbeginn wurde erneut ein
Infostand der BüSo in Berlin, auf dem gegen den Irak-Krieg geworben wurde,
"auseinandergenommen", diesmal an der Freien Uni. Wer die Geschichte der
Weimarer Republik und ihres Untergangs kennt, der dürfte angesichts der
Tatsache, daß hier wieder einmal inhaltliche Diskussionen über wesentliche
Fragen der Politik mit Gewalt unterdrückt werden, ein äußerst unangenehmes
"deja vu"-Erlebnis haben. ]]]]

Solche interessanten Gleichklänge zwischen extrem rechts und extrem links
gab es übrigens schon früher: Die Wortwahl des Thatcher'schen
Handelsministers Ridley, der das wiederzuvereinigende Deutschland als
"viertes Reich" bezeichnete, war identisch mit den Formulierungen im
Bekennerschreiben der RAF nach dem Mord an Herrhausen.

Ich denke, angesichts der Diskussion um angebliche "antisemitische"
Tendenzen bei Attac dürften diese Verbindungen der angeblich "linken"
"antideutschen" Szene zum rechtsextremen Lager der USA manchen hier
interessieren. Es ist halt nicht alles Gold, was glänzt, und man erlebt im
Leben so manche Enttäuschung -- wie wir mit Muraviec.

Mit freundlichen Grüßen

Alexander Hartmann
---------------------
Liebe Attacies,

der von Christof Müller veranlaßte Aufsatz von Sarah Postone -- deren
Beiträge man sonst auf den einschlägigen Webseiten der "Antideutschen"
findet - spricht für sich selbst: Attac wird hier "struktureller
Antisemitismus" vorgeworfen, weil man jemandem die Teilnahme an der
Diskussion nicht verwehrt, der eine Partei repräsentiert, die sich gegen
einen Krieg wendet, der zur Zerstörung Israels führen würde.
Diese Partei, fordert Müller, soll mundtot gemacht werden, man fordert
ultimativ ihren Ausschluß aus der Diskussion.

Der Umkehrschluß wäre, daß Christof Müller und Sarah Postone darauf
hinwirken, daß eben dieser Krieg, der zur Vernichtung Israels führen würde,
stattfindet. Wer ist hier dann der Antisemit? Aber vielleicht reagieren
Christof Müller und Sarah Postone einfach nur so emotional, daß sie gar
nicht mehr in der Lage sind, die Konsequenzen ihrer Forderungen zuende zu
denken. Solche Personen sind dann natürlich leicht von interessierter Seite
zu manipulieren.

Wie ich in dem Diskussionsbeitrag, der C.M.s allergische Reaktion auslöste,
dargestellt habe, gibt es engste Beziehungen zwischen den "Antideutschen"
und den Kreisen in Amerika um Defense Policy Board-Chef Richard Perle, die
Bush zum Einmarsch in den Irak bewegen wollen.

Dies wird sich erneut Anfang September zeigen, wenn Jungle World und
MEMRI-Berlin eine gemeinsame mehrtägige Konferenz an der Berliner TU
veranstalten: MEMRI-Berlin ist ein im April gegründeter Ableger von
MEMRI-Washington. Beides sind Propaganda-Instrumente der neokonservativen
Kriegspartei in Washington. MEMRI-Gründerin Meyrav Wurmser ist eine erklärte
Anhängerin des erklärten Faschisten Wladimir Jabotinski und Ehefrau des
Perle-Kollegen David Wurmser (Perle und Wurmser arbeiten beide beim stark
von Magaret Thatcher beeinflußten Amerikan Enterprise Institute, dem
übrigens Jeffrey Gedmin angehörte, bevor er seinen Posten am Berliner
Aspen-Institut bezog, um Deutschland auf Kriegskurs zu bringen); sie selbst
arbeitet inzwischen beim Hudson-Institut, das sich ebenfalls für den
Irak-Krieg (und die Besetzung saudischer Ölfelder in diesem Zusammenhang)
einsetzt.

Es geht diesen offensichtlich Kreisen darum, Amerika auf einen neoimperialen
Kriegskurs zu bringen, der vor allem zwei Ziele hat:
1. kurzfristig den Rest der Welt so instabil zu machen, daß das Kapital der
internationalen Investoren wieder nach Amerika fließt. Dies ist derzeit
nicht der Fall, und deshalb steht Amerika vor dem Bankrott.
2. längerfristig einen langandauernden Konflikt auf dem eurasischen
Kontinent zu schüren, der die Bildung einer Achse Paris-Berlin-Moskau-Peking
(mit den ASEAN-Staaten, Iran, Indien und anderen als Bündnispartnern)
verhindert, die zusammen durchaus in der Lage wären, eine gerechte neue
Weltwirtschaftsordnung auch gegen den Widerstand der anglo-amerikanischen
Bankrotteure durchzusetzen.
Den ideologischen Vätern dieser Politik könnte das Schicksal Israels nicht
gleichgültiger sein. Dient es dazu, den permanenten Konflikt zwischen
Amerikas potentiellen geopolitischen Konkurrenten sicherzustellen, dann ist
es ihnen nur recht, wenn sich Israel auf den Weg kollektiven Selbstmords
begibt. Zum Glück gibt es Widerstände gegen eine solche Politik -- nicht nur
in Deutschland, sondern auch in Amerika und Israel.

Zu jedem Krieg gehört Kriegspropaganda, und wenn es Widerstände gegen den
Beginn des Krieges gibt, dann gibt es besonders viel Propaganda. Auf der
Mai-Konferenz wurde offenbar den Berliner "Antideutschen" das Hirn so heiß
geredet, daß sie ihre Aggressionen vier Wochen später an einem Büchertisch
der BüSo abreagierten. Frage an Christof Müller und Sarah Postone: Wird der
schwarze Block nun auch gegen Attac-Infostände mobil gemacht?

Mit freundlichen Grüßen

Alexander Hartmann

Posted by Astrid Haarland at 01:03 EM
Bueso und attac: Eine Diskussion auf der Mailingliste der Globalisierungsbewegung attac

Da anscheinend keiner die links anklickt und liest, muss ich hier doch mal
dieses über die Liste schicken. Bei BüSo handelt es sich um eine gefährliche
Partei, die erstens Atomenergie ausbauen möchte, die die Grünen damals
heftigst bekämpft hat und sogar Petra Kelly damals bedroht hat, wo es
peronale Verbindungen zum Ku Klux Klan und den Geheimdiensten des CIA und
FBI gibt. Also bitte endlich ernst nehmen!!! In Deutschland müssen wir ja
nicht auch noch so etwas unterstützen oder sogar in unseren Reihen zulassen.

http://www.idgr.de/lexikon/bio/l/larouche-lyndon/larouche.html

----------------

Lyndon W. LaRouche

Jahrgang 1922, geb. in Rochester. Wohnsitz: Leesburg, Virginia, USA

Lyndon LaRouche   

Lyndon W. LaRouche gründet 1966 die Organisation International Caucus of
Labor Committees (ICLC) - Internationaler Auschuss der Arbeiterkommitees.
Bereits 1986 stellt der ICLC über das National Democratic Policy Committee
(NDPC), welches als verdeckte Fraktion der Demokratischen Partei arbeitet,
etwa 160 Kandidaturen für den US-Kongress und etwa 600 für andere Wahlämter.
LaRouche gelingt es, ein multinationales Geflecht von Verlagen,
Organisationen und Parteien zu gründen. In jüngeren Jahren war er Trotzkist.
Er wechselt die Fronten in den 70er Jahren und sucht Anschluss an rechte
Gruppen. Im April 1989 wird er wegen Kreditbetrug zu einer langjährigen
Freiheitstrafe verurteilt, später von der US-Regierung des Spendenbetrugs
überführt.

Kontakte bestehen in den USA anfänglich vor allem zur Demokratischen Partei.
Der ehemalige Bürgerrechtsaktivist Reverend James Bevel aus Chicago, der in
den 60er Jahren ein enger Mitarbeiter von Martin Luther King war, wandte
sich später extrem rechten Ideologien zu, nahm Verbindung zur Moon-Sekte auf
und befreundete sich auch mit LaRouche. Als LaRouche 1994 auf Bewährung aus
dem Gefängnis entlassen wird, tritt er sofort als Kandidat zu den
Präsidentschaftswahlen an und nominiert Bevel, der ihm vor allem schwarze
Wählerstimmen bringen soll, als Vizepräsident. CDU-Abgeordnete des
sächsischen Landtags erhielten 1993 Bettelbriefe von Helga Zepp-LaRouche,
man möge ihn mit einer Spende für seine Kandidatur unterstützen.

In Europa dient LaRouche die rechtsgerichtete französische Parti ouvrier
européen (POE) in Frankreich und Italien lange Jahre als Stützpunkt. 1974
initiiert er die Europäische Arbeiterpartei (EAP) in der Bundesrepublik,
1984 folgt die Gründung des Schiller-Instituts und 1985 kommt es zur
Gründung der Partei Patrioten für Deutschland. Weitere LaRouche Ableger sind
eine Anti-Drogen-Koalition, der Club of Life, das Deutsch-Französische
Komitee zur Förderung der Kernenergie, Fusions-Energie-Forum,
Kernkraftkomitees, eine Private Akademie für Humanistische Studien. Unter
der Führung seiner deutschen Ehefrau Helga Zepp-LaRouche gründet sich 1992
die kleine Splitterpartei Bürgerrechtsbewegung Solidarität, die auch
regelmäßig zu Wahlen antritt. Vertreter des Schiller-Instituts nahmen an
einer Veranstaltung des Kroatischen Nationalrates (HNV) zum Gedenken an den
Gründungstag des "Unabhängigen Kroatien" teil. Brigadegeneral a.D.
Paul-Albert Scherer, der es bis zum Chef des Militärischen Abschirmdienstes
(MAD) brachte, unterzeichnete einen HNV Solidaritätsaufruf. Zur
LaRouche-Delegation gehörte auch Roy Frankenhauser, "Grand Dragon" des Ku
Klux Klan in Philadelphia und 1983 beim Sicherheitsdienst von LaRouche
beschäftigt.

Nach der Auflösung der POE kommt es zur Gründung der Solidarité & Progrès,
die derzeit von Jaques Cheminade geführt wird. Cheminade (Jahrgang 1941) ist
gebürtiger Argentinier und diente schon der POE in den Jahren 1982 bis 1989
als Generalsekretär. Zur Unterstützung von Cheminades Wahlkampf im Jahre
1999 wird auch die schwarze Amerikanerin Amelia Robinson in Einsatz
gebracht, die LaRouche seit dem gemeinsamen Präsidentschaftswahlkampf mit
James Bevel treu ergeben ist. Der Kommentator des Senders France 2 nennt sie
spöttisch "Mamie noire de Cheminade".

Seit Anfang der 90er Jahre gibt es Bemühungen, Kontakte mit
nationalistischen Kräften in Rußland aufzunehmen. LaRouches Vorstellungen
von einer "eurasischen Landbrücke" führen ihn auch wiederholt nach China.
Europa solle einen Wirtschaftsblock mit Rußland und mit China bilden und mit
dieser Wirtschaftsmacht die Dominanz der "Anglo-Amerikaner" innerhalb der
Weltfinanz brechen.

LaRouche gibt eine Reihe von Zeitschriften heraus, darunter New Solidarity,
Executive Intelligence Review, für den spanischsprachigen Raum Nueva
Solidad, im deutschsprachigen Raum die Zeitschrift Neue Solidarität.
Letztere erscheint im Böttiger-Verlag in Wiesbaden. Die Zeitschrift Fusion -
Wissenschaft & Technik für das 21. Jahrhundert erscheint vierteljährlich,
verantwortlich zeichnet Wolfgang Lillge. Unter dem Titel Fusion erscheint
auch das publizistische Organ von Solidarité & Progrès. Der
Informationsdienst für Innere Sicherheit wird vom LaRouche-eigenen
Nachrichtendienst EIRNA herausgegeben. Die Zeitschrift CODE des Ekkehard
Franke-Gricksch gerät 1995 unter den massiven Einfluss von LaRouche.

Nach Meinung von US-Sicherheitsexperten hat das ICLC den besten privaten
Nachrichtendienst der Welt und arbeitet eng mit staatlichen Diensten
zusammen. William Colby, ehemals Direktor des CIA, ist der Meinung, dass das
LaRouche-Komitee zu 80 Prozent aus ehemaligen CIA- und FBI-Leuten besteht.
Den marginalen Wahlergebnissen, die die Parteien erreichen, steht ein
finanzkräftiges Unternehmen gegenüber mit einem effektiven
Propagandaapparat. Woher die Gelder kommen, liegt völlig im Dunkeln.

Die Organisationen des LaRouche-Netzwerks treten oftmals mit einem
merkwürdig anmutenden ideologischen Gemisch in Erscheinung. Man ist offen
antikommunistisch, und doch finden sich häufig Versatzstücke der Theorien
linker Philosophen, Schriftsteller und Sozialwissenschaftler. Neben Zitaten
von Marx und und Rosa Luxemburg finden sich Auseinandersetzungen mit den
Schriften von Antionio Gramsci, Plato, Friedrich Schiller oder dem
Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz. Die Programmatik der
LaRouche-Organisationen ist durchdrungen von
antisemitisch-verschwörungstheoretischem und autoritärem Gedankengut. Eines
der Hauptbetätigungsfelder ist die Förderung der Kernenergie, weshalb gerade
die Vertreter der grünen Parteien gerne ins Visier der LaRouche-Aktivisten
geraten. Auch die amerikanische Organisation Anti-Defamation League (ADL),
die rechtsextreme Organisationen und antisemitische Vorfälle beobachtet,
wurde häufig verbal attackiert und sogar schon konkret bedroht.

Auch im Internet ist LaRouche seit vielen Jahren vertreten. Die Artikel von
seinen Webseiten wie auch von den gedruckten Medien werden von seinen
deutschen Anhängern gerne kopiert und in einschlägigen Webforen
weiterverteilt. Gerade nach dem 11. September 2001 wurden die EIRNA-Artikel,
die sich in verschwörungstheoretischen Andeutungen ergingen, in Windeseile
verbreitet. Für die kommenden Präsidentschaftswahlen will LaRouche wieder
antreten.

Posted by Astrid Haarland at 12:51 EM
Oktober 14, 2002
"Was Sie schon immer über Antisemitismus ...

... in der deutschen Linken wissen wollten, aber bisher nie für möglich gehalten hätten..."

Eine Diskussion im Jugendcafe Pankow. Erfahrungsbericht von einem, der dort war. Das Thema "Antisemitismus in der deutschen Linken" ist hier und da präsent.
Und es bleibt schwierig.
Ist es aufgebauscht?

Artikel bei indymedia

"Ein Abend, der vor einem halben Jahr noch undenkbar war

von javier - 12.10.2002 00:21

Berlin, 9.10. - Es ist kalt im Unabhängigen Jugendzentrum Pankow, wegen Renovierungsarbeiten ist in dem selbstverwalteten Projekt die Heizung außer Betrieb. Und es wird viel geraucht in dem bunten Altbauraum. Die Luft ist zum Schneiden. Das Infocafe Pankow, ein antifaschistisches Jugendprojekt, hat für den heutigen Abend eine Infoveranstaltung angekündigt, die den Anspruch erhebt, die Scherben zusammenzufegen, die zwei Jahre Intifada hinterlassen haben: "Was Sie schon immer über die Antisemitismus in der deutschen Linken wissen wollten, aber bisher nie für möglich gehalten hätten..."

35 fast ausschließlich jugendliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich eingefunden und sitzen über das damit gut gefüllte Cafe verteilt im großen Kreis auf Stühlen und Sofas. Ungewohnt schnell für eine politische Diskussion setzt Stille ein, als mit über einer Stunde Verspätung der Themenabend anmoderiert wird, vielleicht weil es keine Mikrofonanlage gibt. Während der Referate wird der Getränketresen geschlossen, verkündet die Moderatorin in die angespannte Erwartungshaltung hinein, und erläutert weiter, daß es zwei Grundregeln gibt, die sie als Voraussetzungen einer sinnvollen Diskussion ansieht: Das Existenzrecht des Staates Israel soll nicht bestritten und auf Nazi-Vergleiche grundsätzlich verzichtet werden. Und, Fragen möchten bis zum Ende aufschoben werden.

Im direkten Anschluß befaßt sich der erste von vier Kurzvorträgen mit der Entstehung des Antisemitismus. Die Geschichte greift zurück ins antike Rom. Im antiken Götterstaat waren Politik und Religion eng verflochten - wer auf einer anderen, gar monotheistischen Religion beharrte, wandte sich in den Augen der Cäsaren auch gegen die herrschende Ordnung. Juden wurden als politisch unzuverlässige Elemente verfolgt. Als das Christentum an die Macht kam, bekämpfte es in den Juden seine ideologischen Ursprünge - das Gottesgnadentum der mittelalterlichen Herrscher erforderte religiöse Alleinvertretungsansprüche. Der christliche Antijudaismus offenbarte in der Inquisition seine eliminatorische Tendenz.

Als in den Städten des Hochmittelalters sich das Geldsystem entwickelte, wurden mit dem Abdrängen der Juden in den Handelssektor die Grundlagen für den modernen Antisemitismus gelegt. Die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise fand ihre religiöse Widerspiegelung in der Reformation - für Ideologen wie Martin Luther waren die Juden eine willkommene Projektionsfläche für Gegenbilder zum protestantischen Arbeitsethos. Mit der Herausbildung der modernen Staatenwelt folgte die nationale Ausgrenzung und der biologistische Antisemitismus. Der Sprecher versucht ein historisches Resumee: So unterschiedlich diese Mechanismen sind, so kontinuierlich ist ihre Funktion, die Instrumentalisierung der Juden als gesellschaftliches Ventil.

Der zweite Referent spricht über den Zionismus. Auswanderungsbewegungen hat es auch vor Theodor Herzl gegeben - aber sie wurden als abenteuerliche Haltung einzelner angesehen. Erst als der Optimismus der Aufklärung u.a. in den Pogromen des zaristischen Rußland zugrundeging, machte Herzl daraus ein politisches Konzept - die Idee eines nationalen jüdischen Staates sollte der gesellschaftlichen Situation in der neuen Epoche Rechnung tragen. Historisch gesehen ist der Zionismus als politische Bewegung die nationale Antwort auf die nationalen Bewegungen der nichtjüdischen Umwelt - die Definition der Juden als Nation war von außen aufgestülpt und Voraussetzung, nicht Folge seines Entstehens.

Er zeichnet die Geschichte von Palästina nach, vor 1967 ein rein geografischer Begriff für die Region, die zunächst vom Einfluß des zerfallenden Osmanischen Reiches sowie der Kolonialmächte Frankreich und England geprägt ist. Während 1913 in Paris der panarabische Kongreß staffindet, setzen sich unter den Zionisten die 'Praktiker' gegen die 'Politiker' durch, angesichts der Situation in Europa beginnt die Einwanderung ohne vorige politische Anerkennung. England laviert und macht im ersten Weltkrieg vage politische Zusagen gegenüber arabischen wie jüdischen Privatpersonen, in den zwanziger und dreißiger Jahren gehen von einem erstarkenden arabischen Nationalismus Übergriffe bis zum Mord aus. Militante Antworten wie sie die Irgun praktizieren werden von den Zionisten zunächst abgelehnt, während England während des Holocaust und in der Folgezeit die Einwanderung blockiert. Als nach dem Zweiten Weltkrieg zahlreiche 'displaced persons' nach Palästina auswandern wollen, erreicht dieses Vorgehen in der 'Exodus'-Affäre mit staatlicher Piraterie gegen Einwanderungswillige seinen Höhepunkt uns endet erst mit der Gründung des Staates Israel 1948.

Ein dritter Sprecher beschäftigt sich mit dem Antizionismus der "alten Linken". Karl Marx hat lediglich reiche Juden als solche, arme jedoch als Teil des Proletariats wahrgenommen. Vielleicht gerade deswegen gibt es Anfang des 20. Jahrhundert noch keine nennenswerten politischen Unterschiede zwischen Sozialismus und Zionismus. Auch in der nachrevolutionären Sowjetunion unter Lenin ist eine jüdische Sektion selbstverständlicher Teil des Volkskommissariats für Nationalitätenfragen. Der Nationalbolschewist Stalin hingegen definiert Juden als Rasse und instrumentalisiert sie zunehmend als Sündenbock, auf den sich die Unzufriedenheit mit der Bürokratie umlenken läßt.

In den infolge des Ribbentrop-Molotow-Abkommens an die Sowjetunion gefallenen osteuropäischen Gebieten haben Juden 1940 kein passives Wahlrecht. Nachdem ab 1954 unter den Opfern des Faschismus aus stalinistischer Sicht Juden nur als 'sonstige' vorkommen, kommt es zu einer Reihe von Schauprozessen gegen sogenannte "Kosmopoliten". Obwohl noch 1948 Stalin - vermutlich aus antienglischen Motiven - die Gründung Israels unterstützte, gipfelt die Instrumentalisierung von Juden als angeblichen Trägern einer Verschwörung gegen die Sowjetmacht 1955 im sogenannten Slansky-Prozeß. Mit Chrustschow, der Juden als "Individualisten" stigmatisiert, kommt es zu keinem Bruch. Die Rehabilitierung bleibt aus. Mit der politischen Annäherung an die arabischen Staaten setzt sich in der Sowjetunion die Etikettierung Israels als "Imperialismus" durch. Der Vortrag schließt mit einem Zitat aus einer ukrainischen Zeitung: "Die Gaskammern von Treblinka wurden von den arischen Zionisten bezahlt", fantasierte man dort bereits 1967.

Der letzte Sprecher widmet sich der "neuen Linken". Während in Deutschland die APO entsteht, wehr sich Israel im Sechstagekrieg sehr offensiv gegen Truppenaufmärsche an seinen Grenzen. Von der deutschen Linken wird das unkritisch mit dem Vorgehen der USA im Vietnamkrieg zusammengefaßt, in bezug auf Israel setzt sich die stalinistische Brückenkopfideologie durch. Obwohl Philosophen der Zeit genau hiervor warnen, werden damit Begriffe wie Volk unkritisch in linke Vorstellungen integriert. Der positive Bezug der Springerpresse, der weniger Israel selbst gilt als der Art und Weise seines militärischen Vorgehens, wird von der APO oberflächlich ins Gegenteil gewendet. Im Gegenzug verliert diese die Wirtschaftsbezieungen Deutschlands zu den arabischen Staaten aus den Augen.

Antikapitalistische Linke in Deutschland übernehmen ein Produkt, das zwanzig Jahre zuvor der Großmufti von Jerusalem mit Hilfe deutscher Unternehmen durchgesetzt hat: das sogenannte "Palästinenser-Tuch". Die Linke der 70er Jahre wird von den K-Gruppen dominiert und engagiert sich vorwiegend in nationalen Solidaritätsbewegungen, militante Gruppen wie die "Tupamaros Westberlin" unternehmen Anschläge gegen jüdische Einrichtungen. Die aktuellste Wendung kommt mit der Zweiten Intifada, als Juden weltweit als Feinde ausgerufen werden. Von links gibt es zunächst kaum Gegenwind: Die sogenannte "Antiglobalisierungs"-Bewegung bezieht sich sehr oft noch auf das 'antiimperialistische' Ideologiefundament der 70er Jahre. Mit dem Erstarken der Rechten versuchen Querfrontkonzeptionen über die Parteinahme für Volksbefreiungsbewegungen Anschluß an die Linke zu finden.

Nach zehnminütiger Pause kommt die Diskussion zunächst nur stockend in Gang. "Mach doch mal jemand eine provokante These", fordert die Moderatorin auf und erntet damit verhaltenes Gelächter. Kurzes Schweigen. Dann meldet sich ein Teilnehmer zu Wort: Der Antisemitismus in der heutigen Linken ist zu kurz gekommen. Die Kritik muß mehr in die Gegenwart reichen. "Ich habe eine provokante These: Wegen ihrer Theoriefeindlichkeit bleibt die Linke bei verkürzten Analysen stehen." - "Worin besteht denn der Antisemitismus der heutigen Linken?" fragt ein anderer und wird gleich mehrfach auf den "Tag des Bodens" hingewiesen.

Der Aufmarsch, bei dem es zu heftigen antisemitischen Ausschreitungen und einer scharfen Polarisierung gegen jede Kritik von links bis hin zum versuchten Angriff auf eine Gegenkundgebung gekommen war, gilt vielen als der Gipfelpunkt der völkischen Welle: Teile der Linken zusammen mit den Intifada-Gruppen, der UCK, Abordnungen verschiedener anderer nationalrevolutionärer Bewegungen, Antisemiten aus der deutschen Mitte und dem Anmelder des Nazi-Aufmarschs vom 1. Dezember, gegen den man 5 Monate zuvor noch gemeinsam als Linke und im Bündnis mit jüdischen Organisationen demonstriert hatte. Nur Monate später haben die alten Inhalte überwogen und sich gezeigt, daß die Antifa, die sich in den neunziger Jahren neu entwickelt hat, den Antizionismus der früheren Generationen nicht konsequent überwunden hat. Hierauf muß der Schwerpunkt der Kritik liegen, so das Argument. Denn: "War jemand hier schon in den 80ern dabei?" Alle fünfunddreißig Hände bleiben unten.

Die Kritik an der Linken ist auch das Anliegen eines anderen Redners. "Solange diese Linke völkische Tendenzen in sich hinnimmt, muß sie kritisiert werden. Und das tut sie, weil sie wegen ihrer ihrer Theoriefeindlichkeit die Erkenntnisse der Philosophen ignoriert und bei einem verkürzten Antikapitalismus stehenbleibt." - Dazu gibt es eine Gegenposition: "Es ist eine Sache, das was wir kritisieren, 'die Linke' zu nennen, aber es ist eine andere Möglichkeit, die völkischen Tendenzen zu kritisieren, gerade weil sie nicht links sind sondern mit der Leitkultur zusammengehen." Die notwendige Ergänzung zur Kritik ist die Aktualisierung des linken Selbstverständnisses: "Dieses Land hat bis 89 praktisch keine eigene Außenpolitik gemacht. Mittlerweile macht es sie und die Linke muß endlich eine konsequente Kritik daran entwickeln. Hier kann die Kritik am Antizionismus ihre konstruktive Seite finden. Ich will politisch dem deutschen Weg etwas entgegensetzen, dazu können wir nicht bei der Kritik an der Linken stehenbleiben."

Doch auch hieran gibt es wieder Kritik: "Ich stimme Dir ja zu, aber bis auf das 'wir'." Es ist verkehrt von "der Linken" zu sprechen und so zu implizieren, man müsse ihr nur die richtige Leitlinie geben. Es ist verkürzt, "links" nur als Gegenstand der Definition zu sehen. Es handelt sich um gesellschaftspolitische Alternativen, nicht bloß um ein Label, das sich positiv oder negativ besetzen läßt. "Wenn es nur darum geht, alte Dogmen durch neue zu ersetzen, werden die alten Fehler wiederholt." Überhaupt wird in den Debatten um Antisemitismus zu viel mit Labeln gearbeitet, Etiketten die stereotyp ausgeteilt werden: "'Antideutsch' ist ein solches Label, 'Antifa' auch, oder eben 'links'."

Von Verallgemeinerungen über "die Linke" haben mittlerweile alle Interessierten genug, das ist der unausgesprochene Unterton der allmählich verebbenden Debatte. Als irgendwann Rufe nach einem Schlußwort aufkommen, fällt zunächst keinem der Beteiligten etwas ein. Dann gibt es doch noch ein Resumee, das Zustimmung findet: "Unter dem Eindruck des 'Tags des Bodens' hätte ich mir nicht zu träumen gewagt, daß nur 6 Monate später so eine konstruktive Diskussion möglich wäre."

* Jugendzentrum Pankow: http://www.jup-ev.org/

* Infocafe Pankow: http://home.arcor-online.de/antifa/icp/

Homepage: http://www.antisemitismusstreit.tk/ "

...und noch ein Auszug aus dem Kommentar von :
"Sich gegenseitig die moralische Abscheulichkeit vorzuwerfen, bis hin zur Deklaration der anderen Seite zum unwerten Leben, dessen Vernichtung eine edle Tat sei, ohne Ansehen der Person, ohne Kenntnis der Motivation, kann und darf keine linke oder sonstwie progressive Art sein, mit so etwas umzugehen.

Ich weiß nicht, wie es um die Nazis steht. Aber 'Linke', die mir mit antisemitischen oder irgendwie so klingenden Sprüchen daherkommen, sind für mich erst mal Leute, die nicht danach schreien, angeschrieen zu werden, sondern, eines Besseren überzeugt zu werden, so daß man mit ihnen einen common ground finden kann, der es erlaubt, mit vereinten Kräften gegen unhaltbare Zustände anzugehen.

Nicht, sich Antisemiten zu öffnen kann die Lösung sein, und auch nicht, sie pauschal wegen ein oder zwei im Zorn gesprochenen Sätzen mit SS-Offizieren gleichzusetzen. Stattdessen gilt es, das Phänomen leidenschaftslos zu erkennen, um eine Position definieren zu können, auf der sich alle wohlfühlen. Und wie man sieht, geht es auch sine ira et studio. Toll!"

Posted by Gertrud Schrenk at 07:46 EM
Horst Mahler - DAS PORTRÄT

In seiner linksradikalen Zeit kreuzten zahlreiche Anwaltskollegen seinen Weg, die heute zur politischen Prominenz zählen. Anfang der 70er Jahre war der heutige Bundesinnenminister Otto Schily sein Verteidiger, später der damalige Juso-Vorsitzende Gerhard Schröder, inzwischen Bundeskanzler.

DAS PORTRÄT

Horst Mahler

Manche halten ihn schlicht für einen verrückten Wichtigtuer. Andere sehen in ihm einen politisch verwirrten, aber cleveren Rechtsanwalt. Horst Mahler steht wieder auf der großen Bühne. Der einstige linksrevolutionäre RAF-Terrorist hat sich zum antisemitischen Brandredner gewandelt: Er vertritt heute die rechtsextreme NPD vor dem Bundesverfassungsgericht.

Das Verbot der NPD steht in Karlsruhe zur Debatte. Doch der Prozess ist bereits vor dem ersten Anhörungstermin auch zum Fall Mahler geworden. Der 66-Jährige (Bild: ap) mit dem fast kahlen Kopf verteidigt die NPD. Doch seine aggressive Prozessstrategie könnte für die Partei zum Problem werden. Denn in seinen Ausführungen mischt er juristische Fachbegriffe mit antisemitischen Tiraden: Das macht sich die Gegenseite zu Nutze. Mahlers Äußerungen selbst dienen als Beleg für verfassungsfeindliche Umtriebe der NPD.

Ausgiebig zitieren die Anwälte von Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung in ihren Schriftsätzen Ausfälle Mahlers. Der schwadroniert über eine angeblich "drohende Endlösung der deutschen Frage" durch "galoppierende Überfremdung". Er nennt die Anschläge vom 11. September 2001 in den USA einen "überfälligen Generalangriff" auf die von ihm so genannte "judäo-amerikanische Zivilisation". Und er versteigt sich in der Formulierung: "Hitler hat die richtigen Fragen gestellt, sie teilweise falsch beantwortet." Schon empörte sich Mahlers biederer Kollege, der Partei-Justiziar Hans Günter Eisenecker, es sei "grob ungebührlich", wie die Worte Mahlers zum Gegenstand des Verfahrens gemacht würden. Mahler selbst dürfte es nicht unlieb sein. Er hat immer den provozierenden Auftritt gesucht.

Seine berufliche Karriere hatte Mahler als erfolgreicher Wirtschaftsanwalt begonnen, damals mit dem SPD-Parteibuch in der Tasche. Diese Klienten verlor er jedoch, als er in den 68er Aufbruchsjahren zum Verteidiger der außerparlamentarischen Opposition wurde, die Berliner Kommunarden um Fritz Teufel und später die Frankfurter Kaufhaus-Brandstifter Andreas Baader und Gudrun Ensslin vor Gericht vertrat. In kurzer Zeit wurde er vom Anwalt zum Angehörigen der Terrorszene und flüchtete 1970 mit Mitgliedern der Roten Armee Fraktion in den Nahen Osten, um eine Guerilla-Ausbildung zu absolvieren. 1974 wurde Mahler wegen Gründung einer kriminellen Vereinigung und anderer Delikte zu 14 Jahren Haft verurteilt, von denen er zehn Jahre absitzen musste.

In seiner linksradikalen Zeit kreuzten zahlreiche Anwaltskollegen seinen Weg, die heute zur politischen Prominenz zählen. Anfang der 70er Jahre war der heutige Bundesinnenminister Otto Schily sein Verteidiger, später der damalige Juso-Vorsitzende Gerhard Schröder, inzwischen Bundeskanzler.

Mahlers Wandlung vom Links- zum Rechtsextremisten ist oft als bizarr beschrieben worden, doch sein Habitus hat sich kaum gewandelt. Auch sein Anti-Amerikanismus und sein Hang zu Verschwörungstheorien sind nicht neu. pit

Copyright © Frankfurter Rundschau 2002

Posted by Gertrud Schrenk at 11:33 FM
Oktober 08, 2002
Das Finanzkapital und die Linken

Auf deutschen Mailinglisten, in denen über Globalisierung diskutiert wird, über soziale Gerechtigkeit, über Börsenumsatzsteuern, die Tobinsteuer, über Rassismus, Bioregionalismus und alles, was das kleine Herz sonst noch zum Pochen bringt, da kursieren seit einiger Zeit mails, deren Absender sich offen damit rühmen, antiamerikanisch zu sein. Diese Absender sprechen vom amerikanischen Finanzkapital, vom Juden an sich, der die Ostküste wieder einmal beherrsche.

These:
Der Kommunismus entstand zu einem guten Teil aus einer antisemitischen Haltung seiner Erfinder und Akteure.

-> Edmund Silberner wrote an article in 1949 for the publication HISTORICA JUDAICA, entitled, "Was Marx an Anti-Semite?" Silberner points out that Karl Marx had many racial phobias, especially against Slavs and Negroes but that none were as deeply rooted in his heart and mind as his aversion to Jews. It must be recalled that Marx's maternal and paternal grandfathers were both revered Orthodox rabbis. In a letter to his lifelong friend, Frederich Engels, Marx refers to a former Jewish admirer of his, Ferdinand Lassalle, as "the Jewish nigger."

Posted by Gertrud Schrenk at 10:49 EM
Thomas Haury - Antisemitismus von links

Linke und Antisemitismus? Das scheint nicht zusammenzupassen. Doch je genauer man hinschaut, desto fremder schaut es zurück. So wird derzeit auf linken Websites Israel des "Völkermords" an den Palästinensern bezichtigt, und Scharon wird mit Hitlerbärtchen und -scheitel dargestellt.

Seht her, die Juden sind die wahren Nazis, lautet die Botschaft. Das ist - leider - nichts Neues. Schon die ansonsten überaus zerstrittene Neue Linke der 70er Jahre war sich in puncto Judenstaat seltsam einig: Das "zionistische Gebilde" Israel sollte verschwinden: "Sieg im Volkskrieg!" Spätestens wenn Linke die gleichen Parolen wie die Rechten anstimmen und die Karikaturen von "linken" und antisemitischen Websites austauschbar sind, wird offenbar, woraus sich die andauernde antisemitisch grundierte Israelfeindschaft von deutschen Linken speist: aus dem holzschnittartigen linken Weltbild im allgemeinen und dem untergründigen Nationalismus der deutschen Linken im besonderen.

Thomas Haury, Dr. phil., geboren 1959, studierte Soziologie und Geschichte. Er promovierte mit der im Oktober 2002 erscheinenden Arbeit "Antisemitismus von Links - Kommunistische Ideologie, Nationalismus und Antizionismus in der frühen DDR" an der Universität Freiburg. Derzeit ist er in verschiedenen Bildungseinrichtungen tätig.

Thomas Haury: Zur Logik des bundesdeutschen Antizionismus

Kommentar: Antisemitismus wegen Auschwitz
Eine Nachbetrachtung zum »Fall Möllemann« von Thomas Haury

Die Tragik des Zionismus

Posted by Gertrud Schrenk at 10:23 EM
Oktober 03, 2002
"In die Pilze mit Rumsfeld"

Der finnische Filmregisseur Aki Kaurismäki hat aus Protest gegen die US-Behörden seine Teilnahme am New Yorker Filmfestival abgesagt. Kaurismäki begründete die Rücknahme seiner Teilnahmezusage mit dem Einreiseverbot für den iranischen Regisseur Abbas Kiarostami, der ebenfalls zu dem Festival eingeladen war.

«Wenn die Regierung der USA keinen Iraner haben will, dann hat sie wohl auch kaum Verwendung für einen Finnen. Bei uns gibt es ja nicht mal Öl.» Kaurismäki sprach eine «Einladung» an US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld aus, weil dieser offenbar der Ruhe bedürfe: «Wir könnten zusammen im Wald wandern und Pilze sammeln. Das beruhigt ihn vielleicht ein bisschen.» Der 45-jährige Kaurismäki erhielt für seinen letzten Film «Der Mann ohne Vergangenheit» den Grossen Preis der Jury beim diesjährigen Filmfestival in Cannes. (SDA)

Tagesanzeiger Zürich, 2. Oktober 2002

Posted by Gertrud Schrenk at 03:55 EM
Oktober 02, 2002
"Not in our name"

Eine amerikanische Erklärung:
"Wir sagen NICHT IN UNSEREM NAMEN."

Eine Moralische Standortbestimmung:
Nicht in unserem Namen

Lassen wir es nicht so weit kommen, daß man sagt, die Menschen in den Vereinigten Staaten wären untätig geblieben, als ihre Regierung einen uneingeschränkten Krieg verkündete und strikte Maßnahmen der Repression einführte.

Die Unterzeichner dieser Erklärung fordern das Volk der Vereinigten Staaten auf, sich der Politik bzw. der generellen politischen Richtung seit dem 11. September 2001 zu widersetzen, da dies alles eine ernste Gefahr für die Menschen in der Welt bedeutet.

Wir glauben, daß Völker u. Staaten das Recht haben, ihr Schicksal eigenverantwortlich zu bestimmen - und zwar frei von militärischem Zwang durch mächtige Staaten. Wir glauben ferner, daß alle Personen, die von der Regierung der Vereinigten Staaten festgehalten oder vor Gericht gestellt werden, dasselbe Recht auf einen fairen Prozeß haben. Wir glauben, daß Fragen gestellt, Kritik geübt u. abweichende Meinungen geäußert werden müssen - und daß dies hochgeschätzt u. verteidigt werden sollte. Wir sind der Auffassung, daß der Wert (der freien Meinungsäußerung) und das Recht darauf ständig bedroht sind und entsprechend verteidigt werden müssen.

Wir glauben, daß Menschen, die ein Gewissen haben, sich dafür verantwortlich fühlen müssen, was ihre Regierungen tun. A priori müssen wir uns der Ungerechtigkeit widersetzen, die in unserem Namen begangen wird. In diesem Sinne appellieren wir an alle Amerikaner, dem Krieg u. der Unterdrückung WIDERSTAND ZU LEISTEN, die die Bush-Regierung über die Welt gebracht hat / noch bringt. Das alles ist ungerecht, unmoralisch u. illegitim. Wir haben uns entschlossen, uns an die Seite der Menschen in aller Welt zu stellen.

Aber auch wir haben natürlich mit Schrecken die furchtbaren Ereignisse des 11. Septembers 2001 mitverfolgt. Auch wir haben die tausende Unschuldiger betrauert, die getötet wurden und konnten nur den Kopf schütteln angesichts der Horror-Bilder schier unglaublicher Vernichtung - selbst wenn wir dabei unwilkürlich an ähnliche Bilder aus Bagdad, Panama City - oder eine Generation früher Vietnam - denken mußten. Und wie Millionen anderer Amerikaner haben auch wir voller Schmerz gefragt: Wie konnte soetwas nur geschehen?

Aber das Trauern hatte kaum begonnen, als die höchsten Führer unseres Landes auch schon den Geist der Rache entfesselten. Eine simplifizierende Botschaft von 'Gut versus Böse' wurde entworfen und durch die ebenso glatten wie einge- schüchterten Medien verbreitet. Man sagte uns, die Frage nach dem Grund für diese schrecklichen Ereignisse grenze an Verrat. Eine Debatte wurde nicht gestattet. Man legte einfach fest: es existieren keine berechtigten Fragen moralischer oder politischer Natur. Die einzig mögliche Antwort sei: Krieg nach außen und Repression nach innen.

In unser aller Namen hat die Regierung Bush - praktisch ohne jede Gegenstimme vonseiten des Kongreß - Afghanistan angegriffen. Aber nicht nur das, sie hat sich und ihre Verbündeten darüberhinaus auch noch ermächtigt, an jedem Ort und zu jeder Zeit militärisch einzugreifen. Die brutalen Auswirkungen (dieser Selbstermächtigung) kann man jetzt überall besichtigen - auf den Philippinen ebenso wie in Palästina, wo die Panzer bzw. Bulldozer der Israelis ja eine Spur der Verwüstung und des Todes gezogen haben. Und nun bereitet sich die US-Regierung also auch noch offen auf einen 'End-Krieg' gegen Irak vor - ein Land, das schließlich nichts zu tun hat mit dem Horror des 11. Septembers. Was für eine Welt wird das sein, in der die US-Regierung praktisch Blankovollmacht besitzt, überall und woimmer sie will ihre Bomben abzuwerfen, ihre Militärkommandos oder Mörder einzuschleusen?

In unserem Namen hat die US-Regierung im eigenen Land ein Zweiklassensystem errichtet: Menschen, denen die grundlegenden Rechte unseres Rechtssystems zumindest theoretisch zugestanden werden und solche, die keinerlei Rechte irgendwelcher Art zu besitzen scheinen. Die Regierung hat über 1000 Immigranten verhaften lassen - und hält sie seither auf unbestimmte Zeit und an geheimen Orten fest. Hunderte wurden abgeschoben, und hunderte schmachten nach wie vor in Gefängnissen. Diese Prozedur erinnert stark an die berüchtig-ten Internierungslager für japanischstämmige Amerikaner während des 'Zweiten Weltkriegs'. Und zum erstenmal seit Jahrzehnten werden bei der Immigration auch wieder Menschen bestimmter Nationalität rausgefiltert u. sonderbehandelt.

In unserem Namen hat die Regierung ein Leichentuch der Repression über die Gesellschaft gelegt. So warnt beispielsweise der Präsidentensprecher, die Bürger sollten "aufpassen, was sie sagen". Künstler mit abweichender Meinung, Intellektuelle, Professoren machen die Erfahrung, daß ihre Ansichten falsch wiedergegeben bzw. angefeindet bzw. gleich ganz unterdrückt werden. Der sogenannte 'Patriot Act' (Patriotengesetz) - zusammen mit einer ganzen Latte ähnlicher Maßnahmen auf Staatsebene - verleiht der Polizei sehr weitgehende neue Vollmachten zu Durchsuchung und Festnahme. Kontrolliert wird die Polizei hierbei, falls überhaupt, lediglich durch Geheim-Kommissionen, die im stillen agieren.

In unserem Namen hat die Exekutive langsam aber sicher Aufgaben und Funktionen an sich gerissen, die eigentlich in den Bereich der übrigen Regierungs- instanzen gehörten. Per Befehl der Exekutive wurden Militärtribunale eingerichtet - Militärgerichte, vor denen eine eingeschränkte Beweispflicht gilt bzw. die Angeklagten nicht das Recht haben, vor ordentlichen Gerichten in Berufung zu gehen. Gruppierungen können mit einem einzigen Federstrich des Präsidenten zu 'Terroristen' erklärt werden.

Wir müssen die höchsten Militärs unseres Landes ernstnehmen, wenn sie von einem Krieg sprechen, der eine ganze Generation währen wird - und wenn sie von einer neuen Innenpolitik reden. Nach außen verfolgen wir inzwischen ja eine offen imperialistische Politik, nach innen eine Politik, die darauf angelegt ist, Angst zu produzieren und diese Angst der Menschen zu benutzen, um die Rechte einzuschränken.

Die Ereignisse der letzten Monate beschreiben eine tödliche Kurve - wir müssen das endlich begreifen und entsprechend Widerstand leisten. Denn viel zu oft in der Geschichte war es ja schon so, daß Menschen zu lange warteten - bis es für (effektiven) Widerstand zuspät war.

Präsident Bush hat erklärt: "Entweder, ihr seid für uns oder gegen uns". Hier unsere Antwort: Wir wehren uns dagegen, daß Sie sich anmaßen, für das gesamte amerikanische Volk zu sprechen. Wir werden unser Recht, Fragen zu stellen nicht aufgeben. Wir werden unser Gewissen nicht aufgeben - nicht für Ihr leeres Versprechen von Sicherheit. Wir sagen NICHT IN UNSEREM NAMEN. Wir weigern uns, mit diesen Kriegen irgendetwas zu tun zu haben und weisen jede Unterstellung zurück, sie würden auch in unserem Namen geführt bzw. in unserem Interesse. Vielmehr reichen wir all denen in der Welt die Hand, die unter dieser Politik zu leiden haben. Wir werden unsere Solidarität mit Worten und Taten unter Beweis stellen.

Wir, die Unterzeichnenden, rufen alle Amerikaner dazu auf, sich zusammen- zuschließen und sich dieser Herausforderung zu stellen. Wir begrüßen u. unterstützen den derzeitigen Protest und die kritischen Fragen - wenngleich uns durchaus bewußt ist, daß es viel, viel mehr brauchen wird, um diesen blutrünstigen Götzen wirklich zu stoppen. Wir sind inspiriert durch das Beispiel der israelischen Reservisten - die unter Inkaufnahme großer persönlicher Risiken erklärt haben: "es GIBT eine Grenze" und sich konsequent weigern, ihren Teil zur Besatzung des Westjordanlands u. Gazas beizutragen.

Wir berufen uns außerdem auf die Geschichte der Vereinigten Staaten - die ja viele Beispiele von Widerstand und moralischer Gewissensentscheidung kennt - angefangen bei denen, die gegen die Sklaverei revoltiert haben - oder an der 'underground railroad' mitwirkten - bis hin zu jenen, die gegen den Vietnam-Krieg kämpften - indem sie Befehle nicht befolgten, den Militärdienst verweigerten oder den Verweigerern solidarisch beistanden.

Lassen wir es also nicht zu, daß die Welt draußen an unserem Schweigen und unserer Handlungsunfähigkeit verzweifelt. Schwören wir ihr statt dessen: wir werden gegen diese Maschinerie des Kriegs und der Unterdrückung ankämpfen und fordern auch andere dazu auf, sie mit aller Macht zu stoppen.

Erstunterzeichnende:

(Stand: 1. Juni 2002)

Michael Albert

Laurie Anderson

Edward Asner, Schauspieler

Russell Banks, Autor

Jessica Blank, Schauspielerin / Dramatikerin

Medea Benjamin, Global Exchange

William Blum, Autor

Theresa Bonpane, Geschäftsführerin des 'Office of the Americas'

Blase Bonpane, Direktor des 'Office of the Americas'

Henry Chalfant, Autor/Filmemacher

Bell Chevigny, Autorin

Paul Chevigny, Rechtsprofessor, NYU (Universität von New York)

Stephanie Coontz, Historikerin am Evergreen State College

Kia Corthron, Dramatikerin

Kevin Danaher, Global Exchange

Ossie Davis

Mos Def

Carol Downer, im Vorstand von Chico (CA) 'Feminist Women's Health Center'

Eve Ensler

Leo Estrada, Professor für Stadtplanung an der UCLA (University of California Los Angeles)

John Gillis, Autor, Professor für Geschichte am Rutgers

Jeremy Matthew Glick, Herausgeber von 'Another World is Possible (Eine andere Welt ist möglich)

Suheir Hammad, Autor

Rakaa Iriscience, Hip-hop-Künstlerin

Eric Jensen, Schauspieler, Dramatiker

Casey Kasem

Robin D.G. Kelly

Martin Luther King III, Präsident der 'Southern Christian Leadership Conference'

Barbara Kingsolver C. Clark Kissinger, 'Refuse & Resist' (Verweigern u. Widerstehen)

Jodie Kliman, Psychologin

Yuri Kochiyama, Aktivist

Tony Kushner

James Lafferty, Geschäftsführer 'National Lawyers Guilt'/L.A. (Nationale Anwaltsgilde von Los Angeles)

Rabbi Michael Lerner, Herausgeber der Zeitschrift 'TIKKUN'

Barbara Lubin, 'Middle East Childrens Alliance' (Allianz für die Kinder in Nahost)

Staughton Lynd

Anuradha Mittal, Ko-Direktorin des 'Institute for Food and Development Policy / Food First' (Institut für Nahrungs- u. Entwicklungpolitik / Nahrung zuerst)

Robert Nichols, Autor

Rev. E. Randall Osburn exec, v.p., 'Southern Christian Leadership Conference'

Grace Paley

Jeremy Pikser, Drehbuchautor

Juan Gómez Quinones, Historiker an der UCLA

Michael Ratner, Präsident des 'Center for Constitutional Rights' (Zentrum für Verfassungsrecht)

Boots Riley, Hip-hop-Künstler, 'The Coup'

Edward Said

Starhawk

Michael Steven Smith, 'National Lawyers Guild'

Bob Stein, Herausgeber

Gloria Steinem

Alice Walker

Naomi Wallace, Dramatikerin

Rev. George Webber, emeritierter Präsident des Theologischen Seminars ('Theological Seminary') von New York

Leonard Weinglass, Anwalt

John Edgar Wideman

Saul Williams, Spoken-word-Artist

Howard Zinn, Historiker

Der Abdruck in der New York Times vom 19. September
http://www.nion.us/nion_NYT9-19.pdf


http://www.nion.us/

Posted by Astrid Haarland at 05:29 EM
"Not in our name"

Und hier ist ein weiterer Text der Initiative "Not in our name".
www.nion.us

Eine Moralische Standortbestimmung:
Nicht in unserem Namen

Lassen wir es nicht so weit kommen, daß man sagt, die Menschen in den Vereinigten Staaten wären untätig geblieben, als ihre Regierung einen uneingeschränkten Krieg verkündete und strikte Maßnahmen der Repression einführte.

Die Unterzeichner dieser Erklärung fordern das Volk der Vereinigten Staaten auf, sich der Politik bzw. der generellen politischen Richtung seit dem 11. September 2001 zu widersetzen, da dies alles eine ernste Gefahr für die Menschen in der Welt bedeutet.

Wir glauben, daß Völker u. Staaten das Recht haben, ihr Schicksal eigenverantwortlich zu bestimmen - und zwar frei von militärischem Zwang durch mächtige Staaten. Wir glauben ferner, daß alle Personen, die von der Regierung der Vereinigten Staaten festgehalten oder vor Gericht gestellt werden, dasselbe Recht auf einen fairen Prozeß haben. Wir glauben, daß Fragen gestellt, Kritik geübt u. abweichende Meinungen geäußert werden müssen - und daß dies hochgeschätzt u. verteidigt werden sollte. Wir sind der Auffassung, daß der Wert (der freien Meinungsäußerung) und das Recht darauf ständig bedroht sind und entsprechend verteidigt werden müssen.

Wir glauben, daß Menschen, die ein Gewissen haben, sich dafür verant- wortlich fühlen müssen, was ihre Regierungen tun. A priori müssen wir uns der Ungerechtigkeit widersetzen, die in unserem Namen begangen wird. In diesem Sinne appellieren wir an alle Amerikaner, dem Krieg u. der Unterdrückung WIDERSTAND ZU LEISTEN, die die Bush-Regierung über die Welt gebracht hat / noch bringt. Das alles ist ungerecht, unmoralisch u. illegitim. Wir haben uns entschlossen, uns an die Seite der Menschen in aller Welt zu stellen.

Aber auch wir haben natürlich mit Schrecken die furchtbaren Ereignisse des 11. Septembers 2001 mitverfolgt. Auch wir haben die tausende Unschuldiger betrauert, die getötet wurden und konnten nur den Kopf schütteln angesichts der Horror-Bilder schier unglaublicher Vernichtung - selbst wenn wir dabei unwilkürlich an ähnliche Bilder aus Bagdad, Panama City - oder eine Generation früher Vietnam - denken mußten. Und wie Millionen anderer Amerikaner haben auch wir voller Schmerz gefragt: Wie konnte soetwas nur geschehen?

Aber das Trauern hatte kaum begonnen, als die höchsten Führer unseres Landes auch schon den Geist der Rache entfesselten. Eine simplifizierende Botschaft von 'Gut versus Böse' wurde entworfen und durch die ebenso glatten wie einge- schüchterten Medien verbreitet. Man sagte uns, die Frage nach dem Grund für diese schrecklichen Ereignisse grenze an Verrat. Eine Debatte wurde nicht gestattet. Man legte einfach fest: es existieren keine berechtigten Fragen moralischer oder politischer Natur. Die einzig mögliche Antwort sei: Krieg nach außen und Repression nach innen.

In unser aller Namen hat die Regierung Bush - praktisch ohne jede Gegenstimme vonseiten des Kongreß - Afghanistan angegriffen. Aber nicht nur das, sie hat sich und ihre Verbündeten darüberhinaus auch noch ermächtigt, an jedem Ort und zu jeder Zeit militärisch einzugreifen. Die brutalen Auswirkungen (dieser Selbstermächtigung) kann man jetzt überall besichtigen - auf den Philippinen ebenso wie in Palästina, wo die Panzer bzw. Bulldozer der Israelis ja eine Spur der Verwüstung und des Todes gezogen haben. Und nun bereitet sich die US-Regierung also auch noch offen auf einen 'End-Krieg' gegen Irak vor - ein Land, das schließlich nichts zu tun hat mit dem Horror des 11. Septembers. Was für eine Welt wird das sein, in der die US-Regierung praktisch Blankovollmacht besitzt, überall und woimmer sie will ihre Bomben abzuwerfen, ihre Militärkommandos oder Mörder einzuschleusen?

In unserem Namen hat die US-Regierung im eigenen Land ein Zweiklassensystem errichtet: Menschen, denen die grundlegenden Rechte unseres Rechtssystems zumindest theoretisch zugestanden werden und solche, die keinerlei Rechte irgendwelcher Art zu besitzen scheinen. Die Regierung hat über 1000 Immigranten verhaften lassen - und hält sie seither auf unbestimmte Zeit und an geheimen Orten fest. Hunderte wurden abgeschoben, und hunderte schmachten nach wie vor in Gefängnissen. Diese Prozedur erinnert stark an die berüchtig- ten Internierungslager für japanischstämmige Amerikaner während des 'Zweiten Weltkriegs'. Und zum erstenmal seit Jahrzehnten werden bei der Immigration auch wieder Menschen bestimmter Nationalität rausgefiltert u. sonderbehandelt.

In unserem Namen hat die Regierung ein Leichentuch der Repression über die Gesellschaft gelegt. So warnt beispielsweise der Präsidentensprecher, die Bürger sollten "aufpassen, was sie sagen". Künstler mit abweichender Meinung, Intellektuelle, Professoren machen die Erfahrung, daß ihre Ansichten falsch wiedergegeben bzw. angefeindet bzw. gleich ganz unterdrückt werden. Der sogenannte 'Patriot Act' (Patriotengesetz) - zusammen mit einer ganzen Latte ähnlicher Maßnahmen auf Staatsebene - verleiht der Polizei sehr weitgehende neue Vollmachten zu Durchsuchung und Festnahme. Kontrolliert wird die Polizei hierbei, falls überhaupt, lediglich durch Geheim-Kommissionen, die im stillen agieren.

In unserem Namen hat die Exekutive langsam aber sicher Aufgaben und Funktionen an sich gerissen, die eigentlich in den Bereich der übrigen Regierungs- instanzen gehörten. Per Befehl der Exekutive wurden Militärtribunale eingerichtet - Militärgerichte, vor denen eine eingeschränkte Beweispflicht gilt bzw. die Angeklagten nicht das Recht haben, vor ordentlichen Gerichten in Berufung zu gehen. Gruppierungen können mit einem einzigen Federstrich des Präsidenten zu 'Terroristen' erklärt werden.

Wir müssen die höchsten Militärs unseres Landes ernstnehmen, wenn sie von einem Krieg sprechen, der eine ganze Generation währen wird - und wenn sie von einer neuen Innenpolitik reden. Nach außen verfolgen wir inzwischen ja eine offen imperialistische Politik, nach innen eine Politik, die darauf angelegt ist, Angst zu produzieren und diese Angst der Menschen zu benutzen, um die Rechte einzuschränken.

Die Ereignisse der letzten Monate beschreiben eine tödliche Kurve - wir müssen das endlich begreifen und entsprechend Widerstand leisten. Denn viel zu oft in der Geschichte war es ja schon so, daß Menschen zu lange warteten - bis es für (effektiven) Widerstand zuspät war.

Präsident Bush hat erklärt: "Entweder, ihr seid für uns oder gegen uns". Hier unsere Antwort: Wir wehren uns dagegen, daß Sie sich anmaßen, für das gesamte amerikanische Volk zu sprechen. Wir werden unser Recht, Fragen zu stellen nicht aufgeben. Wir werden unser Gewissen nicht aufgeben - nicht für Ihr leeres Versprechen von Sicherheit. Wir sagen NICHT IN UNSEREM NAMEN. Wir weigern uns, mit diesen Kriegen irgendetwas zu tun zu haben und weisen jede Unterstellung zurück, sie würden auch in unserem Namen geführt bzw. in unserem Interesse. Vielmehr reichen wir all denen in der Welt die Hand, die unter dieser Politik zu leiden haben. Wir werden unsere Solidarität mit Worten und Taten unter Beweis stellen.

Wir, die Unterzeichnenden, rufen alle Amerikaner dazu auf, sich zusammen- zuschließen und sich dieser Herausforderung zu stellen. Wir begrüßen u. unterstützen den derzeitigen Protest und die kritischen Fragen - wenngleich uns durchaus bewußt ist, daß es viel, viel mehr brauchen wird, um diesen blutrünstigen Götzen wirklich zu stoppen. Wir sind inspiriert durch das Beispiel der israelischen Reservisten - die unter Inkaufnahme großer persönlicher Risiken erklärt haben: "es GIBT eine Grenze" und sich konsequent weigern, ihren Teil zur Besatzung des Westjordanlands u. Gazas beizutragen.

Wir berufen uns außerdem auf die Geschichte der Vereinigten Staaten - die ja viele Beispiele von Widerstand und moralischer Gewissensentscheidung kennt - angefangen bei denen, die gegen die Sklaverei revoltiert haben - oder an der 'underground railroad' mitwirkten - bis hin zu jenen, die gegen den Vietnam-Krieg kämpften - indem sie Befehle nicht befolgten, den Militärdienst verweigerten oder den Verweigerern solidarisch beistanden.

Lassen wir es also nicht zu, daß die Welt draußen an unserem Schweigen und unserer Handlungsunfähigkeit verzweifelt. Schwören wir ihr statt dessen: wir werden gegen diese Maschinerie des Kriegs und der Unterdrückung ankämpfen und fordern auch andere dazu auf, sie mit aller Macht zu stoppen.

Erstunterzeichnende:

(Stand: 1. Juni 2002)

Michael Albert

Laurie Anderson

Edward Asner, Schauspieler

Russell Banks, Autor

Jessica Blank, Schauspielerin / Dramatikerin

Medea Benjamin, Global Exchange

William Blum, Autor

Theresa Bonpane, Geschäftsführerin des 'Office of the Americas'

Blase Bonpane, Direktor des 'Office of the Americas'

Henry Chalfant, Autor/Filmemacher

Bell Chevigny, Autorin

Paul Chevigny, Rechtsprofessor, NYU (Universität von New York)

Stephanie Coontz, Historikerin am Evergreen State College

Kia Corthron, Dramatikerin

Kevin Danaher, Global Exchange

Ossie Davis

Mos Def

Carol Downer, im Vorstand von Chico (CA) 'Feminist Women's Health Center'

Eve Ensler

Leo Estrada, Professor für Stadtplanung an der UCLA (University of California Los Angeles)

John Gillis, Autor, Professor für Geschichte am Rutgers

Jeremy Matthew Glick, Herausgeber von 'Another World is Possible (Eine andere Welt ist möglich)

Suheir Hammad, Autor

Rakaa Iriscience, Hip-hop-Künstlerin

Eric Jensen, Schauspieler, Dramatiker

Casey Kasem

Robin D.G. Kelly

Martin Luther King III, Präsident der 'Southern Christian Leadership Conference'

Barbara Kingsolver C. Clark Kissinger, 'Refuse & Resist' (Verweigern u. Widerstehen)

Jodie Kliman, Psychologin

Yuri Kochiyama, Aktivist

Tony Kushner

James Lafferty, Geschäftsführer 'National Lawyers Guilt'/L.A. (Nationale Anwaltsgilde von Los Angeles)

Rabbi Michael Lerner, Herausgeber der Zeitschrift 'TIKKUN'

Barbara Lubin, 'Middle East Childrens Alliance' (Allianz für die Kinder in Nahost)

Staughton Lynd

Anuradha Mittal, Ko-Direktorin des 'Institute for Food and Development Policy / Food First' (Institut für Nahrungs- u. Entwicklungpolitik / Nahrung zuerst)

Robert Nichols, Autor

Rev. E. Randall Osburn exec, v.p., 'Southern Christian Leadership Conference'

Grace Paley

Jeremy Pikser, Drehbuchautor

Juan Gómez Quinones, Historiker an der UCLA

Michael Ratner, Präsident des 'Center for Constitutional Rights' (Zentrum für Verfassungsrecht)

Boots Riley, Hip-hop-Künstler, 'The Coup'

Edward Said

Starhawk

Michael Steven Smith, 'National Lawyers Guild'

Bob Stein, Herausgeber

Gloria Steinem

Alice Walker

Naomi Wallace, Dramatikerin

Rev. George Webber, emeritierter Präsident des Theologischen Seminars ('Theological Seminary') von New York

Leonard Weinglass, Anwalt

John Edgar Wideman

Saul Williams, Spoken-word-Artist

Howard Zinn, Historiker


Der Abdruck erschien auch in der New York Times vom 19. September
http://www.nion.us/nion_NYT9-19.pdf
________________________________________________________

Mehr Informationen:

An Evening of Conscience
Readings and performances by Signers of the Not In Our Name Statement of Conscience

Thursday, October 3, 2002, 7:30pm Great Hall at Cooper Union, NYC.


Appearing:

Edward Asner
Oscar Brown Jr.
Eve Ensler
Andre Gregory
Jessica Hagedorn
Suheir Hammad
Marie Howe
Tony Kushner
Pete Seeger
Wallace Shawn
Marisa Tomei
Howard Zinn
and more to be announced


"Let it not be said that people in the United States did nothing when their government declared a war without limit and instituted stark new measures of repression...." from the Statement of Conscience

This Evening of Conscience follows on the heels of the September 19 publication of the Statement as a full-page ad in the New York Times. Signers of this statement (in addition to those performing) Include Robert Altman, Laurie Anderson, Oliver Stone, Gore Vidal, Jane Fonda, Mos Def, Martin Luther King III, Susan Sarandon, Barbara Kruger, Allan Gurganus, Michael Eric Dyson, Ozomatli, Jonathan Schell, Viggo Mortensen and hundreds of other noted artists, public intellectuals and activists. The statement's comprehensive criticism of the Bush policies, and call for resistance, marks a new phase in the national debate over the "war on terrorism," and its concomitant, if undeclared, "war on civil liberties."

The October 3 Evening is presented by the Not in Our Name Statement of Conscience Signers and co-sponsored by the Cooper Union Continuing Education and Public Program Office.


$10 donation
To make reservations, call 212-340-9539.
Great Hall at Cooper Union, 7 E. 7th Street, (#6 Astor Place or N/ R 8th St. stop)

ALSO: On Sunday October 6, JOIN thousands at the great gathering in Central Park at 1pm to take the Pledge of Resistance (3pm), while standing in the formation of a globe. See


www.notinourname.net
for more details

6./7. Oktober 2002
Aktionen:
WAR WITHOUT END? . . NOT IN OUR NAME

Posted by Astrid Haarland at 04:29 EM
"Nicht in unserem Namen"

Das ist ein Text aus dem Amerika, das wir lieben. Es ist nicht das Land von Bush&Co, nicht das Land der christlichen Fundamentalisten, nicht das Land des Kasino-Kapitalismus.

Im Gegensatz zu einigen deutschen Mailinglisten, wo jetzt mails kursieren, deren Absender sich offen damit rühmen, antiamerikanisch zu sein, möchten wir unsere Solidarität mit dem Amerika zeigen, was wir lieben: Das weltoffene und tolerante Amerika.

Hier ein Text der amerikanischen Initiative:
www.notinourname.net

Das Versprechen
des Widerstandes

Wir als Menschen, die in den Vereinigten Staaten leben, glauben,
dass es unsere Pflicht ist, uns den Ungerechtigkeiten zu widersetzen,
die von unserer Regierung - in unserem Namen - begangen wurden.

Nicht in unserem Namen
wirst Du endlosen Krieg führen,
darf es noch mehr Tode geben,
und weiteres Eintauschen von Blut gegen Öl.

Nicht in unserem Namen
wirst Du in Länder einfallen,
Zivilisten zerfetzen, noch mehr Kinder ermorden,
die Geschichte über die Gräber der Namenlosen hinweg schreiben lassen.

Nicht in unserem Namen
wirst Du all die Freiheiten zerfressen,
für die zu kämpfen Du versprachst.

Nicht mit unseren Händen
werden wir Dir Waffen und Kapital abliefern;
für die Vernichtung von Familien
in weiter Ferne.

Nicht mit unseren Mündern
wird uns die Angst verstummen lassen.

Nicht mit unseren Herzen
werden wir erlauben, dass ganze Völker
oder Länder zum Bösen erklärt werden.

Nicht mit unserem Willen.
Und nicht in unserem Namen.

Wir geloben Widerstand.

Wir geloben ein Bündnis mit all denen,
die angegriffen wurden,
weil sie dem Krieg widersprachen,
oder wegen ihrer Religion oder ihrer Zugehörigkeit.

Wir versprechen, gemeinsam
mit den Menschen auf der ganzen Welt
Gerechtigkeit, Freiheit und Frieden zu schaffen.

Wir können eine andere Welt erreichen.
Und wir versprechen, sie möglich zu machen.

Posted by Astrid Haarland at 04:19 EM
Oktober 01, 2002
Esoterik nach Auschwitz. Ein Dialog

Wie gelangt man zu Erkenntnis? In verschiedenen religiösen Gruppen wird vom Leidensweg der Erkenntnis gesprochen. Diesen Weg kann nicht nur der Einzelne gehen, sondern es wird sogar ein kollektives Karma vermutet. Welche Konsequenzen hat diese Auffassung?

Ein Dialog zwischen Robert Berghausen, www.problem-und-loesung.de, und einem Teilnehmer des Forums von www.anoteron.de

Esoterik nach Auschwitz.
Ein Dialog

Quelle:
www.anoteron.de
September 2002

Teilnehmer:
1) Robert Berghausen
www.problem-und-loesung.de

2) T. (anonymisiert)

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T.:

ich (möchte) doch gerne zum Thema Krieg und Frieden etwas loswerden, vor allem in Bezug auf das 'große' Bush-Imperium.......

Also um ganz ehrlich zu sein:
Was würde denn auf der Welt passieren, wenn dieser Krieg stattfindet??????
Was passierte denn in den letzten Jahrhunderten bei Kriegen???

Der Ruf nach Frieden dauert schon scheinbar ewiglich, doch wollen und können die Menschen ihn nicht in die Tat umsetzen. Dies fängt bei jedem Selbst im Alltag schon an.......Warum wollen wir das sogenannte Große aufhalten, wenn wir es noch nicht einmal im Kleinen hinbekommen??????
Versteht mich hier bitte nicht falsch, ich bin nicht für diesen Krieg, wahrlich nein.
Doch wie kann ein friedlicher Weg für die Menschen aussehen, die täglich per Auto zum Beispiel in den Krieg ziehen (Du Arschloch, kannst Du kein Auto fahren oder was.......Maaaaaannnn, fahr' doch mal schneller......etc.....). Oder in der Familie oder mit dem Lebenspartner, wo die einzelnen Torpedos in Richtung Herz des Anderen abgefeuert werden...oder oder oder.....?
Liebe Leute, beginnt bei Euch selbst !!!!.....dieser Planet hat so viele Möglichkeiten für das eigene Erkennen und Lernen.......diese Menge an Menschen, mit diesen vielen vielen verschiedenen Stand- bzw. Montagepunkte - dafür braucht es erst einmal einen großen Wumms, damit diese Masse an Menschen aufwacht aus ihrem Tiefschlaf der Ahnungslosigkeit und Dummheit.
Es gibt GOTT SEI DANK, viele schöne spirituelle Welten, die dem Einzelnen ermöglichen, die eigene Welt friedlicher werden zu lassen und aus diesem Traum aufzuwachen (leider aber auch Welten, die das Weiterschlafen unterstützen, da sie nicht auf dem natürlichen Ordnungsprinzip aufgebaut sind, sondern dem spirituellen Ego-Wahn Unterstützung gewähren). Diesen 'spirituellen' Menschen sollte es als Ziel sein, Wissen in Formen darzureichen, daß jeder Mensch, der nicht so denkt und friedlich ist, sein Denkapparat dazu benutzt, sein Handeln in Richtung Frieden auszurichten.
Nur ist schon sehr viel Wissen im Raume zur Verfügung, jetzt braucht es noch die nötigen Ereignisse, die dem Menschen dazu motivieren, dieses Wissen auch anzunehmen und - vor allem - umzusetzen......hierbei sollten wir den Menschen helfen, nicht belehren oder missionieren......und auch nicht dem destruktiven Geist, der aus Angst, Teil- bzw. Unwahrheit seine Energien nimmt, Nahrung darbieten (und ich meine hier diese ewigen angstmachenden und nicht-beweisbaren Thesen, die wirklich keinen Menschen in seiner täglichen Friedensarbeit weiterbringen, sondern eher hindern).Jeder Mensch hat das Recht soviel Zeit und Möglichkeiten zu benutzen, wie er für seinen Weg braucht.....auch wenn dies mehrere 'materielle' Daseine beansprucht......
Die beste Tat, die wir FÜR FRIEDEN tun können, ist in unserem Geiste Friede einkehren zu lassen. Liebe Gott und Deinen Nächsten, sowie Deine Feinde......universelle Liebe, dies ist die Antwort auf den Krieg......beginnen wir sofort damit, damit diese Welt mit unserem Beitrag besser werden kann und vertrauen wir auf Gott, daß er all die Menschen in seinem großen Plan so lenkt, daß sie Erkennen mögen und sich nicht selbst vernichten.......

Robert Berghausen:

Lieber T.!

Du predigst den individuellen Spiritualismus. Dieses Weltbild setzt voraus, dass die Realität ein Produkt des Bewußseins ist. Ändert der Einzelne sein Bewußtsein, indem er "friedlich" ist oder "wahr", so ändern sich mit ihm die äußeren Dinge.
Ein Krieg würde dann in dem Maße unwahrscheinlich, wie es genügend friedlich denkende Menschen gäbe.

Das ist an sich ein schöner Gedanke. Die Gleichung geht jedoch nicht auf, weil es zu wenig friedliche Menschen gibt. Deren Unfrieden hat die verschiedensten Gründe, berechtigte und unberechtigte.

Deshalb braucht es immer wieder Einzelne oder Gruppen, die aktiv für den Frieden arbeiten, nicht nur für den eigenen sondern für den Frieden der Welt.
Jeder Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung entzieht dem Unfrieden den Boden.

Es sind insbesondere die spirituellen Menschen, die eine Verantwortung für Frieden und Gerechtigkeit wahrnehmen. Sie beschränken sich eben nicht auf die Herstellung ihres individuellen Gleichgewichts, sondern sie leben und arbeiten ganz aktiv an einer politischen Umgestaltung.

Die Reduzierung der Spiritualität auf ein persönliches Heil liegt im Interesse derer, die einen langen Atem haben, wenn es um den Erhalt ungerechter Verhältnisse geht.

So ist die aus Not, Elend und Ungerechtigkeit entstandene New Thought-Bewegung der USA zu einer Erfolgsmetaphysik des Materialismus verkommen, nachdem den Leuten ständig gepredigt wurde, sie selbst seien das Problem und seine Lösung.



T.:

Lieber Robert,

ich predige nicht nur die individuelle Spiritualität, sondern eine kollektive!

Nur setze ich hier den Anfang beim Individuum und dann erst das Kollektiv. Die Macht der Gedanken und der daraus resultierenden Verbundenheit mit allem Leben ist nicht zu unterschätzen.
Eigentlich geht es auch nicht um das Kämpfen, sondern um das Erkennen von Zusammenhängen, von Problemen und deren Lösungen. Wer kämpft, hat, meiner Meinung nach, schon verloren. Aber vielleicht liegt hier nur eine falsche Interpretion von Kampf in meinem Geiste vor.......der Weg der individuellen Spiritualität führt zur universellen Liebe.....ist dies ein Kampf??????? Oder anders: Führt ein Kampf zum Ziel??? Oder noch anders: Was bedeutet denn für den Frieden kämpfen???? Mit welchen Waffen???

Und wenn dieses individuelle Ziel erreicht ist, besteht die Erkenntnis und die heilige Pflicht, Verantwortung für die eigenen Taten, somit auch die Verantwortung für das Leben an sich zu übernehmen, also auch für die Zukunft Probleme des Kollektivs zu lösen, d.h. dienen!
Wer beim Ego stehen bleibt, hat das Wissen und die Lehren noch nicht richtig verinnerlicht und verstanden.So stimme ich mit Dir überein, daß es deshalb immer wieder Einzelne oder Gruppen, die aktiv für den Frieden arbeiten, nicht nur für den eigenen sondern für den Frieden der Welt, braucht.
Hier stelle ich nicht den Kampf in den Mittelpunkt, sondern die Erkenntnis der Liebe. Diese ist jedem Menschen näherzubringen. Auf mannigfaltigen Wegen!!!!!
Aufklärung sollte über die Möglichkeiten eines menschlichen Individuums gemacht werden und Alternativen für alltägliche Handlungen sollten erläutert werden. Auch Ursachen von Trägheit, Maßlosigkeit, Gier etc. sind zu finden, damit auch diese Welten von ihrem Schattendasein erlöst werden können.
Was bringt es einem Menschen, Angst vor einem Krieg zu haben?
Vor was hat er Angst?????
Vor dem Tod? - Warum?...ist dieser eine Welt vor der man Angst haben muß? Ich sage Nein. Doch leider ist dieses Thema so unterdrückt, so daß dieses in die Hirne der Welt vor unseren Augen hineingebrannt wird....doch nur langsam kommen tiefe Erkenntnisse über die Bedeutung des Todes in die Geister des Kollektivs.
Wer den Tod nicht versteht, versteht auch nicht das Leben. Darüber gilt es Aufzuklären, und zwar frei und dem Schmutz menschlicher Lügen, Heucheleien und Gier. Wahrheitsgetreu, offen und tolerant....und dies alles nicht belehrend, sondern wissenschaftlich fundiert und als Impulswerk für jeden Menschen frei zugänglich.
Was unterstützt die Welt der Angst? Gibt es eine Welt der Nicht-Angst? Welcher Geist unterstützt das Kollektiv in seinem Prozeß zur Friedensfindung? Welche Gedanken (also auch Texte) lösen Ängste aus und welche können produktiv und konstruktiv dem Frieden dienen???
Kriege dienen der Erkenntnis.....Wieso reagieren die Menschen in der Masse meist immer gleich, egal zu welcher Zeit????


Robert Berghausen:

Lieber T.

Du schreibst "Kriege dienen der Erkenntnis". Das bedeutet, ein Krieg "dient" einem guten Zweck, nämlich der Erkenntnis.
Mir ist kein Krieg bekannt, dessen Grausamkeiten jemals einen guten Zweck gerechtfertigt hätte.
Mir ist keine Erkenntnis denkbar, die nicht auch ohne Krieg zu gewinnen wäre.


T.:

Lieber Robert,

warum haben dann die Menschen noch nicht gelernt in Frieden zu leben?????

Sind wir doch mal ehrlich.....der Mensch hat Probleme mit und Ängste vor dem Tode. Aus diesem Grunde dient der plötzliche Tod, auch durch Kriege herbeigeführt, der Erkenntnis, was dieser für die Menschen bedeutet - darüberhinaus stellt sich die Bedeutung und die Bewahrung des Lebens in den Mittelpunkt.
Auch die psychologischen Betrachtungen menschlicher Handlungsweisen in Kriegen scheinen wohl noch nicht auszureichen, sonst würden wir ja alle spätestens nach 2 Weltkriegen und zahlreichen kleinen Kriegen alle Antworten auf den Krieg haben.....ist aber nicht so. Also müssen wir weiter uns sinnlos im Kriege bekämpfen, bis wir die wahren Ursachen unserer Aggressionen begreifen und abstellen. Wieviele Menschen haben nach dem Angriff am 11.09. das Anwenden von Gegengewalt befürwortet? Ist das Liebe? Ist das Liebe Deine Feinde? Wo sind die wahren Christen bzw. religiös-spirituellen Menschen die die Nächstenliebe in der politischen Welt und in der Bevölkerung leben und propagieren? Hat Jesus Christus Krieg geführt?
All diese Konflikte und Kriege brauchen noch weitere Tode, damit der Mensch ERKENNT, wie sinnlos dieses Handeln ist.
Auch die Gedankenlosigkeit über die Bevölkerungsexplosion ist ein Zusammenhang mit dem Thema Krieg. - Solange die Menschen nicht globaler Denken, wird es diese Kriege geben. Solange wir uns als Deutsche, Bayern, Amerikaner etc. fühlen und nicht als Weltenbürger einer gemeinsamen Welt wird es Kriege geben. Solange wir nicht das Leben in seiner vollsten Tiefe betrachten lernen und dadurch den Tod besiegen, da wir auch ewige Seelen sind, wird es weiterhin Kriege geben. Solange wir unsere Taten nicht im Kontext der Ewigkeit betrachten, wird es weiterhin Kriege geben. All diese Grausamkeiten eines Krieges lassen die Menschen in einer großen Gemeinschaft zusammenwachsen und miteinander reflektieren....diese Form kann 'positiv' genutzt werden, doch nur dann, wenn der Mensch bereit ist zuzuhören und fähig ist und wird aus der Vergangenheit zu lernen. Welche Form gibt denn dem Menschen die gleiche Botschaft, vor allem in dieser großen, breiten und tiefen Intensität?
Konfliktlösungen und Friedensaktivitäten sind in den Vordergrund der Handlungen zu erheben und unsere Kinder sind weltweit in friedlichen Handlungen auszubilden! - Doch wo passiert dies in unserer sozialdarwinistischen Welt?
Ist es denn nicht so, daß heute nach wie vor Menschen, auch nach dem 3. Reich, grausam und bestialisch töten und getötet werden? Wieso eigentlich?
Also wenn Du im Krieg keine Erkenntnisse gewinnen kannst, dann weiß ich auch nicht weiter.....wir können sehen, wer Interesse an Kriege hat, wir können erkennen, wie menschliches Handeln unter bestimmen Bedinungen in Richtung Tier im Menschen mutiert, wir können erkennen, wie wichtig der Schutz von Leben ist und und und......all dies kann, je nach Positionierung des Blickwinkels, einem 'guten' Zwecke bzw. Erkenntnis dienen.
Zumahl stört mich bei Dir die Einteilung von gut und böse. Jegliches Ding was in der Realität vorhanden ist, dient der Erkenntnis. Alles hat seinen Platz und seinen Sinn im großen Gottesplan. Vielleicht werden wir irgendwann in ein Musuem gehen können - mit unseren zukünftigen Generationskindern - und wir können ihnen zeigen, wie grausam der Mensch sein kann bzw. werden kann. Dann dienen alle Kriege der Abschreckung - auch dies ist eine Erkenntnis sogenannter positiver Art.
Wieso bewerten wir nach menschlichen Maßstäben Ereignisse?
Warum gehen wir nicht weiter und erkennen die Ursachen und beseitigen diese? Die Ursachen liegen auch - und vor allem - in der kollektiven Energiekonzentration der denkenden Geistweisen. In fast jedem Menschen herrscht Krieg. All diese Gedanken erzeugen Energie. Diese Energien gebündelt erzeugen unsere Kollektivrealität. Frieden erzeugen kann man nur, indem man seine Gedankenkonzentration auf einen neutralen Boden stellt. Dies erzeugt die Harmonie im kosmischen Gesetzesdschungel. Postives Denken dient dem negativen Ausgleich. Doch in bezug auf das Gesetz des Ausgleichs erzeugt zuviel positives Denken negative Wirklichkeiten und umgekehrt....vorrausgesetzt das Kollektiv träumt weiterhin in der Welt der Dualität!

.....ich kann nicht sagen, daß ich bescheid weiß, ich weiß, daß ich nichts weiß.....doch alles was ich hier schreibe, kommt aus meiner tiefsten Überzeugung, die sich aber immer mit der Reflektion von Informationen und Impulsen aus dem Hier und Jetzt und der Zukunft zusammensetzt......


Robert Berghausen:

Lieber T.!

Du schreibst sehr lange Antworten auf kurze Fragen.
Was hättest Du den den Insassen der Konzentrationslager geraten? Hätten sie Dr. Mengele mehr lieben müssen, damit er sie bei der Selektion an der Rampe wieder zurückliebt?


T.:

Hallo Robert,

ja, das tue ich.....

Was hat Dietrich Bonhoeffer an seinem Todestage gesagt (überliefert)?

Wieso verlangt eine selbstlose Liebe Erwiederung????

Und warum malten einige Menschen im KZ Schmetterlinge an die Wand????

Sorry, lieber Robert....Deine Äußerungen in allen Ehren, aber wo bleibt bei Dir das Seelenverständnis????

Der Körper ist ein Tempel in dem Gott wohnt.....wo ist er dann zuhause??????
Und bitte differenziere hier:
Der Körper (also der Mensch im materiellen Gewand) ist nicht Gott!


JONA
von Dietrich Bonhoeffer
geschrieben am 05.10.1944 im Wehrmachtsuntersuchungsgefängnis Tegel....

Sie schrieen vor dem Tod, und ihre Leiber krallten
sich an den nassen, sturmgepeitschten Tauen,
und irre Blicke schauten voller Grauen
das Meer im Aufruhr jäh entfesselter Gewalten.

"Ihr ewigen, ihr guten, ihr erzürnten Götter,
helft oder gebt ein Zeichen, das uns künde
den, der euch kränkte mit geheimer Sünde,
den Mörder oder Eidvergeß'nen oder Spötter,

der uns zum Unheil seine Missetat verbirgt
um seines Stolzes ärmlichen Gewinnes!"
So flehten sie. Und Jona sprach: "Ich bin es!"
Ich sündigte vor Gott. Mein Leben ist verwirkt.

Tut mich von euch! Mein ist die Schuld. Gott zürnt mir sehr.
Der Fromme soll nicht mit dem Sünder enden!"
Sie zitterten. Doch dann mit starken Händen
verstießen sie den Schuldigen. Da stand das Meer.


und nun noch ein Auszug von Bonhoeffer aus: Stationen auf dem Wege zur Freiheit....

Tod.

Komm nun, höchstes Fest auf dem Wege zur ewigen Freiheit, / Tod, leg nieder beschwerliche Ketten und Mauern / unsres vergänglichen Leibes und unsrer verblendeten Seele, / daß wir endlich erblicken, was hier uns zu sehen mißgönnt ist. / Freiheit, dich suchten wir lange in Zucht und in Tat und in Leiden. / Sterbend erkennen wir nun im Angesicht Gottes dich selbst.


Und zum Abschluß lieber Robert noch eine Anmerkung: Sagte nicht Jesus, als er am Kreuze hing:
Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.......und Lukas teilte uns mit: "Vater, in deine Hände übergebe ich meinen Geist!" Und als er dies gesagt hatte, verschied er......

Wozu dient unser Erdendasein, lieber Robert????


Robert Berghausen:

Die Vergebung einer Schuld ist das eine, die Verhütung kommenden Unrechts das andere.

Kriege, Katastrophen und all das weltweite Verbrechen können nicht ausschliesslich auf die Summe individuellen Fehlverhaltens zurückgeführt werden. Dadurch würde die Verantwortung so verteilt, dass eine Veränderung unerreichbar ist.

Soziale Reformen waren stets das Werk Einzelner, denen sich dann eine Gruppe anschloss, die das Projekt weiter betrieb.

Um noch einmal auf die Pogrome zurückzukommen: Sie sind die Schuld der Christen, die die Juden ausgrenzten bis hin zur Vernichtung. Da ist die Ursache. Es hiesse die Historie auf den Kopf stellen, würde behauptet, die Shoa sei das Karma des Jüdischen Volkes, eine Reaktion auf ihren Isolationismus.

Die esoterischen Lehren haben ihren Prüfstein an den Massenvernichtungsaktionen des Faschismus und Stalinismus.
Eine Esoterik des Faschismus hat ein Interesse daran, den "Juden" die Schuld an der Shoa als selbstverursachtes Karma in die Schuhe zu schieben.

Dir und Deinen Ausführungen unterstelle ich dies nicht, jedoch werde ich hellhörig, wenn es um eine Spiritualisierung des Leidens und Unrechts geht.


T.:

Hallo Robert,

nun, um dies hier jetzt vielleicht abzuschließen noch ein paar Bemerkungen bezüglich Deiner Antwort.....

Du sagtest:
Kriege, Katastrophen und all das weltweite Verbrechen können nicht ausschliesslich auf die Summe individuellen Fehlverhaltens zurückgeführt werden. Dadurch würde die Verantwortung so verteilt, dass eine Veränderung unerreichbar ist.

Hmmm.....wer, wenn nicht der Einzelne trägt dazu bei?
Deine Schlußfolgerung finde ich außerdem ein wenig merkwürdig....
Und wenn es soetwas wie Leben nach dem Tode gibt, also auch eine Seele, dann ist es doch offensichtlich, daß es auch in diesem Reich viel Verwirrung gibt, da viele Seelen, die im menschlichen Körpern existier(t)en, mit dem Körpergeiste diese verborgene Existenz gar nicht kennen - so ist bei dem Eintritt des Todes in dieser SeelenZwischenWelt große Verwirrung vorhanden, da zumeist ein viel zu große Anhaftung an die materielle Welt vorherrschte und eine Vergeistigung des Seelenwesens meist wenig bis gar nicht stattgefunden hat. Und jetzt nehmen wir mal an, daß diese verwirrte Seelen auch Einfluß auf vorhandenes Leben, vor allem auf vorhandene empfängliche und hellfühlige Menschen haben.
Dies ist keine These von mir, sondern klärt sich durch viele viele Menschen, die durch Medien aus diesen Welten berichten (ein sehr gutes Buch zu diesem Thema ist von Welkisch - 30 Jahre unter den Toten, welches ich Dir schon einmal privat empfohlen habe). Zumal kann der Mensch selbst sein inneres Ohr öffnen und dort in diese Welten hineinhören und wird dies dort vorfinden (dies weiß ich aus eigenen Erfahrungen, sowie von vielen Menschen, die dies können und die ich kenne.....)
Also ist es im Grunde doch auf das individuelle Fehlverhalten zurückzuführen (nämlich die Weigerung, sich mit dem heiligen Geist auf den Wege zur Seele zu machen, um damit die Fesseln der materiellen Existenz zu lösen; was aber wiederum nicht bedeuten soll, sich in völliger materiellen Enthaltsamkeit aufzuhalten [was aber, je nach Bestimmung, auch sein kann], sondern der Mensch sollte immer bestrebt sein Allem schön den richtigen Platz zuzuweisen), vor allem dies im Hinblick auf die große Kollektivbeeinflussung von Massen, die ja das Individuum stark beeinflussen können. Und es liegt dann an jedem Individuum selbst, was es aus seinem Leben macht, somit ist es nicht aussichtslos. Die Friedensarbeit bzw. die spirituelle Arbeit beginnt bei jedem Einzelnen. Dort möchte die Seele bewußter werden und sich auf ein gottgeweihtes Leben vorbereiten. Dies ist der Weg und das Ziel: Gott zu erkennen und zu erreichen. Die Geschichte der Menschheit mit allen Wissensbestrebungen weißt eindeutig in diese Richtung.


Und: Diese Welt (der Grobstofflichkeit) und dieses (materielle) Leben hat sehr viel mit Leiden zu tun, das hat nichts mit Spiritualisierung des Leidens und Unrechts zu tun. Auch Jesus Christus, und viele andere Gottgeweihte, mußte(n) viel unter den Taten der Menschen leiden. Doch was hat er/haben sie daraus gemacht?
Und was machen wir daraus?????

Noch einmal:
Wozu sind wir hier auf diesem Planeten, in diesem Körper mit all diesem Wissen auf Erden???????


Robert Berghausen:

Der Jude Jesus von Nazareth wurde Opfer eines politischen Verbrechens, verübt von der römischen Besatzung Palästinas.
Er trug sein Leiden mit bewundernswerter Haltung und verzieh sogar seinen Peinigern.

Die Millionen Ermordete der Shoa waren Opfer eines uralten Antisemitismus, der sich zum Projekt der Liquidierung eines ganzen Volkes steigerte.

Wenn ich diese Greueltaten damit erklären will, dass "diese Welt der Grobstofflichkeit sehr viel mit Leiden zu tun hat", dann ist das so allgemein, dass ich sich damit auch die Zustände in einer Zahnarztpraxis beschreiben liessen.

Die christliche Religion fragte sich nach Ende des 2. Weltkrieges, ob eine Theologie nach Auschwitz noch möglich sei. Die Antwort darauf war ein zögerndes "Ja", dem ein Schuldbekenntnis vorausging.

Ich vermisse an Deiner Antwort eine klare Stellungnahme zu meinem Argument, dass es esoterische Schulen gibt, die die Shoa als Volkskarma der Juden sehen. Rechte Ideologie bedient sich gerne solcher Argumente, um die Juden auch noch in dieser Beziehung zu den Urhebern des eigenen Leides zu machen.

Deshalb spitze ich meine Frage zu: Ist ein Karmadenken nach Auschwitz noch möglich?


T.:

Hallo lieber Robert,

WIR alle tragen Verantwortung für unsere Taten, auch über unseren Tod hinaus und für die weiteren Leben. Daran glaube ich.
Wieso sollte ich eine beschränkte Sicht einnehmen und dies nur auf einen Teil von Menschen projezieren???
Das Gesetz des Karmas ist ein Naturgesetz!
Das leider verschiedene Gruppierungen auch mit Wahrheiten arbeiten und nicht nur Lügen und Halbwahrheiten benutzen, dafür kann ich nix.
Auf Deine Frage bezogen, die ich aber persönlich zu eindimensional finde, JA! - Warum auch nicht???
Ich habe zwar das Totenbuch der Tibeter, habe dies aber noch nicht in seiner vollsten Tiefe und Breite gelesen. Doch allein schon in der Bibel sind viele Hinweise auf das Weiterleben nach dem Tode und die Wiedergeburt in einem neuen Körper. Auch das Gesetz von Ursache und Wirkung, Saat und Ernte ist dort gut beschrieben (die alte Volksweisheit, die aus Beobachtungen resultiert, wie: "Wie es in den Wald hineinschallt so schallt es heraus" umschreibt den selben Vorgang). Viele große Wunderwerke und -kinder dieser und vergangener Zeiten erklären sich aus den Erinnerungen an früheren Existenzen und können sehr gut mit diesem Naturgesetz erklärt werden.

Wenn Du nun auf meinen politischen Horizont hinaus willst, ich stehe der rechten Ideologie genauso nahe bzw. weit entfernt, wie zu jeder anderen auch. Ich schaue, ob diese ein Menschenbild besitzt, welches eine Welt unter Brüdern und Schwestern ermöglicht und ob deren Ideologie auf Gesetzmäßigkeiten des Kosmos ausgerichtet worden ist. Natürlich gibt es in den politischen Dimensionen leider viel zu viel Beschränktheit und Diskriminierung......dies ist nicht meine Welt und nicht mein Weg.
Wieso teilen wir die Menschen in gut oder schlecht, Engländer, Amerikaner, Christ, Moslem, Hesse oder Bayern-Fan ein? Alles sind Menschen. Wir sollten Gemeinsamkeiten suchen, nicht Opfer eines Spalten-Denkens werden!
Ich glaube auch daran, daß wesentliche Teile unseres Lebensweges, das eigene Schicksal, in den Sternen geschrieben steht bzw. in dem Buch des Lebens, wo alle Geschichten niedergeschrieben worden sind. Dort steht meine, Deine und alle anderen Geschichten drin. Das Thema der Astrologie als Wissenschaft betrieben kann darin sehr viel Klarheit hineinbringen, vorrausgesetzt, sie wird von den Irrlehren der Zeit befreit (Ein Blick auf die Eskimo-Schamanen kann dabei sehr interessant sein, da sie die Kunst der Astrologie noch sehr gut beherrschen....zum Teil sehr verblüffend bzw. überzeugend!). Doch der menschliche Körper steht unter vielen Einflüssen seines Umfeldes. Das wir Schwingung sind, werde ich in einem Text an einem anderen Orte hier im Forum vorstellen. Das Planeten auch schwingen ist eine Tatsache. Das alles um uns herum schwingt, genauso. Dies alles beeinflusst unser Leben.
Das zu diesem Ganzen auch das Körper-Ich sich bildet, somit auch auf ein Land oder Volk projeziert werden kann, geht logisch daraus hervor (soll heißen: es gibt auch einen Staatenkörper oder Volkskörper, der den Wirkungen seiner eigenen Ursachen folgen muß)
....
Verschiedene Dinge werden einfach passieren, da unsere Seelen sich dies am Anfang für unseren Körper ausgesucht haben, damit wir mit unserer Seele zusammen lernen.
Die Schlußfolgerungen rechter Ideologie zu Deinem angesprochenen Thema kenne ich nur zum Teil.
Ob es ein Volkskarma der Juden war und ist, kann ich nicht sagen. Ich wage es nicht zu beurteilen, ob die Worte, die von einem auserwählten Volke sprechen, wirklich von Gott stammt oder von einem Menschen und ob daraus eben dieses Karma entstanden sein könnte. Vielleicht darf man dies nicht als Volkskarma bezeichnen, da in diesem Kriege auch viele andere Menschen, die keine Juden waren, gelitten haben und/oder getötet wurden. Also warum einen Tunnelblick entwickeln???? Wer sind eigentlich DIE JUDEN???? Ich bin hier für Differenzierung!
Ich hoffe Du verstehst mich hier nicht falsch und ich konnte etwas Klarheit in meinen sogenannten allgemeinen Äußerungen bringen....


Robert Berghausen:

Du schriebst:

"Vielleicht darf man dies nicht als Volkskarma bezeichnen, da in diesem Kriege auch viele andere Menschen, die keine Juden waren, gelitten haben und/oder getötet wurden. Also warum einen Tunnelblick entwickeln???? Wer sind eigentlich DIE JUDEN???? Ich bin hier für Differenzierung!"
Zitatende

Die systematische Vernichtung der europäischen Juden ist etwas völlig anderes als die zivilen und militärischen Opfer des zweiten Weltkriegs.

Die Judenvernichtung folgte einem Plan der Vertreibung und Ausrottung der Juden, den Hitler schon lange vor der Machtergreifung hegte und ausführte. Die systematische Vernichtung wurde durch den Krieg begünstigt, da nunmehr fast ganz Europa in der Macht der Nazis war.

Die Opfer der KZ mit den Kriegsopfern zu vergleichen, unterstellt, die Juden seien als Volk Kriegsgegner gewesen.
Dieser Gedanke ist ebenfalls in der rechtsideologischen Propaganda sehr beliebt.

Wer damals zur jüdischen "Rasse" zählte, bestimmten die Nürnberger Rassegesetze. Im übrigen galt der Spruch Himmlers "Wer Jude ist, bestimme ich."

Trotz dieser Definitionswillkür waren es Millionen Menschen, die sich selbst dem Judentum zugehörig fühlten, die von der SS im Schutz der Wehrmacht bestialisch ermordet wurden.

Ich bin nicht bereit zu akzeptieren, diese Menschen hätten durch eigenes Verschulden ihren Tod bewirkt. Eine Esoterik, die mit dieser Möglichkeit spielt, macht sich zum Handlanger antisemtischer Ideologie. Oft ist dies ihren Vertretern gar nicht bewusst.


T.:

Hallo lieber Robert,

....es heißt doch nicht, daß sie durch eigenes Verschulden ihren Tod bewirkt haben!
Sterben müssen wir alle. Aber vielleicht war dieses Leid bzw. dieser Weg wichtig für die Erkenntnis nächster Leben, um solch ein Elend ewiglich aus dem menschlichen Leben zu verbannen. Für die Hinterbliebenen, für alle Beobachter und für die, die in einem neuen Körpergewand wieder auf die Erde kommen.
Es kann eine Lektion sein, den menschlichen Haß in seiner vollsten Tiefen und Breite kennenzulernen und ihn ins Licht zu schicken, vorrausgesetzt wir Menschen sind dazu fähig!

Zum Thema der Opfer:
Auf allen Seiten gab es Tote und Leid. Dies kann man bzw. muß man differenzieren, um das festzustellen, was Du sagtest. Die Motive des Todes sind zwar verschieden, hinterlassen aber bei den Hinterbliebenen die selben Lücken: der Mensch ist nicht mehr da! Das viele Menschen nun auf den Weg des Körperabschieds schauen ist wichtig (viele projezieren den Tod leider in ihre eigene kleine Weltinterpretation, so daß dadurch z.B. so etwas wie ein Soldatenbegräbnis gibt, wo der Verstorbene ein Held ist und bei den Hinterbliebenen soetwas wie Stolz zurückbleibt, das ist krank und völligst verwirrt), damit wir die vielen Facetten der menschlichen Tötungsperversitäten kennenlernen. Warum wir Menschen das brauchen, weiß ich nicht, ich kann es aber erahnen, möchte dies aber nicht in den Kollektivgeist manifestieren. Es scheint ja wirklich Menschen zu geben, die das Töten fasziniert und die das Töten von Menschen für legitim halten (brauchen wir ja nur mal nach Amerika schauen, wo es z.B. auch die Todesstrafe gibt).
Man kann sogar sagen, daß es schon eine Kunst des Tötens gibt. Das finde ich pervers und ich frage mich wirklich, wieso wir Menschen diese Erkenntnisse für unseren zukünftigen Weg brauchen.
Ich bevorzuge den Weg der Liebe, wo wahrscheinlich zur Erkenntnis dieser Haß gehört.

Wahrheiten läßt es sich überall finden. Es heißt aber nicht, dort, wo man Wahrheit findet, daß sie nur und in allem dort zu finden ist!!!!!
Falls es das Gesetz des Karmas gibt und falls es das Gesetz der Wiedergeburt gibt (beides Gesetze, die von der Natur eingerichtet worden sind), dann bekommt man nach einer Tiefenreflektion in Verbindung mit dem Verstand eine Sicht hin, die Du für Dich wohl nicht annehmen kannst.
Da ich an eine harmonische bzw. göttliche Ordnung im Kosmos glaube und für diese Gesetze eingerichtet worden sind, weiß ich nicht, ob nur der menschliche Verstand in einem einzigen Menschenwesen dazu ausreicht, dieses Ganze zu verstehen....ich denke nein. Wenn mir auf meinem Wege jemand aufzeigen kann, daß diese Gesetze nicht existieren, werde ich umdenken. Bis jetzt habe ich mich sehr viel mit dem Thema der Wiedergeburt und mit dem Saat und Ernte-Thema auseinandergesetzt - beide Welten sind für mich existent, da mit vielen Fakten nachweisbar. Vielleicht sind meine Schlußfolgerungen falsch, doch dafür brauche ich Argumente und keine emotionalen Diskussionen, die ich aber verstehen kann.
Zum Abschluß:
Ich verurteile jegliche Handlung von Menschen, die das Leben zerstören. Ich bin KEIN Freund irgendwelcher Ideologien, die das Töten, Diskriminieren von Menschen oder das Beherrschen Einiger von Vielen beherzigen.
Ich würde mir einen spirituellen und wissenschaftlichen Zugang zu verschiedenen unerforschten Welten und Fragen wünschen, die eben nicht von Emotionen und Dogmen beeinträchtigt werden!


Robert Berghausen:

Hallo T.,

unser Dialog ist ein Lehrstück dafür, wie zwei Menschen aneinander vorbeireden.
Mag ich auch noch so intensiv die Verbrechen an unschuldigen Menschen, die Massenvernichtung eines Volkes, in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stellen, so lässt Dich das eher kalt. Du nimmst einen abgehobenen Standpunkt ein. Du verurteilst zwar jede Handlung, die Leben zerstört, doch zugleich versuchst Du einen Sinn hinter dem Massenmord zu sehen. So schreibst Du:

"Es kann eine Lektion sein, den menschlichen Haß in seiner vollsten Tiefen und Breite kennenzulernen und ihn ins Licht zu schicken, vorrausgesetzt wir Menschen sind dazu fähig."

Mir ist eine solche Argumentation unverständlich, und ich halte sie für rechtsideologisch anfällig, obwohl ich Dir gerne glaube, dass Du mit Ideologien nichts zu tun haben willst.

Ich wiederum bin nicht bereit, Dir in deiner Weltanschauung zu folgen. Du glaubst an eine harmonische göttliche Ordnung, doch zugleich räumst Du ein, dass ein einzelner Mensch die göttlichen Gesetze nicht verstehen kann. Woher willst Du das wissen, außer Du berufst Dich auf Offenbarung und Einweihung.

Für mich schließt sich hier der Kreis und ich überlasse Dir gerne das letzte Wort, da ich davon ausgehe, dass unsere Positionen für jeden deutlich genug beschrieben sind.


T.:

Hallo Robert,

nun gut.....
Um wirklich auch von meiner Seite den Kreis zu schließen noch ein paar Worte dazu:

Der Ausgang meiner Worte war der Hinweis, daß die vielen kleinen Kriege sich aufsummieren (energetisch gesehen) zu einem großen Ganzen.
Hier galt mein Ansatz, daß sich jeder erst einmal um den eigenen Frieden bemühen sollte! Dazu gehören Verständnis, Mitgefühl, Liebe, Einsicht, Freude, Demut, Dankbarkeit, Vertrauen u.ä. .
In dieser Bemühung muß sich nun der Mensch mit der dualistischen Weltsicht auseinandersetzen, zusammen mit seinen Licht- wie auch Schattenseiten.
Wenn der Mensch liebt, wird er auch mit dem Haß konfrontiert werden, da beide Seiten hier auf Erden existent sind - vorrausgesetzt wir nehmen diesen Dualismis (als) wahr (an).
Bei dem vielen Haß auf Erden kann, darf und muß der Mensch sich nun den vielen Facetten dieser Welt stellen - und zwar mit Liebe (in dieser Welt existiert kein Dualismus mehr, wie es z.B. Plotin uns berichtete, der die Lehren von Platon in eine andere Ebene führte). Hier kam mein Hinweis auf Christus, der diese universelle und göttliche Liebe praktiziert hatte, die wir Alle anstreben sollten.
Und da Jesus, und viele andere Offenbarer und Propheten auch, uns lehrten, wie wir unsere Lichtseite aktivieren und damit unsere Schattenseiten 'belichten' können, kann ich Deinen Einwand nicht verstehen, warum wir Menschen dazu nicht in der Lage sein sollten.
Ich bin nur manchmal etwas verwundert, wie sehr die Menschen diese Möglichkeit verneinen bzw. abweisen.
Ich schrieb zum Verständnis der göttlichen Ordnung nur, daß der menschliche Verstand diese Gesetze (und auch Gott) nicht alle-in greifen kann, da dazu nicht nur der menschliche Verstand benutzt werden darf und kann, sondern auch unsere verschütten inneren Sinne, die nicht mit der Verstandeslogik arbeiten. Vielleicht liegt hier die Definition des Verstandes in unserem Mißverständnis.
Auf diesem Wege folgte Dein Einwand und Dein Unverständnis für die Grausamkeiten an dem jüdischen Volke. Dies läßt mich keineswegs kalt! Nur gibt es neben dem gefühlsmäßigen und moralischen Standpunkt auch noch andere....darauf versuchte ich hinzuweisen.
Hierbei gilt es zu beachten, daß hier auf Erden nichts ohne Ursache und nichts ohne Sinn passiert - dies ist zumindest meine Erkenntnis. Aus diesem Blickwinkel heraus versuchte ich etwas zu deuten, nicht zu rechtfertigen. Der Haß hat keine Rechtfertigung verdient, allerdings sind wir leider weit von der Liebe weg- bzw. abgerückt. Aber nach seinen Ursachen sollten wir schon forschen, damit wir diesen in uns und für alle Zeiten abstellen bzw. in günstigere Bahnen lenken können.
Um wieder dorthin zu kommen, müssen wir ganzheitlich verstehen lernen, warum wir all dies hier ertragen und erleiden müssen. Dafür gab uns Gott die Möglichkeit, uns in die Welt des Unsichtbaren und des Geistes vorzuwagen und in dieser Welt zu reisen (dies passiert und funktioniert aber nicht allein mit dem Verstand! - hier ist tiefere Herzlogik am walten....). Der menschliche beschränkte Geist (beschränkt aus dem Grunde, da er im materiellen Körper gefangen ist und nicht unendlich und ewig sein Dasein verrichtet) ist (noch) nicht fähig den heiligen Geist in seiner vollsten Tiefe und Breite zu realisieren bzw. zu kapieren. Falls es anders sein sollte, möchte ich dies gerne präsentiert bekommen.

Und wenn wir nicht aus dem Paradiese gefallen wären (bildlich gesprochen) müssten wir all diese 'schlimmen' Lektionen des Lebens für unsere eigene Erkenntnis gar nicht erleben, erfahren und erdulden.
Ich gehe davon aus, daß wir uns als Seelen im Menschengewand befinden, um wieder zurück zu unserem Schöpfer zu gelangen. Kein menschliches Bildnis wird jemals diesen Schöpfer beschreiben können. Die Liebe läßt erahnen, wie er/sie/es sich anfühlt.
Die materielle Welt dient, meiner Meinung nach, der Erkenntnis und des Lernens, um dann diese materielle Welt in die geistige Welt, zusammen mit unserem göttlichen Seelenanteil!, zu führen. Der Weg und das Ziel ist die göttliche Heimat, die eben auch von Jesus Christus beschrieben wird. Er sagte und lehrte uns, wie wir zu unserem Schöpfer kommen können. Andere Schriften, wie z.B. die Veden, auch.
Aber vielleicht sollten wir uns nicht zu viele Gedanken darüber machen, sondern eher in unseren Taten im alltäglichen Allerlei im Lichte und in der Liebe glänzen...

Posted by Astrid Haarland at 05:20 EM